Katholische Kirche lässt sich in Napoles Korruptionssumpf ziehen

19. Aug. 2013 – Der emeritierte Erzbischof Oscar Cruz warnte andere Bischöfe, Priester und Nonnen der katholischen Kirche, vor der Bereitstellung eines Asyls für die flüchtige Janet Lim-Napoles, die in Verbindung mit dem 10-Milliarden Pork Betrug gesucht wird. Er meinte das kirchliche Gesetz zur „Zuflucht“ gelte nicht für sie.

Cruz ermahnte die Kirche, dass Zuflucht „nur Menschen gewährt werden könne, die vor der Kirche als unschuldig gelten und zu Unrecht von der Regierung strafrechtlich verfolgt würden. „Napoles ist nicht arm, sie ist auch nicht krank und in der Tat, wird kaum jemand behaupten, dass sie unschuldig ist.“, sagte er weiter.

Napoles Fall unterscheide sich jedoch zu anderen Fällen der Vergangenheit, sagte Cruz. „Das Pork-System ist eine korrupte Praxis.“, betonte er. „Ich persönlich würde nicht das Kirchenasyl auf Napoles erweitern. Sie ist nicht schwach und es ist schwer, ihre Unschuld zu vermuten.“

Cruz sagte, seine Bischofs-Kollegen und Priester sollten seine Ratschläge beherzigen und Napoles kein Asyl bieten, wenn sie an ihre Türen klopfe und sie stattdessen davon überzeugen, sich freiwillig zu stellen.

DKB-Partnerprogramm

„Ich denke, eine Reihe von Priestern, Bischöfen und Nonnen wissen, dass das Pork-System die Quelle der Bestechung und Korruption ist. Wenn sie ihr Asyl geben, könnten sie als Mittäter der Verbrechen angesehen werden. Das ist nicht akzeptabel.“, sagte Cruz.

Diese Meinung teilen allerdings wohl nicht alle Funktionsträger der katholischen Kirche, möglicherweise auch in Abhängigkeit von der eigenen „Unterstützung“.

So betreibt Napoles zum Beispiel ein Haus für Priester im Ruhestand, das von Msgr. Josefino Ramirez geführt wird. Ramirez ist einer der Mitglieder der katholischen Kirche, die angeblich Geld von Napoles erhalten und von ihr profitierten, laut dem Informanten des Pork- und Malampaya-Betrugs.

Dokumente belegten, dass die Kontroverse um Napoles, über die Politik hinaus, in die Reihen der katholischen Kirche hinein schwappte. Demnach erhielt Ramirez monatliche Zahlungen, die von einem Konto Napoles stammten. So wurden zum Beispiel mehrere Schecks von Napoles ausgestellt, mit Einzelbeträgen bis zu 150.000 Pesos pro Scheck.

Ramirez selbst lebt jetzt in einer Immobilie, die ebenso Napoles gehört. Dies wurde von einem männlichen Helfer Ramirez bestätigt.


Quellen u.a.: http://www.abs-cbnnews.com/focus/08/17/13/priest-explains-ties-napoles-family
und http://newsinfo.inquirer.net/467083/bishop-law-of-sanctuary-doesnt-apply-to-napoles