Estrada tritt Amt als Manilas Bürgermeister an

1. Juli 2013 – Der in Ungnade gefallene frühere Präsident Joseph E. Estrada, kehrte gestern wieder in ein öffentliches Amt zurück, als Bürgermeister von Manila.

Estrada sagte in seiner Antrittsrede vor dem Rathaus in Manila: „Ich verspreche Euch, der Kampf gegen die Korruption wird das Herzstück meines Amtes. Wir säubern unsere Polizei und sorgen dafür, dass sie aus Manilas Besten besteht und nicht aus Manilas Schlimmsten.“

Ein triumphierender Estrada, der vor 12 Jahren in einem Volksaufstand mit Militär-Unterstützung aus dem Regierungspalast vertrieben wurde, nachdem ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn im Senat wegen Staatsplünderung zuvor scheiterte, behauptete er ist der erste Ex-Sträfling, der in Manila Bürgermeister wird.

„Dies ist ein historischer Meilenstein für die Stadt Manila. Zum ersten Mal in der Geschichte, wird ein Ex-Sträfling Bürgermeister der Stadt.“ sagte er. „Ich bin unschuldig.“ fügte er schnell hinzu. Estrada wurde für eine Amtszeit von drei Jahren gewählt.

DKB-Partnerprogramm

Nach seinem Sturz im Januar 2001 wurde er in seinem Haus in Tanay (Rizal) unter Arrest gestellt und vom Sandiganbayan (Korruptionsgerichtshof) wegen Staatsplünderung am 12. September 2007 verurteilt. Seine Nachfolgerin, Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo, begnadigte ihn am 25. Oktober 2007, wodurch seine bürgerlichen und politischen Rechte wiederhergestellt wurden.

Der ehemalige Präsident versuchte, die Präsidentschaft bei den 2010 Wahlen zu erringen, verlor aber gegen Präsident Benigno Aquino. Versuche, ihn von der Teilnahme bei der jüngsten Bürgermeisterwahl auszuschließen, wurden vereitelt, nachdem die Wahlkommission im vergangenen April eine Disqualifikation seiner Kandidatur abschmetterte.

Am vergangenen Dienstag wurde dann Estrada aufgefordert, eine Stellungnahme vorm Obersten Gerichtshof wegen des Disqualifikations-Falles abzugeben. Darauf hat er bis jetzt noch nicht reagiert. Aber stattdessen gelobte Estrada während seiner Rede, in seinen ersten 100 Tagen „die Straßen von Händlern zu reinigen, die Verkehrsstaus verursachten.“

Er schlug ebenso eine Errichtung eines Nachtmarktes vor und forderte Gewerbebetriebe auf, Überwachungskameras zu installieren. Estrada behauptet auch, dass die Stadt Schulden von rund 3,5 Mrd. Pesos hätte, laut einem Bericht der ‚Commission on Audit‘, was von seinem Vorgänger bestritten wird.

Der ehemalige Präsident durchlief in seiner „Karriere“ folgende Ämter: Bürgermeister, Senator, Vizepräsident und Präsident. Jetzt will er diese als Bürgermeister beenden.


Quelle u.a.: http://www.bworldonline.com/content.php?section=Nation&title=Estrada-takes-over-Manila-city-hall&id=72630