Arzt vs. Governor: Wer trägt Schuld am Tod eines 3-Jährigen?

11. Juli 2013 – Ein Arzt des ‚Tuburan District Hospitals‘ wurde nun von Governor Hilario Davide entlassen, der angeblich nicht auf die medizinischen Bedürfnisse eines beinahe ertrunkenen 3-jährigen Kindes reagierte, was in Folge dann zu dessen Tod geführt haben soll.

Davide wartet jedoch noch auf den Untersuchungsbericht von Dr. Cynthia Genesolango vom ‚Integrated Provincial Health Offices‘ (IPHO). Aber basierend auf den Aussagen der Familie des Opfers, Chris John Ledris, sagte Davide, scheinen Fahrlässigkeit und mangelndes Urteilsvermögen seitens des behandelnden Arztes vorzuliegen.

Basierend auf dem vorläufigen Untersuchungsbericht des IPHO, war der Arzt in der Notaufnahme, als Ledris am Sonntag gegen 12 Uhr mittags ins Krankenhaus gebracht wurde. Er überprüfte die Vitalfunktionen und ordnete die notwendige Behandlung an. Nachdem er alle Patienten in der Notaufnahme versorgt hatte, ging er angeblich in sein Quartier, nahm das Mittagessen ein und nahm um 14 Uhr seine Pause.

Als Ledris Angehörigen bemerkten, wie sich der Zustand des Kindes verschlechterte, baten sie die Krankenpfleger den Arzt zu rufen und den Patienten ins ‚Vicente Sotto Memorial Medical Center‘ zu überweisen. Aber der Krankenpfleger weigerte sich den Arzt zu rufen, da dieser schlafen und erst gegen 15:30 Uhr aufwachen würde.

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Davide betonte, das ‚Tuburan District Hospital‘ sei eine öffentliche Einrichtung und ihre Ärzte sollten jederzeit zugänglich und sichtbar sein. „Hätte der Arzt sofort reagiert, könnte das Kind noch leben.“ sagte Davide. Jedoch erklärte Dr. Genesolango, dass Ärzte in der Regel ihre Pause dann machten, wenn die Patienten versorgt und stabil seien. Die Krankenpfleger würden sie dann rufen, wenn ein Patient ihre Aufmerksamkeit benötige.

Dr. Genesolango erläuterte, dass sie kein mangelndes Urteilsvermögen feststellen könne, da selbst der Arzt den Angehörigen zunächst riet, den Patienten zur besseren Überwachung zu verlegen. Sie stellte auch klar, dass Ärzte bei Verlegungen in ein anderes Krankenhaus, eine Standardprozedur befolgten. So dürften sie keine Patienten in ein anderes Krankenhaus verlegen, die in einem instabilen Zustand sind, bevor nicht notwendige Massnahmen ergriffen wurden, um den Zustand zu stabilisieren.

Allerdings versicherte Dr. Genesolango, dass sie ihren schriftlichen Bericht zusammen mit dem des Krankenhausleiters und dem Untersuchungsbericht von Dr. Henry Calcedo, dem Leiter der IPHO, mit den entsprechenden Empfehlungen einreichen werde.

Ledris Angehörige baten um Hilfe des ‚National Bureau of Investigation‘ (NBI) zur Untersuchung des Vorfalls und bei der möglichen Einreichung einer Anklage gegen den Krankenhausleiter, den behandelnden Arzt und den Krankenpfleger.


Quelle u.a.: http://www.philstar.com/cebu-news/2013/07/11/964166/davide-relieves-tuburan-doc