Sex-Skandal in Botschaften des Nahen Ostens weitet sich aus

21. Juni 2013 – Das Außenministerium (DFA) hat gestern einen Ausschuss ins Leben gerufen, der den angeblichen Sex-Skandal, bei dem notleidende weibliche OFWs durch Botschafts-Mitarbeiter und Beamte der Arbeitsbehörden in drei Ländern des Nahen Ostens ausgebeutet wurden, untersuchen soll.

Das DFA hat auch 8 weitere Diplomaten aus Ländern des Nahen Ostens aufgefordert, „zu Beratungen“ über den Sex-Skandal nach Hause zu kommen. Außenminister Albert del Rosario bestellte die acht Botschafter nach Manila, für eine Diskussion über den angeblichen Missbrauch und um Maßnahmen zu erarbeiten, zur Vermeidung solcher Straftaten an den Botschaften des Landes.

Die Botschafter in Saudi-Arabien, Katar, Oman, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Ägypten, Libyen und dem Libanon wurden einen Tag nachdem Del Rosario die Botschafter Jordaniens, Syriens und Kuwaits sowie die Beteiligten selbst nach Manila rief, aufgefordert, ihre Sicht zum Sex-Skandal mitzuteilen.

Auswandern - Den Kulturschock überwinden

„Wir müssen unsere Botschafter in dem Ausschuss beteiligen, den das DFA begonnen hat. Wir müssen Wege finden, um gemeinsam die Opfer und Zeugen zu ermutigen sich zu melden und formelle Beschwerden einzureichen sowie Zeugenaussagen zu tätigen.“ sagte DFA-Sprecher Raul Hernandez.

Hernandez sagte weiter, die Diplomaten würden beim Sammeln der Beweise über die angebliche sexuelle Ausbeutung von Migrantinnen zusammenarbeiten, die Walden Bello am Dienstag öffentlich machte.

Unter Berufung auf unanfechtbare Informanten innerhalb des DFAs selbst, beschuldigte Bello mindestens drei Beamten in der jordanischen, kuwaitischen und syrischen Botschaft der Prostitution oder sexueller Gefälligkeiten von weiblichen Arbeitern, die sich in den Notunterkünften aufhielten, während sie auf ihre Rückführung in die Philippinen warteten.

Einer der Mitarbeiter, der von Bello als der beschuldigte Mario Antonio benannt wurde, ein Wohlfahrts-Beamter in Jordanien, beschuldigte inzwischen illegale Personalvermittler und Menschenhändler wegen der Vorwürfe gegen ihn. Antonio traf Reporter am Donnerstag und appellierte an die Öffentlichkeit, ihn nicht zu verurteilen und stattdessen auf die Ergebnisse des Ausschusses zu warten.

„Die Vorwürfe sind falsch und das Machwerk von ‚Recruitment Agenturen‘ und Menschenhändlern, denen wir beim Schutz unserer Wanderarbeiter ins Gehege kamen.“ sagte Antonio, der seine Aussage vorlas. Bello drohte daraufhin damit, weitere Beweise gegen Antonio zu veröffentlichen, falls er weiterhin die Schuld auf illegale Arbeitsvermittler und Menschenhändler schieben würde. „Wir wollen nicht der Untersuchung vorgreifen, aber wenn er weiterhin seine dreisten Lügen verbreitet, dann werden wir mehr seiner Untaten öffentlich machen.“ sagte Bello.

DKB-Partnerprogramm

Die OWWA Administratorin Carmelita Dimzon verbürgte sich inzwischen für Antonio, den sie als „sehr zuverlässigen Wohlfahrts-Beamten“ beschrieb. Sie sagte OWWA Mitarbeiter, insbesondere Wohlfahrts-Beamte in anderen Ländern, seien durch den Skandal demoralisiert. Jedoch sagte Bello, dass seine Informationen von mittleren und höheren Beamten stammten aus dem DFA und dem Arbeitsministerium (DOLE).

Bello benannte auch einen DOLE-Beamten, namens Blas Marquez, der in der philippinischen Botschaft in Kuwait einen Prostitutions-Ring mit notleidenden Migrantinnen führen soll. Des weiteren hat er auch auf einen Täter der Botschaft in Damaskus verwiesen, der philippinische Frauen missbrauche. Bello forderte eine Parallel-Untersuchung, unabhängig zu der DFA-DOLE-Untersuchung, da seine Informanten eher bereit seien, gegenüber einer vom Malacañang initiierten Untersuchung auszusagen.

John Leonard Monterona, Koordinator für den Nahen Osten und Nordafrika von der Migranten Rechts Gruppe ‚Migrante International‘, zitierte Opfer nach denen Botschafts-Beamte notleidende philippinische Frauen fragten, ob sie Geld für ihre Heimreise in die Philippinen hätten. Nach dem Verlust ihrer Arbeitsplätze oder weil sie vor missbräuchlichen Arbeitgebern wegliefen, hätten sie natürlich kein Geld, sagte Monterona in einer Erklärung am Donnerstag.

Die Beamten würden mit ihnen reden und ihnen für einen „Kunden ein unmoralisches Angebot“ machen, sagte er. In der Nacht, würden die Frauen von einem Fahrer oder einer Mitarbeiterin der Botschaft oder DOLE zum Kunden gebracht und wieder abgeholt werden. Monterona sagte, die Frauen erhielten 500 Rial (130 $) bis 1.000 Rial (260 $) für ihre Dienste. Verzweifelte Frauen akzeptierten auch 100 Rial (26 $) bis 300 Rial ($ 78), ergänzte er.

Monterona sagte, die Informationen stammten von Opfern, die mit Migrante-Mitarbeiter in Saudi-Arabien gesprochen hätten.


Quelle u.a.: http://globalnation.inquirer.net/78245/dfa-creates-body-to-probe-sexual-exploitation-in-ph-foreign-missions