OFW’s: finanzielle Wunderwaffe oder staatlich legitimierter Menschenhandel?

30. Juni 2013 – Die Anzahl der ‚Overseas Filipino Workers‘ (OFW) die in andere Länder entsendet wurden, stieg in den letzten 3 Jahrzehnten stetig. Laut dem ‚Country Migration Report‘ (CMR) der ‚International Organisation for Migration‘ (IOM), einer Organisation, die Migrationsbewegungen für fundierte politische Entscheidungen beurteilt.

Nach dem Bericht, gehen die ersten aufgezeichneten Statistiken über Auslands-Beschäftigung auf das Jahr 1975 zurück, ein Jahr nach dem der ‚Labor Code of the Philippines‘ (Arbeitsgesetz) in Kraft gesetzt wurde. In diesem Jahr verließen 36.035 Filipinos das Land, um im Ausland zu arbeiten. Ein Jahrzehnt später, im Jahr 1985 war die Zahl bereits auf 372.784 gestiegen – mehr als 10 mal so viel wie 1975. Im Jahr 2012 entsandten die Philippinen insgesamt 1.802.031 Arbeiter, wovon die Hälfte Wiedereinstellungen oder Verlängerungen waren.

Entsendedaten der ‚Philippine Overseas Employment Administration‘ (POEA) zeigten, dass die berufliche Verteilung im Laufe der Jahre sich ausdehnte, obwohl die meisten OFW’s noch immer als Maids arbeiten. Die folgenden Daten zeigen die Zahl der wichtigsten Berufsgruppen im Jahr 2012, der an Land tätigen Arbeiter (also ohne die Seeleute):

– Dienstleistungsberufe (Maids) – 222.260
– Peoduktionsarbeiter (Fabrikarbeit) – 146.448
– Facharbeiter (Tänzer, Sänger, Krankenschwestern) – 54.617
– Büroangestellte – 13.893
– Verkäufer / Vertrieb – 9.346
– Leitende Angestellte – 3.241
– Landwirtschaftliche Kräfte – 1.563

Auswandern - Den Kulturschock überwinden

Die Studie zeigte auch, dass die Länder des Mittleren Ostens die primären Ziele für über 67% der OFW’s blieben. Dabei war Saudi-Arabien das häufigste Ziel der Arbeiter. Die Daten zeigten, dass 70% der OFW’s sich auf 5 Zielländer verteilten. Der Anteil der Top 5 Länder im Jahr 2012 war:

– Saudi-Arabien – 24,4%
– Vereinigte Arabische Emirate – 18,8%
– Singapur – 10,2%
– Hong Kong, China – 7,9%
– Katar – 7,8%

Der Bericht zeigte auch, dass sich die Zahl der Seeleute in den vergangenen 10 Jahren um 75% erhöhte. Filipinos stellen 20-25% aller internationalen Seefahrtsbesatzungen.

Verlassen die OFW’s das „sinkende Schiff Philippinen“? Die Philippinen wurden zumindest als ein Top-Herkunftsland der traditionellen Einwanderungsländer geführt. Die permanente Auswanderung aus den Philippinen hat ebenso in den letzten 3 Jahrzehnten stetig zugenommen. Mehr als 1,8 Millionen Filipinos blieben dauerhaft in anderen Ländern, innerhalb des Zeitraums der Jahre 1981 bis 2011. Die Vereinigten Staaten waren das Haupt-Zielland mit 64,84% oder 1.203.815 Filipinos.

Der Bericht liefert auch gleich die Begründung für die „langsame Rückkehr“: die geringen Verdienstmöglichkeiten und der sehr begrenzte Arbeitsmarkt des Landes.

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Hingegen behauptet jedoch die Arbeitsministerin Rosalinda Baldoz, dass eine Menge der OFW’s planten, wieder auf die Philippinen zurückzukehren, wegen der positiven Entwicklung der Wirtschaft und fügte hinzu: „Als ich in Italien war, gaben wir Seminare zum Thema Agrarunternehmen. Eine Reihe der Filipinos dort planten bereits auf die Philippinen zurückzukehren und ihr eigenes Unternehmen hier zu gründen.“

Imelda Nicolas von der ‚Commission on Filipino Overseas‘ (CFO) behauptete auch, dass die Regierung Aquino vordringlich heimische Arbeitsplätze schaffe. „Der Eindruck, dass die philippinische Regierung Migration fördert, ist überholt. Wir schaffen Arbeitsplätze hier im Land, so dass die OFW’s zurückkehren können.“ sagte sie.

Weiterhin wies sie darauf hin, dass obwohl die Nachfrage nach Jobs im Ausland immer existieren würde, es das Ziel der Regierung sei, die Zahl der Filipinos die das Land verlassen, zu verringern und schickte hinterher: „Wie der Präsident immer sagt, wir wollen Migration als eine Wahlmöglichkeit und nicht als Notwendigkeit.“

Was der Migrations-Bericht aber verschweigt ist, dass sehr viele OFW’s unter Sklavenbedingungen arbeiten. Viele erhalten noch nicht einmal den Mindestlohn und sind dem Missbrauch ausgeliefert. Wenn man dann noch zugrundelegt, dass die Recruitmentagenturen mindestens das erste Monatsgehalt eines Jahresvertrags abgreifen, dann kann man auch von einem staatlich legitimierten Menschenhandel sprechen …


Quelle u.a.: www.rappler.com/nation/32361-ph-migration-report-ofws