Maguindanao Massaker: Ampatuans versuchen sich frei zu kaufen

25. Juni 2013 – Die Tochter des letzten durch das Gericht anerkannten Opfers des Maguindanao Massaker, ruft die anderen Angehörigen der Opfer der grausamen Morde dazu auf, in ihrem Streben nach Gerechtigkeit den Ampatuans keine Chance zu geben.

Aus ihrer neuen Heimat in der USA, wo sie jetzt als Krankenschwester arbeitet, sagte Reynafe Momay Castillo, der neueste Versuch der Ampatuans, angeblich 14 Kläger überzeugt zu haben, die Anklage gegen sie fallen zu lassen, sei ein Trick, um die laufende Strafverfolgung beim Maguindanao Massaker gegen sie entgleisen zu lassen.

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„Gebt unseren Gegnern nicht die Möglichkeit, uns zu zerstören. Die Zerstörung unserer Glaubwürdigkeit in dem Mordfall.“ sagte Castillo in einer Video-Botschaft. Castillo tätigte die emotionale Aufforderung, nachdem Anwalt Harry Roque den Medien berichtete, dass im Februar dieses Jahres ein Versuch unternommen wurde, die Forderungen zu beenden und Verzichtserklärungen von einigen der 32 Familien von Journalisten und Medien Arbeitnehmer zu erhalten, die im November 2009 im Maguindanao Massaker getötet wurden.

Roque sagte, ein Unterhändler, der den Ampatuans nahe steht, hat angeblich den Auftrag von 14 Familien erhalten, die dazu gebracht wurden, für die Unterschrift der außergerichtlichen Einigung 50 Mio. Pesos (1,2 Mio. US$) zu erhalten. Die Dokumente wurden ohne Wissen und Zustimmung ihrer Anwälte unterzeichnet. Die Familien erhielten keine Kopien! Die Verhandlungen platzten offenbar nachdem der Verhandlungsführer 2 Wochen, nachdem er mit den Familien den angeblichen Deal mit den Ampatuans vereinbarte, getötet wurde.

Roque gab die Namen der Familien, die die Dokumente unterzeichneten, nicht bekannt. Er fliegt am Mittwoch nach General Santos, um sich mit seinen Klienten zu besprechen und den Bericht zu überprüfen.

Castillo sagte, dies sei nicht der erste Versuch der Ampatuans, sich mit den Familien des Maguindanao Massaker zu vergleichen. Ihr zufolge gingen im Januar 2011 die Familien von zwei Opfern nach Cotabato City, um sich angeblich mit den Ampatuans zu einigen, aber der Deal scheiterte, da man ihnen jeweils nur 100.000 Pesos anbot.

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Die meisten der Opfer des Maguindanao Massaker waren die Ernährer ihrer Familien, die sie nun zurück gelassen haben im täglichen Kampf, ums Überleben. Castillo sagte, sie versteht die Nöte der Familien, aber diese seien kein ausreichender Grund, das Verfahren gegen die Ampatuans fallen zu lassen. Sie appellierte an das Verständnis der Familien und die meisten von ihnen stünden auch hinter ‚Justice Now‘, der Gruppe die von den Opfer-Familien organisiert wurde, um die Strafverfolgung der Ampatuans durchzuführen.

Castillo und ihr Ehemann, einschließlich ihrer beiden Söhne, sind jetzt US-Einwanderer. Sie sagte jedoch, sie wird auch weiterhin die Suche nach Gerechtigkeit unterstützen. Castillo ist die Tochter von Reynaldo Momay, einem Bildjournalisten eines lokalen Blattes, der mit dem Konvoi von Journalisten und Verwandten des Maguindanao Gouverneurskandidaten Esmael ‚Toto‘ Mangudadatu, auf seinem Weg in die Provinz-Hauptstadt am 23. November 2009 begleitete.

Sie wurden jedoch an einem Kontrollpunkt angehalten, etwa 5 Kilometer von der Provinzhauptstadt entfernt. Sie wurden in ein abgelegenes Dorf gebracht, wo sie gnadenlos niedergeschossen wurden. Insgesamt 58 Menschen wurden bei dem Maguindanao Massaker getötet, darunter auch die Frau Mangudadatus und seine beiden Schwestern. Zeugen sagten, die bewaffneten Männer, die den Konvoi anhielten, seien von Andal Ampatuan Jr., dem Rivalen Mangudadatus bei der Gouverneurswahl, angeführt worden.

58 Mordfälle wurden gegen Andal und 196 weitere, darunter sein Vater Andal Sr., dem ehemaligen Gouverneur der Provinz, zwei Brüdern und einem Schwager eingereicht. 102 von ihnen wurden bis jetzt festgenommen, während der Rest auf freiem Fuß blieb. Die meisten der Ampatuans wurden bereits angeklagt. Ein Ergebnis des Gerichtsverfahrens im Maguindanao Massaker ist jedoch nicht absehbar.


Quelle u.a.: http://www.rappler.com/nation/32076-dont-give-up-case-vs-ampatuans