Nach seiner Entführung freigelassener Australier plant wieder

17. Juni 2013 – Der von der Abu Sayyaf Anfang dieses Jahres frei gelassene Australier, Warren Rodwell, hat sich inzwischen gut von seiner Entführung erholt und schmiedet Zukunftspläne.

In einem Interview offenbarte Rodwell, dass er wieder „ziemlich gut“ aufgepäppelt wurde, seit ihm in die Hand geschossen wurde und er durch die Terroristengruppe in Zamboanga vor 18 Monaten Opfer einer Entführung wurde. „Derzeit kann ich sagen: Ich habe das überlebt und bei näherer Betrachtung ist alles wieder funktionsfähig.“ sagte Rodwell verschmitzt.

Rodwell wurde von den Banditen der Abu Sayaff am 5. Dezember 2011 in seinem Haus in Ipil, Zamboanga Sibugay entführt. Die Abu Sayyaf ließ Rodwell am 23. März 2013 wieder frei, 15 Monate nach seiner Entführung. Berichten zufolge sollen die Banditen 97.750 US$ Lösegeld erhalten haben, laut einem Unterhändler.

Rodwell erinnert sich daran, dass der Hauptgrund für sein Leiden, der Hunger war. Aber nach seinen eigenen Worten, hat er schon wieder sein ursprüngliches Gewicht erreicht. „Ich habe wieder mein ursprüngliches Gewicht. Ich habe also rund 30 kg zugelegt und in der Tat, ich werde bereits ein bisschen mollig.“ sagte er.

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Rodwell sagte wieder ernsthaft, dass er auch an einem posttraumatischen Belastungssyndrom litt, als er in Gefangenschaft war und erklärte, er begann seine Selbstheilung durch eine Analyse der Situation. Er habe hierfür Hilfe bei einem privaten Psychologen gesucht, der ihn gut unterstützte. „Es ist wieder alles in Ordnung. Ich habe keine Alpträume.“ erklärte Rodwell und ergänzte, dass er den Psychologen keine weiteren 3 Monate mehr brauche.

Rodwell verriet auch in dem Interview, wie er die 15-monatige Gefangenschaft bei der Abu Sayaff überlebte. „Am Anfang war alles, was ich besaß, eine Unterhose, aber ich sammelte und klaute ein paar Klamotten. Ich verwendete, was ich hatte. Mein Schlafsack war kaputt, also zerriss ich ihn und wickelte ihn um mich herum.“ erinnerte er sich. Rodwell schilderte, sein größtes Problem waren Moskitos. „In den Dschungelsümpfen wurden wir grausam von denen geplagt.“

Seine Entführer beschrieb Rodwell als im Grunde „ziemlich gutherzige Seelen“. Er sagte, der Grund weshalb er schlecht behandelt wurde war, da sie nicht wussten, wie man miteinander umgeht. „Als Muslime leben sie schließlich nicht nach den 10 Geboten. Sie sehen jeden Ausländer als einen Markt.“ Rodwell fügte hinzu, dass er in der Lage war, mit seinen Bewachern „anzubändeln“, als er ihr Verhalten durchschaute. „Ein verheirateter Mann brach in Tränen aus, da er seine Familie vermisste. Einige von ihnen wurden verrückt.“

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Rodwell offenbarte auch, dass er nach seiner Entführung bereits seine Scheidung von seiner philippinischen Frau, Miraflor Gutang, im Juni einreichte. Gutang bestritt bereits früher, eine Beteiligung in die Entführung Rodwells und sagte, sie sei sogar diejenige gewesen, die das Lösegeld nach unten verhandelt habe. „Die Ermittlungen zeigten klar, dass ich so unschuldig bin. Ich bin nicht schuldig, niemals. Ich könnte das niemals jemandem antun.“ sagte Gutang.

Gutang sagte, sie sei überrascht gewesen, als Rodwell sie anrief und ihr mitteilte, dass er bereits die Scheidung eingereicht habe. „Ich bin so traurig, weil ich bei ihm bleiben wollte. Natürlich liebe ich ihn noch immer in meinem Herzen, aber unsere Charaktere passen nicht zueinander.“ fügte Gutang hinzu. Zu Beginn der Entführung wurde damals allerdings bekannt, dass sie kurz zuvor Rodwell verlassen hatte. Gutang war Rodwells dritte Ehefrau. Doch er sagte, er sei jetzt bereit für eine vierte Ehe. „Ich habe jetzt Platz für eine weitere Ehe in meinem Leben gemacht. Ich denke da wie ein Europäer.“ sagte Rodwell.


Quelle u.a.: www.rappler.com/nation/31433-freed-aussie-hostage-moving-on