Wahrheit oder Fälschung? Demokratische oder gefixte Wahl?

27. Mai 2013 – Daten des Transparency Servers der Wahlkommission (Comelec) zeigten, dass 2.121 gruppierte Wahlbezirke eine Wahlbeteiligung von 90-100% verzeichneten, entgegen dem nationalen Durchschnitt von 70-75% Wahlbeteiligung. Was bereits auf Manipulationen hindeutet.

Die Wahlbeteiligung in diesen Bezirken übertraf auch den nationalen Durchschnitt von 80% bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 2010. Dabei ist die Wahlbeteiligung bei Präsidentschaftswahlen in den Philippinen traditionell höher als bei den Zwischenwahlen.

Hier die Aufschlüsselung der Top-5-Provinzen mit 90-100% Wahlbeteiligung:

Maguindanao (153 gruppierten Bezirke)
Cebu (151 gruppierten Bezirke)
Tawi-Tawi (112 gruppierten Bezirke)
Sulu (110 gruppierten Bezirke)
Lanao del Sur (101 gruppierten Bezirke)

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Maguindanao, Lanao del Sur und Tawi-Tawi meldeten auch die höchste Anzahl an Wahlbezirken mit 100% Wahlbeteiligung, was regulär nicht vorkommen kann. Andere Provinzen, die eine perfekte oder nahezu perfekte Wahlbeteiligung meldeten, waren:

Bohol (75 gruppierten Bezirke)
North Cotabao (74 gruppierten Bezirke)
Iloilo (66 gruppierten Bezirke)
Ilocos Sur (64 gruppierten Bezirke)
Leyte (62 gruppierten Bezirke)
Ilocos Norte (56 gruppierten Bezirke)

Am 13. Mai war es in hunderten Wahlbezirken, aufgrund defekter PCOS (Wahlmaschinen), Tausenden von Wählern nicht möglich, trotz der langen Warteschlangen in den Wahllokalen, ihre Stimme abzugeben. Die Comelec hat bisher noch nicht erklärt, warum mehr als 23% der PCOS-Maschinen nicht die Ergebnisse aus den Bezirken übertrugen, da sie defekt waren. Wahlbeobachter sprechen von rund 8 Millionen „verlorener“ Stimmen.

Diese Unregelmäßigkeiten bieten natürlich Spielraum für eine Legendenbildung. So gab es den Verdacht, dass in vielen Wahlbezirken eine Verteilung der Stimmen nach dem Muster 60% (Team PNoy) – 30% (UNA) – 10% (Rest), maschinell erfolgt sein müsse. Ganz ausräumen konnte man den Verdacht nicht. Aber obwohl bei dieser Wahl kaum jemand die Wahrheit von der Fälschung auseinander halten kann, nimmt das Wort „Wahlbetrug“ keiner in den Mund, da hierfür mehr als erdrückende Indizien geliefert werden müssen.

Dennoch bleibt ein übler Geschmack zu dieser Wahl zurück: begonnen beim großflächigen Stimmenkauf, über Massen an Wählern die ihre Stimme nicht abgeben konnten, bis hin zu defekten oder manipulierten Wahlmaschinen lassen klar werden, unter demokratischen Wahlen versteht man in den Philippinen etwas anderes als in der restlichen Welt.


Quelle u.a.: www.rappler.com/nation/politics/elections-2013/29992-most-100-turnout-in-armm,-cebu-precincts