Wahlbetrug: 70 Wahlbezirke melden 100% Wahlbeteiligung

19. Mai 2013 – Eine Wahlbeteiligung von 100% vermelden 70 Wahlbezirke, überwiegend aus der ARMM Region in Mindanao!

Während viele Wahlbezirke mit den üblichen Problemen kämpfen, wie Behinderung der Wähler an der Ausübung ihres Wahlrechts oder den defekten PCOS-Maschinen, ist es umso erstaunlicher, dass einige Bezirke in der ARMM eine 100%ige Wahlbeteiligung haben. Der übliche Durchschnitt der Wahlbeteiligung bei den Zwischenwahlen, liegt landesweit bei rund 70-75%.

Auch wenn es nicht unmöglich erscheint, diese 100% zu erreichen, ist es statistisch unwahrscheinlich, diese Wahlbeteiligung zu erreichen, bestätigt Pablo Manalastas, Wahlbeobachter und IT-Experte. Aber laut der Wahlbeobachtungs-Organisation Namfrel, sei das Ergebnis nicht überraschend, schließlich lief es schon immer so in der ARMM.

Die ARMM hat den Ruf, die Hauptstadt des Wahlbetrugs in den Philippinen zu sein, trotz der automatisierten Wahlen. Im Vorfeld der Wahlen, hat die Wahlkommission 280.000 Namen aus der Wählerliste der ARMM gestrichen, da dies Mehrfachregistrierungen oder „Geistwähler“ waren. Die ARMM besteht aus den Provinzen Basilan, Lanao del Sur, Maguindanao, Sulu und Tawi-Tawi.

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Historisch gesehen ist die ARMM eine Bastion des Betrugs, was Namfrels Erfahrungen der Vergangenheit bestätigen. Im Jahr 1984 entdeckte Namfrel sogar einen ganzen „Geist Barangay“ mit fiktiven Wahlergebnissen. Die Einführung der Automatisierung hat es nicht verhindert, die Wahl zu verhöhnen.

Im Jahr 2007 wurde es ausländischen Wahlbeobachtern nicht erlaubt, Wahlbezirke in Maguindanao zu inspizieren. „Die Stimmzettel sind bereits ausgefüllt. Wenn ein Wähler in seinen Wahlbezirk geht, findet er heraus, dass schon jemand für ihn gestimmt hat. Manchmal erlauben sie ein paar Wählern zu wählen, um dem Ganzen den Anschein zu verleihen, dass die Wahlen auch tatsächlich stattfinden.“

Warum ist Wahlbetrug bereits eine selbstverständliche Gewohnheit für einige, vor allem in der ARMM? Ein Bewohner der ARMM erklärt, dass die Kandidaten und ihre Anhänger alles dafür tun, um zu gewinnen, da die Begleitung eines öffentlichen Amts, eine Frage des Überlebens für den gesamten Clan darstelle. „Wenn einer gewählt wird, dann hat der gesamte Clan Arbeitsplätze. Es ist ihre Einnahmequelle und Lebensgrundlage. Deshalb machen sie sicher, dass sie die Wahl gewinnen.“


Quelle u.a.: www.rappler.com/nation/politics/elections-2013/29515-70-precincts-post-100-turnout,-mostly-in-armm