Wahl 2013: Wo sind 11,9 Millionen Stimmen abgeblieben?

16. Mai 2013 – Was ursprünglich eine schnelle Zählung sein sollte, hat sich in ein Schneckentempo verlangsamt, zwei Tage nach der zweiten automatisierten Wahl des Landes.

Seit Dienstag Morgen, liegt der Anteil der ausgezählten Wahlbezirke konstant bei 69%. Am Mittwoch Morgen nach 11 Uhr, haben insgesamt 24.090 Wahlbezirke landesweit noch nicht dem Comelec „Transparency Server“ ihre Daten übertragen.

Diese Bezirke umfassen 15,4 Millionen Wähler oder fast ein Drittel aller Wähler landesweit. Bei einer geschätzten durchschnittlichen Wahlbeteiligung von 77,26% bedeutet dies, dass dem System immer noch rund 11,9 Millionen Stimmen fehlen.

Die Auszählung startete um 19:30 Uhr am Montag, mit der Übertragung von 30 Wahlbezirken. Die größte Datenmenge kam gegen 20:30 Uhr, wodurch die Gesamtzahl der ausgezählten Bezirke auf 17.303 anstieg von zuvor 80 Bezirken. Erfolgreiche Datenübertragungen kamen danach in kleinen Schritten – um die Tausend. Aber seit Dienstag 10:29 Uhr gingen lediglich Daten von weniger als 100 Bezirken ein.

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Comelec Chef Sixto Brillantes wies am Mittwoch Befürchtungen über Manipulationen zurück, nachdem er Verzögerungen bei der Senats-Auswertung unerklärt ließ. Brillantes verwies auf die Stimmauszählung bei der Senatswahl im Jahr 2010, die ebenfalls länger dauerte. Damals wurden 5 Tage nach der Wahl lediglich 9 Senatoren ernannt. Und nun sei es erst der zweite Tag.

Der Wahlleiter sagte jedoch, dass einige „technische Probleme“ die Übermittlung der Ergebnisse behinderten. Er weigerte sich jedoch diese Probleme zu benennen. Angesichts dieser Probleme, stellt sich die Frage, wie die Comelec garantieren kann, dass es keine Manipulationen bei der Übertragung der Ergebnisse gibt?

Als Antwort auf diese Frage lehnte Brillantes es ab, spezifische Maßnahmen zu skizzieren, sagte aber: „Alles ist sicher. Das ist die primäre Verpflichtung und Verantwortung der Comelec. Ich denke, wir haben bereits einen Erfolg bei dieser Wahl erzielt. Wir wollen nichts, das diesen Erfolg zu diesem Zeitpunkt verhindert.“

Brillantes erklärte, dass schlechte Telekommunikations-Signale die Übertragung behinderten, aber das „Hauptproblem“ seien Streitigkeiten und unvollständige Ergebnisse.


Quellen u.a.: www.rappler.com/nation/politics/elections-2013/29290-comelec-canvassing-manipulation
und www.rappler.com/nation/politics/elections-2013/29254-2013-elections-quick-count-votes-missing