Taiwan fordert von den Philippinen Bezahlung der Blutschuld

11. Mai 2013 – Der taiwanische Präsident Ma Ying-jeou erwägt Sanktionen gegen die Philippinen wegen der Erschießung eines taiwanischen Fischers, unter breiter öffentlicher Empörung über Manila.

„Wir werden auf jeden Fall Gerechtigkeit für unseren Fischer fordern. Dabei schließen wir auch die Ergreifung von Sanktionen gegen die Philippinen nicht aus.“ sagte Ma. „Die Philippinen beschossen ein unbewaffnetes Fischerboot. Dies ist sehr brutal und kaltblütig.“ sagte er und wiederholte Taipehs Forderung an Manila sich zu entschuldigen, den Mörder festzunehmen und eine Entschädigung zu leisten.

Einige taiwanische Abgeordnete forderten von ihrer Regierung, die Rekrutierung von OFWs einzufrieren, aus Protest gegen den Beschuss durch die philippinische Küstenwache eines taiwanischen Fischerboots. Die taiwanischen Behörden sagten der 65-jährige Fischer Hung Shih-cheng kam während des Vorfalls ums Leben, bei dem das Boot außerdem mit mehr als 50 Einschusslöchern gespickt wurde.

Mas Regierung kam unter Druck der Opposition und der Medien, Maßnahmen zu ergreifen, da die Philippinen eine Entschuldigung verweigerten und behaupteten, die Küstenwache habe lediglich die illegale Fischerei bekämpft.

Der Sprecher der philippinischen Küstenwache, Kommandant Armand Balilo sagte, der Vorfall ereignete sich in philippinischen Gewässern und ihre Besatzung habe ihre Aufgabe pflichtgetreu ausgeführt, die illegale Fischerei zu stoppen. „Wenn dabei jemand ums Leben kam, hat er unser Mitgefühl, aber verdient deshalb keine Entschuldigung.“ sagte Balilo. Hungs Sohn verwies inzwischen darauf, dass das Boot nicht in philippinischen Gewässern kreuzte.

Eine taiwanische Zeitung nannte den Vorfall einen „Kriminalfall“ und fordert von Manila, die volle Verantwortung zu übernehmen. „Die unzivilisierte Aktion der Philippinen, verletzt offensichtlich maritime Übereinkommen. Die taiwanische Regierung muss Massnahmen ergreifen, die Rechte unserer Fischer zu verteidigen und ähnliche Tragödien zu verhindern.“ hieß es in einem Artikel.

Eine andere Tageszeitung nannte den Beschuss „einen Akt der Barberei“ und sagte, die Taiwaner „fordern verärgert die Bezahlung der Blutschuld.“ Einige taiwanische Internet-Nutzer griffen angeblich mehrere Webseiten der philippinischen Regierung am Freitagabend an, laut der Zeitung.


Quelle u.a.: www.rappler.com/world/28805-taiwan-threatens-sanctions-over-ph-shooting