Boracay: Können sich 1,5 Mio. Touristen irren? (Teil 2)

Sie gingen einkaufen an den Ständen, die Schmuck und Tand aller Couleur verkauften. Sie gingen zu Partys in den zahlreichen Bars, die tropische Erfrischungen versprachen. Sie wollten ein schönes Abendessen wählen, mit Meeresfrüchten von Ständen, wo die Vorspeisen auf Eis lagen.

Und sie haben es auf Henna-Tattoos und Kokosnussöl-Massagen abgesehen, die von eifrigen jungen Unternehmern angeboten werden. Es war alles ein wenig erdrückend. Und traurig. Kinder bettelten, gelegentlich auch Mütter mit einem Baby und einem weiteren Kind mit ausgestreckter Hand.

Wir benötigten kein Henna-Tattoo und auch keine Kokosnussöl-Massage und wir wollten uns auch nicht für diese bettelnden Kinder schuldig fühlen. Wir brauchten eine Klimaanlage, ein paar Medikamente gegen Entzündungen und einen guten Schlaf sowie das Versprechen vom ‚Discovery Shores‘, dem Hotel, das mich zu diesem Boracay-Fieber Traum brachte.

‚Travel & Leisure‘ hatte es zum viert besten Hotel weltweit gewählt. Ohne der Optimist zu sein, dessen war ich mir sicher – obwohl ich nicht weiß, warum – würde ich meinen Platz in der Sonne schon finden.

Auswandern - Den Kulturschock überwinden

Also ging ich am nächsten Morgen früh zum White Beach. Der Himmel war ein trübes Grau, die selbe Farbe einiger Perlen, die Straßenverkäufer bereits anboten. Arbeiter räumten den Müll aus dem Sand, während Kinder und ihre Eltern sich tummelten.

Im wachsenden Licht, konnte ich schon die ‚Paraws‘ sehen, die Segelboote, die parallel zum Ufer fuhren. Ich könnte aber auch aus dem Wasser bleiben, dachte ich mir, um das Gefühl für die Insel zu bekommen.

Statt am Strand ein Boot zu buchen, arrangierte ich es über das Hotel und später an diesem Morgen bestiegen wir den Ausleger Kevin 2 und waren schon bald jenseits von Crocodile Island zu einem Schnorchel Aufenthalt.

Ich sprang in meine Schnorchelausrüstung und entspannte ein wenig, bis ich mich erinnerte, dass die Korallen, die jetzt klar zu sehen waren, so stark beschädigt waren, dass der ‚Philippine Daily Inquirer‘ im vergangenen Jahr berichtete, dass weniger als 10% davon in ihrem ursprünglichen Zustand verblieben sind. Korallen sind von entscheidender Bedeutung für das marine Leben. Und ich machte das mit meinem Ausflug auch nicht besser. Ich stieg aus dem Wasser …

Wir fuhren zur Crystal Cove Island, wo andere Besucher sich in ihre Grotten drängten, um die Falken und Philippinischen Adler zu sehen. Sie sahen wie die Insel selbst, verwahrlost aus. Es war Zeit für Discovery Shores, von dem ‚Travel & Leisure‘ behauptete, „schlichte Eleganz“ zu bieten.

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Unser Zimmer im Discovery Shores war im maurischen Stil, aber die Dinge besserten sich. Unsere Unterkunft beinhaltete ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer und eine kleine Küche, wo alles mit kleinen gelben Blüten dekoriert war, im Kontrast zur brillant weißen Bettwäsche und den Wänden.

Man erklärte uns, jemand würde uns bald zur Begrüßung eine Fußmassage geben. Was könnten wir als nächstes tun? Wir hätten schwimmen gehen können, aber der Pool wurde gerade repariert. Es gab keine Parade hier, niemand versuchte uns etwas zu verkaufen (außer einer Coke und einem Cocktail). Wir saßen ebenfalls draußen in dem nahe gelegenen Restaurant. Inzwischen war ich ein Gewohnheitstier und bestellte wieder den Fisch, der jedoch kaum anders schmeckte, als der am Vorabend.

Wir reisten am nächsten Morgen mit einem frühen Flug zurück nach Manila. So konnten wir zwar nicht mehr das Spa probieren, aber das war OK. Keine noch so große Anzahl an Wellnessanwendungen hätte meinen Eindruck von Boracay geändert, ein Ort für Partygänger oder reiche Leute zu sein, von denen ich weder das eine noch das andere bin.

Das war keine Liebesehe – nicht für mich. Vielleicht vor 30 Jahren, als Boracay und ich weniger „verbaut“ waren.

Wir verabschiedeten uns und fuhren zurück nach Manila, wo uns der Smog, der Verkehr, die Hitze und Schwüle mit offenen, verschwitzten Armen begrüßten. Es tat gut, wieder hier zu sein.

Zum 1. Teil …


Quelle: http://www.latimes.com/travel/la-tr-boracay-20130526,0,236631.story