Boracay: Können sich 1,5 Mio. Touristen irren? (Teil 1)

30. Mai 2013 – Derzeit diskutieren viele Magazine und Medien in den Philippinen über einen Bericht der ‚Los Angeles Times‘, der die „Auszeichnungen“ Boracays in Frage stellt und zu dem Schluss kommt, dass die Kriterien der „Auszeichnenden“ nicht dem durchschnittlichen Touristen entsprechen. Während es natürlich die üblichen Beleidigten gibt, die wegen der bereits kleinsten Kritik einschnappen, findet ansonsten eine sachliche Auseinandersetzung mit den Inhalten statt.

Hier der Artikel (oder im englischen Original und voller Länge HIER):

Können ein und eine halbe Million Menschen sich irren? So viele Urlauber werden es voraussichtlich in diesem Jahr sein, die Boracay Island besuchen.

Kann ‚Travel & Leisure‘ sich irren? Das ist das Magazin, das Boracay zur weltweit besten Insel krönte.

Kann sich ‚TripAdvisor‘ irren? Das ist die Website, die Boracay als ‚Travellers Choice 2013 Winner‘ bezeichnete.

Nach meinem Besuch im vergangenen Jahr auf dieser Insel 250 Meilen südöstlich von Manila, habe ich entschieden: Ja, sie könnten sich irren. Oder irregeführt worden sein. Oder ich könnte mich irren.

Ich schätze, dass die Besucher die an der Abstimmung teilnahmen, keine Kalifornier des gehobenen mittleren Alters waren, die sich einbilden Strandkenner zu sein. Vielleicht fühlen sie sich auch nicht schuldig an der Armut oder den Umweltschäden. Vielleicht waren sie klug genug, um nicht auf der Höhe des Habagats oder der Taifun-Saison zu kommen.

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Wenn das der Fall ist, genießen sie vielleicht die Erholung vom Smog, dem Verkehr, der Hitze und Schwüle Manilas.

Eigentlich genoss ich die Erholung vom Smog und Verkehr Manilas. (Die Hitze und Schwüle nahmen wir jedoch mit.) Ich mochte den Strand (sobald er jeden Morgen gereinigt war) entlang des berühmten White Beach und dem badewannenwarmen Wasser. Ich empfand die Menschen ganz großartig.

Aber was ich nicht fand, war das erhoffte Stück vom Paradies, das den Platz an die Spitze meiner Lieblingsziele für Sonne und Strand schießen würde.

Wenn Boracay „das“ erste Date wäre, dann gäbe es kein Zweites. Wir waren einfach nicht richtig für einander geschaffen. Ich hätte das wissen müssen, praktisch von der ersten Minute, als ich im Hotel ankam.

Die Propellermaschine, die meinen Freund und mich am Flughafen Caticlan ablud, war mit gespannten Besuchern gefüllt, alle bereit den Anzug des Arbeitsalltags nach dem stundenlangen Flug abzustreifen und in den Badeanzug zu schlüpfen.

Aber so nahtlos war es denn doch nicht ganz. Zuerst gab es eine Bootsfahrt, die mich ein wenig an jene Schnellboote erinnerte, die in „Miami Vice“ über die Wellen hüpfte. (Dies war kein Schnellboot, sollte ich hinzufügen, aber der Kapitän fuhr es wie eines.) Dann war da noch die Fahrt zum Resort in einem Van, wo wir einen Blick auf das Wasser hatten, das in den Straßen stand nach den letzten Regenfällen und durch die Reihen an maroden Snackläden und Häusern begrenzt wurde, mit Straßen, die wie ein Schlagloch-Parcour waren.

Nach Überwindung der Hindernisse, waren wir schnell in unserem Zimmer, das ein Kingsize-Bett, ein anderes kleineres Bett und einen Begrüßungs-Obstteller hatte. Und noch eins gab’s: ein Plakat auf dem Nachttisch auf dem stand, „Mit Henna-Tattoos, Kokosnussöl oder Haarfärbemittel verfärbte Bettwäsche, wird entsprechend berechnet.“

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Was in aller Welt müsste ich denn schließlich tun, dass ich die Bettwäsche derart beschädige? Es war offensichtlich für das Hotel solch ein Problem, dass sie die Warnung sogar laminierten. Aber warum?

Wir bekamen eine Ahnung, als wir das Abendessen im Hotel-Restaurant einnahmen. Boracay ist in drei „Stationen“ entlang des Strandes aufgeteilt. Wir waren in Station 2 (3 ist preiswerter und 1 ist exklusiver).

Station 2 war an diesem Abend in der Hand eines Team-Building-Events einer Firma, mit einem Zelt voller Menschen, die von einem schlechten Komiker mit einem schrillen Kichern unterhalten wurden.

Und dann begann die Parade von Menschen. Es gab keine Promenade, per se, aber es war ein ständiger Strom von Menschen entlang dem Strand. Nach einer Weile habe ich meinen sehr durchschnittlichen Fisch gegessen und wollte herauszufinden, wohin die Menschen gingen und warum.

Zum 2. Teil …