Todesursache: Polizei behauptet Tuberkulose, NBI Totschlag

24. April 2013 – Hier ein Fall von widersprüchlichen Autopsie-Ergebnissen zweier unterschiedlicher Behörden, der wieder mal zu denken gibt.

Das NBI führte gestern eine erneute Autopsie an der Leiche eines 23-jährigen Mannes durch, der angeblich von Security Guards einer Mall in der Innenstadt von Cebu City übel zugerichtet wurde, nachdem sie ihn des Ladendiebstahls beschuldigten.

Der Gerichtsmediziner der Polizei (PNP) hatte jedoch bereits entschieden, dass der Mann eines „natürlichen“ Todes starb, was allerdings von seiner Familie angezweifelt wird, so dass sie das NBI um Hilfe ersuchten. Die erneute Autopsie wurde von zwei Gerichtsmedizinern des NBI durchgeführt.

Der Rechtsanwalt der Opferfamilie, Anwalt Bernard dela Cruz, berichtete den Medien, dass die Re-Autopsie auf Antrag der Familie des Opfers, Mario Alfie D. erfolge, einem Einwohner von Naga City. Der Rechtsmediziner der Polizei (PNP) kam zu dem Schluss, dass die Todesursache ein „Ersticken durch Blutungen, verursacht von Lungentuberkulose“ war.

Allerdings widersprachen die NBI-Mediziner dieser Feststellung. Die beiden Ärzte sagten, die Todesursache des Opfers war eine traumatische Verletzung im Genick. „Zwei Halswirbel (C2 und C3) waren ausgerenkt, bedingt durch eine Überdehnung.“ berichteten sie.

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Die beiden ergänzten, dass die Lunge gequetscht war, insbesondere die linke Seite. Als Beweis hierfür, verwiesen sie auf eine sichtbare Prellung oder Quetschung des Opfers, auf der linken Seite der Brust. Das Opfer hatte auch Prellungen an seinen Handflächen, der rechten Schulter und dem Rücken.

Die Mutter des Opfers zeigte sich nach der Re-Autopsie erleichtert und glücklich. Sie sagte, sie sei der NBI dankbar, dass sie die Todesursache geklärt hätte. „Wir fragten das NBI um Unterstützung bei der Wahrheitsfindung. Ich weiß, mein Sohn ist gesund und hat keine Tuberkulose.“ sagte sie.

Dela Cruz sagte, sie bildeten jetzt einen neuen Gerichtsfall. Dafür starteten sie die Durchführung der Untersuchung. Die vorläufige Information war zunächst, dass das Opfer einen Ladendiebstahl begangen haben soll und ein Paar „Sandugo“ Sandalen mitgehen lassen habe.

Er sagte, das Opfer sei zum Verhör gebracht worden und nach weniger als einer Stunde, brach das Opfer zusammen, woraufhin die Mall-Mitarbeiter, die ERUF (Rettungsdienst) alarmierten. Das Opfer wurde ins Krankenhaus gebracht, wo es jedoch verstarb.

Auf der Grundlage seiner Untersuchung des Mall-Personals, sagte dela Cruz jedoch, das Opfer ging zurück, da er seine Quittung verloren hatte. Die Sandugo Sandalen waren in einer Plastiktüte des Geschäfts gepackt. Er kehrte sogar zur Klärung an die Kasse zurück, wo die Kassiererin einen regulären Kauf bestätigte.

Aber er wurde trotzdem festgehalten und ins Verhörzimmer gebracht. (Vgl. auch den Vorbericht HIER: http://www.philippinen.cc/2013/04/stirbt-ladendieb-durch-festnahme-oder-epileptischen-anfall/. Interessant sind dabei die Abweichungen in den Beschreibungen, die eine gezielte Manipulation vermuten lassen …)


Quelle: http://www.philstar.com/cebu-news/2013/04/24/934352/nbi-vs-pnp-findings-death-mauling-not-tuberculosis