Stürzte ermordeter Australier in Olongapo über Privatleben?

8. Apr. 2013 – Paul Davy war ein rätselhafter Mann – ein „netter Kerl“ aber auch ein „knallharter Chef“, ein „wenig ein Einzelgänger“ und genauso auch „ein Lebemann“. Eines ist sicher: der 53-jährige Australier hatte ein kompliziertes Privatleben, von dem ihn ein Teil wohl am Samstagabend einholte, als er mit einem platzierten Kopfschuss, regelrecht hingerichtet wurde, in einem Strandrestaurant in den Philippinen.

„Wenn einem eine Kugel durch den Kopf geht, ist das eine unangenehme Erfahrung.“ sagte Mick Hay, Inhaber des Blue Rock Beach Resorts in Olongapo, nahe Subic Bay, wo sich der Mord ereignete. „Ich kann Ihnen das sagen, da ich rechts neben Paul saß, als er erschossen wurde.“ Davy arbeitete die vergangenen 3½ Jahre als Geschäftsführer des Resorts. „Er machte das sehr gut.“ berichtete Hay. „Er war streng, aber das muss man hier sein.“

Die beiden Männer unterhielten sich im Restaurant, als gegen 19 Uhr ein Mann in einem blauen Shirt, Baseball-Kappe und Brille an Hay vorbei ging, plötzlich eine Pistole zückte und Davy einen Schuss in die rechte Schläfe feuerte. „Paul stürzte zu Boden und der Schütze rannte nach draußen.“ berichtete Hay. „Er hielt noch immer die Waffe und so riskierte niemand, ihn aufzuhalten. Dann sprang er auf einen Motorroller und raste davon.“ Hay packte Davy in seinen Van und fuhr ihn in ein Krankenhaus nach Manila, wo er 40 Minuten später verstarb.

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Die Polizei verhörte inzwischen das Personal des Resorts, bei dem die Geschäftsleitung den Ruf hatte, „hart“ zu sein. „Einige der Angestellten sagten uns, dass es einige Arbeitnehmer gab, die erst kürzlich entlassen wurden, ohne eine Entschädigung zu erhalten. Da haben wir zumindest ein Motiv.“ Doch Hay wies das von sich. „Was mit Paul passierte, hatte nichts mit dem Blue Rock zu tun. Es hängt mit seinem Privatleben zusammen.“

Es wird davon ausgegangen, dass Davy, der aus Toowoomba stammte, von seiner Frau und der erwachsenen Tochter in Brisbane getrennt lebte. Er hatte auch eine Partnerin in Angeles City, nördlich von Olongapo, die er alle paar Wochen besuchte. „Er hatte eine 5-jährige Tochter mit ihr. Es gab nie ein Problem. Aber Paul war, was man einen ‚Lebemann‘ nennt. Das war überall bekannt. Und so sind wir zu 90 Prozent sicher, dass seine Ermordung damit etwas zu tun hat.“

Hay sagte, Davy kam vor sieben Jahren auf die Philippinen, aber er habe keine Ahnung, was er davor tat. „In den Philippinen ist es manchmal besser, nicht zu viele Fragen zu stellen.“ meinte Hay.

Nachtrag: Die Polizei gab inzwischen bekannt, dass sie den Roller den der Täter zur Flucht benutzte, rund 3km vom Tatort entfernt gefunden hat. Die Fahndung nach dessen Besitzer läuft noch.


Quelle u.a.: http://www.thecourier.com.au/story/1415279/man-shot-over-private-life-colleague-claims/?cs=5