‚Princess of the Stars‘: 800 Opferfamilien gehen leer aus

2. Apr. 2013 – Um die Mittagszeit am 21. Juni 2008 sank das Motorschiff ‚Princess of the Stars‘ vor Sibuyan Island (Romblon) in rauer See, aufgepeitscht durch Typhoon ‚Frank‘.

Das Passagierschiff im Besitz der ‚Sulpicio Lines‘ war unterwegs von Manila nach Cebu City. Von den mehr als 800 Passagieren überlebten nur 32. Über 300 Leichen wurden in der Such- und Rettungsaktion geborgen, der Rest gilt als vermisst.

Das Sulpicio-Management behauptete, dass „höhere Gewalt“ und nicht ein Motorschaden, zum Sinken der Fähre führten. Gleichzeitig beschuldigte die Reederei das staatliche philippinische Wetteramt (Pagasa) wegen grober Fahrlässigkeit, da seine Ungenauigkeiten bei der Wettervorhersage dazu führten, dass das Schiff sich plötzlich im „Auge des Taifuns“ befand, was zu seinem Untergang führte.

Im August 2008 belegte ein 62-seitiges Gutachten eines Untersuchungsausschusses des Vorfalls, dass Sulpicio Lines für die Tragödie verantwortlich war und forderte die Suspendierung seiner Betriebsgenehmigung.

Am 14. Oktober 2008 wies Richter Silvino Pampilo vom Regional Trial Court in Manila (Amtsgericht) eine 4,4 Mio. Pesos Schadensersatzklage der Sulpicio Lines gegen Pagasa ab, da es keine Grundlage für die Behauptung einer „falschen Wettervorhersage“ fand, die für die Tragödie verantwortlich sei.

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Am 25. Juni 2009 wurde auf Anordnung des Justizministeriums (DOJ) Anklage wegen grober Fahrlässigkeit mit mehrfacher Todesfolge am Manila RTC eingereicht, gegen den Besitzer der ‚Princess of the Stars‘ und deren Kapitän Florencio Marimon, dessen Tod beim Schiffsuntergang vermutet wurde.

Im März 2010 lehnte das DOJ einen Antrag auf Überprüfung der Strafanzeige ab. Der Schiffseigner reichte einen Antrag zur Überprüfung der Ablehnung ein, die aber am 8. Juni 2010 wiederum abgelehnt wurde. Der damalige Justizminister Alberto Agra empfahl ein Gerichtsverfahren gegen die Besitzer des Schiffes durchzuführen.

Laut der Staatsanwaltschaft vom Juni 2010, gab es 135 Fälle (71 in Metro Manila und 64 in Cebu City), die bei den Gerichten von Opferfamilien gegen das Unternehmen eingereicht wurden und Millionen Pesos Schadensersatz forderten.

Nun hat das Berufungsgericht (CA) die Besitzer des gesunkenen Schiffs von der Strafverfolgung entlastet. Das CA hob somit das Verfahren wegen grober Fahrlässigkeit mit mehrfacher Todesfolge, Körperverletzung und Sachschaden auf. Das CA beanstandet hinreichende Beweise, dass die Besitzer einen Einfluss in der Situation ausüben hätten können. Damit untersagt das CA dem Gericht jegliche Strafverfolgung gegen die Eigentümer.

Sulpicio Lines wird mit mehreren See-Katastrophen in Verbindung gebracht, einschließlich des Untergangs der MV Doña Paz im Dezember 1987, das als die weltweit schlimmste Tragödie in Friedenszeiten gilt, da mehr als 4.000 Menschen dabei starben.

Im Februar 2010 änderte Sulpicio seinen Firmennamen und nennt sich seitdem „Philippine Span Asia Carrier Corp.“


Quellen: http://newsinfo.inquirer.net/383095/what-went-before-sinking-of-mv-princess-of-the-stars
und http://www.journal.com.ph/index.php/news/metro/47680-ca-exonerates-sulpicio-exec