Lims und Aquinos Rolle beim Geiseldrama in Manila 2010

21. Apr. 2013 – In der Aufarbeitung der Rizal Park Geiselnahme vom 23. August 2010, schob Malacañang die Empfehlung des damaligen Innenministers beiseite, Manilas Bürgermeister Alfredo Lim wegen „Vernachlässigung seiner Pflicht“ zu suspendieren.

Das Geiseldrama führte zum Tod von 8 Touristen aus Hongkong und dem Geiselnehmer selbst, einem entlassenen Polizisten von Manila. Dokumente von Lims politischen Rivalen zeigen, dass der damalige Innenminister Jesse Robredo, Lim dafür verantwortlich machte, die Situation falsch gehandhabt zu haben, die u.a. zu gespannten Beziehungen zwischen Manila und Peking (insbesondere Hongkong) führte.

In einem Memorandum vom 9. Mai 2012 empfahl Robredo dem Präsidenten, eine einmonatige Suspendierung von Lim. Die Aufzeichnungen zeigten, dass das Memorandum am 11. Mai 2012 zum Malacañang gesendet wurde. Präsident Aquino, ein langjähriger Freund der Familie und politischer Verbündeter von Lim, saß jedoch Robredos Empfehlung aus. Drei Monate später starb Robredo bei einem Flugzeugabsturz.

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Das Innenministerium unter Robredo, führte eine Untersuchung wegen Lims Haftung auf Basis eines Berichts der Justizministerin durch, die bereits Lim als haftbar befand. Lim versuchte, das Verfahren gegen ihn einstellen zu lassen und beschuldigte stattdessen die Polizeibeamten. Er erzählte dem DILG, dass es „seine Macht und Autorität überschritt, zu intervenieren oder die operativen Entscheidungen des Polizeikommandos zu widerrufen.“

Unter Berücksichtigung aller Standpunkte der bei der Beendigung der Geiselnahme Beteiligten, führten zu Robredos Entschluss, dass Lim suspendiert werden sollte. Aquinos Versäumnis Lim zu suspendieren, ist nicht verwunderlich. Er deutete mehrmals an, dass er nicht gewillt sei, Lim und zwei andere enge Verbündete für das Luneta Blutbad die Schuld zu geben.

In einem Bericht vom vergangenen Jahr, zitiert das ‚Philippine Center for Investigative Journalism‘ einen Kommentar Aquinos zur Untersuchung des Vorfalls, wie folgt: „Das ist zu scharf formuliert. Warum verwickeln wir Puno, Lim und Verzosa?“ Er bezog sich dabei auf den Staatssekretär im Innenministerium Puno sowie den damaligen Leiter der ‚National Police‘ Jesus Verzosa. (Puno trat später wegen einer anderen Angelegenheit zurück, während Verzosa in den Ruhestand ging).

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Das Komitee des Justizministeriums befand die drei für administrativ und strafrechtlich haftbar, wegen der falschen Handhabung der Geiselnahme, aber Aquino sprach schnell Puno und Verzosa von der Schuld frei. Das Komitee kam zu dem Schluss, als Lim die Polizei von Manila anwies, den Bruder des Geiselnehmers „nach Tondo zu bringen“, es gleichbedeutend mit dem Auftrag für dessen Hinrichtung war. „Tondo“ war eine Umschreibung für einen Ort für Hinrichtungen.

Im August 2010 entführte der Polizei-Oberinspektor Rolando Mendoza, einen Touristenbus mit 21 Hongkong Touristen, 2 chinesischen Touristenführern und einem philippinischen Busfahrer am Luneta Park, um seine wie er sagte, unfaire Entlassung aus dem Polizeidienst rückgängig zu machen. Mendoza, der schon viele Male für seine Tapferkeit und seinen Dienst geehrt wurde, verlangte wieder in den Polizeidienst eingestellt zu werden. Er behauptete, dass die Erpressungsanklage gegen ihn, die Grundlage für seine Entlassung war, ein abgekartetes Spiel war. Der Ombudsmann weigerte sich später an diesem Tag ihn wieder einzustellen, versprach jedoch seinen Fall zu überprüfen.

Sein Bruder Gregorio Mendoza, auch ein Polizeibeamter ging zum Tatort, um ihn davon zu überzeugen, sich zu ergeben. Aber Lim ordnete Gregorios Verhaftung an, angeblich da er nicht ermächtigt war, an den Verhandlungen teilzunehmen. Der Geiselnehmer, beobachtete alles vom Fernseher des Busses aus, von wo er die Live-Übertragung sehen konnte. So sah er wie die Polizei seinen Bruder fertig machte und Lim die Order gab, ihn zu erledigen. Dies bewegte Rolando Mendoza zum Wendepunkt in dem Drama, der anschließend ein gewalttätiges und tragisches Ende nahm, stellte das Komitee fest.

Ebenso stellte es fest, dass sich Lim gegen eine schnelle Lösung der Geiselnahme stellte, indem er eine „vorläufige Wiedereinstellung“ des Geiselnehmers ablehnte. Dann gab es einen entscheidenden Moment, als Lim den Kommandostand verließ und den Oberkommandierenden, den Polizei-Chef von Manila Rolando Magtibay, zu einem Snack in einem Restaurant einlud.

„Es war der Gipfel der Verantwortungslosigkeit vom Vorsitzenden des Krisenstabs (Lim), den Kommandostand zu verlassen und zusammen mit dem Oberkommandierenden in ein Restaurant zu gehen, mit der lahmen Begründung, dass er hungrig war und noch nichts bisher geschehen sei.

Zu dieser Zeit waren die langwierigen 8-stündigen Verhandlungen bereits zusammengebrochen, nachdem der Geiselnehmer das Angebot des Ombudsmanns ablehnte und dazu überging seine Waffe abzufeuern, was auf einen sehr aufgewühlten psychischen Zustand hindeutete und offensichtlich hohe Aufmerksamkeit erforderte, um eine weitere Eskalation der Situation zu verhindern.“ sagte das Komitee.

Die Handhabung der Geiselnahme verärgerte die chinesischen Behörden. Eine separate Untersuchung durch Hongkongs Regierung kam zu dem Schluss, dass die Geiseln „widerrechtlich getötet“ wurden und beschuldigte die Inkompetenz der philippinischen Behörden als direkte Ursache für den Tod.


Quelle: www.rappler.com/nation/27037-lim-liable-luneta-bloodbath-robredo-report