Demokratische Wahl? – 80% wollen ihre Wahlstimme verkaufen

26. Apr. 2013 – Eine Zeugin, die von einem Bürgermeister der Metro Manila für die kommenden Mai 2013 Wahlen beauftragt wurde, enthüllte jetzt in einer Reportage den systematischen Stimmenkauf.
 
Angel (Name geändert) berichtete, dass der Politiker so viele Menschen wie möglich anwirbt, die bereit sind, ihre Stimme zu verkaufen. Sie sagte, dass die Kandidaten in der Regel Bezirks-Koordinatoren beauftragten, die wiederum Zonen-Koordinatoren engagierten. Diese Zonen-Koordinatoren würden dann Barangay-Koordinatoren suchen, die dann Teamleiter wie sie anheuerten.

Als Teamleiter, sagte sie, rekrutiert man 25 weitere Führer, die dann nochmals sechs bis zehn andere anstellten. Sie sagte, dieser Prozess würde solange fortgesetzt werden, bis sie praktisch in fast jedem Haus der Gegend eine Person hätten.

Angel berichtet, dass sie den „gekauften“ Wählern ein wenig Angst machten, damit sie nicht später wieder aus dem Deal ausstiegen. „Wir verwenden dafür ein wenig psychologische Kriegsführung. Wir behaupten zu wissen, wen sie gewählt hätten.“ sagt sie.

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Aber Wählern wie Ana (Name ebenfalls geändert), die ihre Stimme seit 18 Jahren bereits verkaufen, müssen die Politiker nicht mehr Angst machen. „Der Gouverneur zahlt 1.500 bis 3.000 Pesos für die Stimme.“ sagte sie. Die Politiker bezahlten auch ihr Fahrgeld von Manila nach Samar, wo sie für die Wahl als Wähler registriert ist.
 
Im gleichen TV-Bericht sagte eine Frau, dass sie ihre Stimme an den Meistbietenden verkauft. Zuerst verkaufte sie ihre Stimme für 700 Pesos, später jedoch für mehr als 2.000 Pesos.

Erst kürzlich wurde der Bürgermeister von Santa Maria (Ilocos Sur), Edgar Florendo, mit einer Überwachungskamera dabei erwischt, wie er Geld zählte und dieses zusammen mit einem Muster-Stimmzettel an die Bewohner verteilte. Allerdings, sagte Florendo, dass die Bewohner ihn um finanzielle Hilfe baten und seine politischen Rivalen nun versuchten, ihn zu ruinieren.

Es wurde auch von einer Umfrage der Universität in Butuan City berichtet, die belegte, dass 80 Prozent der Bevölkerung bereit sei, ihre Stimme zu verkaufen. Einige der jungen Wähler gaben sogar zu, dass sie das Geld für Alkohol oder Handy-Load verwendeten.

Trotz klarem Verbot im Wahlgesetz, ist es schwer, diesen Straftatbestand nachzuweisen. So muss dem Geldgeber nachgewiesen werden, dass er tatsächlich mit dem Geld die Stimmabgabe beeinflussen wollte.

(Danke an Haki für den Hinweis auf den Artikel.)


Quelle: http://www.gmanetwork.com/news/story/305541/news/nation/networking-now-a-tool-for-vote-buying