Sabah: Jetzt droht der Albtraum riesiger Flüchtlingsströme

10. März 2013 – Die malaysische Polizei berichtete am Samstag, dass bislang 79 Personen festgenommen wurden. Auch wird angesichts der undeutlichen philippinischen Haltung zu dem Vorfall, der Tonfall verschärft. Im Zusammenhang mit den ins Land eingedrungenen philippinischen Bewaffneten, spricht Malaysia von „Terroristen“ und „Islamisten“.

In der von außen undurchsichtigen Situation gibt es ein weiteres Todesopfer, wodurch sich die Anzahl der bei den Gefechten getöteten Militanten auf mindestens 61 erhöhte. Die Polizei berichtete, dass der Eindringling bei Aufstöberungs-Operationen erschossen wurde, als er den Sicherheitsleuten Widerstand leistete und zu entkommen versuchte.

„Bis jetzt hat die Polizei 79 Verdächtige verhaftet, von denen wir glauben, dass sie mit den Eindringlingen in Kontakt stehen.“ vermeldete die Polizei, ohne weitere Angaben über sie zu machen. Am Freitag wurden mehr als 50 Männer und Frauen außerhalb der Kampfzone verhaftet. Gegen sie wird ermittelt wegen „Unterstützung des Terrorismus“.

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Unterdessen befinden sich bereits viele philippinische Flüchtlinge auf der Flucht. Ankommende Flüchtlinge berichten, dass sie wie Tiere behandelt wurden. „Sie zerrten alle Männer aus den Häusern und traten sie.“ Hunderte von Flüchtlingen kamen bereits in den Philippinen an und der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab.

Viele der blumig beschriebenen „Verfolgungen“ erscheinen unglaubwürdig, jedoch fordern Menschenrechtsbeobachter besseren Zugang, um zu erfahren was wirklich geschehen ist. Dafür bedarf es aber auch der Unterstützung und des Willens der malaysischen Regierung, die derzeit das größte Sicherheitsproblem seit Jahren bewältigen muss.

Aufgrund von massiven Diskriminierungen und Verfolgungen, erwartet das DSWD in den nächsten Tagen Tausende von philippinischen Flüchtlingen. Man befürchtet eine humanitäre Katastrophe, die weit über die von den Deportierungen 2002 entstandenen Problemen hinaus gehen werden. Damals wurden 64.000 illegale Filipinos abgeschoben und deren Versorgung entwickelte sich zum Albtraum für die Behörden.

Viele der derzeitigen Flüchtlinge leben seit Jahrzehnten in Sabah, wo sie ihr Leben, eine Bleibe und Arbeit hatten. Sie finden sich in den Philippinen kaum zurecht. Die humanitäre Katastrophe steht erst am Beginn.


Quellen: www.rappler.com/nation/23432-malaysia-arrests-79-sabah
und http://globalnation.inquirer.net/67981/filipino-refugees-describe-deadly-crackdown-in-sabah