Pulverfass Sabah: der „wilde Osten Malaysias“

5. März 2013 – Der östliche malaysische Bundesstaat Sabah auf der Insel Borneo ist in der Krise, nachdem militante Anhänger eines philippinischen Sultans einmarschierten, um die historischen Ansprüche des islamischen Führers auf das Gebiet zu betonen.

Hier die wichtigsten Details über Sabah und den Aufruhr.

Was ist Sabah?

Sabah ist ein rohstoffreicher malaysischer Bundesstaat von der Größe Irlands an der Nordspitze der Insel Borneo. Es gibt riesige Palmölplantagen, aber auch einige der weltweit besten Tauchplätze und in Regenwald gekleidete Bergrücken, die sich den Spitznamen „Malaysias wilder Osten“ verdienten.

Zusammen mit Sarawak ist es eine von zwei malaysischen Bundesstaaten auf der Insel, die sich diese mit dem kleinen Sultanat Brunei und dem indonesischen Staat Kalimantan teilen. Die Hauptstadt ist Kota Kinabalu.

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Wer lebt in Sabah?

Die Bevölkerung Sabahs hat eine eigenständige Identität, die sich gegenüber der Festlandbewohner Malaysias unterscheidet, die von muslimischen ethnischen Malaien dominiert wird, während sich Sabahs traditionelle Bevölkerung überwiegend aus Volksstämmen Borneos zusammen setzt, von denen heute viele Christen sind.

Der Regierung in Kuala Lumpur wird seit mehr als drei Jahrzehnten vorgeworfen, dass sie illegal Hunderttausenden von muslimischen Ausländern die Staatsbürgerschaft erteilte, als Gegenleistung für Wahlstimmen. Die Regierung hat den Vorwurf stets bestritten.

Aber die Bevölkerung Sabahs wuchs von rund 600.000 Bewohnern im Jahr 1970 auf mehr als drei Millionen heute. Dieses Bevölkerungswachstum ist mehr als das Doppelte gegenüber dem nationalen Wachstum, unter steigenden Spannungen zwischen einheimischen Sabah Bewohnern und ausländischen Migranten.

Die Ausländer, vorwiegend bettelarme Wirtschaftsflüchtlinge aus dem benachbarten südlichen Philippinen und Indonesien, werden von Einheimischen für Kriminalität, Drogenmissbrauch und Konkurrenz um Arbeitsplätze beschuldigt.

Die Regierung von Sabah sagte kürzlich, 28% der Bevölkerung des Bundesstaates seien ausländischer Herkunft, berichteten malaysische Medien.

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Was verursachte die aktuelle Krise?

Das Sultanat Sulu kontrollierte einst die Sulu Inseln im muslimischen Süden der Philippinen und einen Teil von Borneo, einschließlich Sabah, aber der Fortschritt des europäischen Kolonialismus erodierte seine Macht.

Offiziell wurde Sabah im Jahre 1878, über einen lose formulierten Vertrag an ein britisches Handelsunternehmen verpachtet, das den Weg frei machte und es schließlich im Jahr 1963 an die neue Nation Malaysia abtrat.

Während Sabah florierte, blieben die entfernten Sulu Inseln unter den ärmsten Teilen der Philippinen und ein Nährboden für Aufständische, die von einer muslimischen Heimat träumten, die unabhängig von der Regierung in Manila ist.

Nachkommen des Sultans von Sulu haben weiterhin eine symbolische Pacht von Malaysia in Höhe von 1.700 $ pro Jahr für Sabah erhalten unter einem mit den Europäern geschlossenen Vertrag.

Die genauen Forderungen der Eindringlinge bleiben unklar, aber sie haben Unzufriedenheit mit dem laufenden Stand der Dinge zum Ausdruck gebracht.

Gab es zuvor bereits ähnliche Übergriffe?

Sabah erlebte früher bereits kleinere grenzüberschreitende Überfälle von Islamisten und anderen Banditen aus den benachbarten südlichen Philippinen, die seit Jahrzehnten Aufstände durch militante Muslime gesehen haben.

Der größte Vorfall, wurde durch eine philippinische militante islamische Gruppe durchgeführt, die 21 meist westliche Urlauber als Geiseln aus dem malaysischen Tauchresort Sipadan entführten, die sie dann auf die philippinische Inseln verschleppten. Sie wurden später freigekauft.

Zwei Malaysier wurden von einer Plantage in der Region im November entführt und vermutlich in den südlichen Teil der Philippinen gebracht.

Was steht auf dem Spiel?

Der Vorfall verbirgt das Risiko, Spannungen zwischen der Bevölkerung Sabahs und Filipinos zu schüren.

Unterdessen könnte die schwache Sicherheit in Sabah das Ansehen der malaysischen Regierungskoalition schädigen, die im Juni Wahlen durchführt.

Auch die Philippinen beobachten eng jede Auswirkung auf ihre Friedensvereinbarung mit der wichtigsten muslimischen separatistischen Gruppe MILF, die einen jahrzehntelangen Aufstand beenden soll.


Quelle: http://www.abs-cbnnews.com/focus/03/04/13/sabah-lives-nickname-wild-east