Mindanao 1 (Davao / Samal / Mt. Apo)

Blick auf Davao

Blick auf Davao

Nachdem das Auswärtige Amt seine Reisewarnungen für Mindanao, im Vergleich zu Warnungen der Vergangenheit, deutlich entschärft hat, bieten wir diesen Reisebericht an, unter dem Hinweis, vor eventuellen Planungen die aktuellen Reisehinweise des AA zu beobachten.

Davao City ist die größte Stadt Mindanaos und nach Metro Manila und Metro Cebu die drittgrößte Metropolenregion des Landes. In diesem Bericht geht es von Davao City auf die Insel Samal und und im zweiten Teil weiter nach Mati, Cateel und Cagwait. Auf dem Weg dorthin bietet sich ein Abstecher zum Cape San Agustin im Südosten der Insel Mindanao an. Das Reisen östlich von Davao ist zwar problemlos möglich, sollte aber vor Einbruch der Dunkelheit beendet werden. Die touristische Infrastruktur ist noch im Entstehen.

Natur in Samal

Natur in Samal

Die Tour beginnt am Flughafen von Davao. Der Airport wird täglich von Manila, Cebu, Iloilo, Kalibo und anderen Flughäfen angeflogen. Mehrmals pro Woche fliegt auch Silk Air von Singapur aus, Davao direkt an. In Davao gibt es viele gute Unterkünfte für jeden Geldbeutel. Für Familien mit Kindern bietet es sich an, auf Samal Island zu übernachten. Nur 30 Minuten vom Flughafen der Millionenstadt entfernt liegt das Paradiese Island Beach Ressort www.paradiseislanddavao.com. Am dortigen Strand kann man sich gut vom Flug erholen und auch das beste Restaurant der Insel Samal kennen lernen. Das Resort verfügt über eine eigene Fährlinie. Links vom Paradise Island Beach Ressort befindet sich das Blue Jaz. Auch dort kann man gut verweilen, wenn auch in etwas anderer Atmosphäre. Samal hat touristisch ein paar kleine Highlights. So gibt es unweit der lustigen Hauptstadt Pinaplata einen schönen Wasserfall (Hagimt Falls). Pinaplata hat via Babak eine direkte Busverbindung nach Davao City. Start direkt neben dem Magsaysay Park. Letzte Fähre 22.30 Uhr.

Fledermaushöhle bei Babak

Fledermaushöhle bei Babak

Es wird gerne ein Ausflug zum White House Monkayo angepriesen. Die Ruine ist zwar nicht allzu sehenswert, jedoch hat man einen sehr schönen Ausblick auf Davao, vor allem am frühen Morgen. Der schönste Strand der Insel liegt im Süden (Kaputian White Beach). Wenn man/Frau auch mal strenge Gerüche aushält, lassen sich nördlich von Babak noch einige Fledermaushöhlen besuchen.

Häufig wird behauptet in Canibad wäre der schönste Strand der Insel. Diese Behauptung trifft meiner Meinung nach jedoch nicht zu. Wenn man nicht auf Samal wohnt, setzt man mit der Fähre über. Die Fahrt kostet 260 Pesos (PKW). Zunächst muss der Reisende nach Penaplata, der Hauptstadt der Insel. Außer der Verwaltung, mit den dazu gehörenden Behörden, hat der Ort nichts zu bieten. Unweit finden sich die Hagimit Falls. Vor rund 15 Jahren noch ein Paradies – nun ein “develop“ Freizeitziel der Filipinos. Auch wenn die Menschen heute stolz berichten, dass sich das Land entwickelt und doch alles besser als früher wäre.

Mount Apo

Mount Apo

Um nach Canibad zu gelangen muss man zunächst zur Inselhauptstadt. In Penaplata fährt man Richtung Municipal (es gibt eine direkte Busverbindung ab Magsaysay Park – Davao City – bis 22.00 Uhr, der Bus fährt direkt auf die Fähre) und dann nach Osten. Kurz hinter dem Rathaus beginnt die Roughroad. Nach gut 90 Minuten geht es dann steil bergab und man sollte für diese Steigung das richtige Fahrzeug nutzen. Im Ort selbst (ca. 25 Häuser, die meist Rechtsanwälten oder Chinesen gehören) gibt es ein Ressort unter deutscher Leitung. Zivile Preise aber bei unserem Besuch leider nur bedingt empfehlenswert, da Personal und Verpflegung zu wünschen übrig ließen.

Davao City selbst ist die zweitgrößte Stadt des Archipels. Beim Aufenthalt selbst bemerkt man dies nicht ohne weiteres. Taxifahrer neigen kaum dazu, Umwege zu fahren und Ampeln sind recht neu im Straßenbild. In den Malls gibt es alles was man braucht. Die wenigen guten Restaurants liegen mehr oder weniger im Zentrum. Davao City hat keinen Strand den man ohne Gefahr für die Gesundheit empfehlen könnte.

Der Eagel Park

Der Eagel Park

Am Stadtrand liegt das beliebte und immer schöner werdende Davao Eagel Camp. War die Anlage vor Jahren noch eher ein Provisorium, so wird es nunmehr immer mehr ein Ort für Familienausflüge. Auch die Temperatur ist hier gleich 4 bis 5 Grad niedriger, was so manchen Ausländer dazu veranlasst, sich in der Höhenlage ein Haus zu kaufen.

Etwas weiter Stadt auswärts gibt es ein paar schöne Beachresorts für Tagestouren. Erwähnt sei hier das “Mergrande“. Es liegt direkt am Meer und hat neben einer Poollandschaft einen pechschwarzen Strand.

Etwas weiter in Richtung Torril gelangt man zu einer Abzweigung, die den Besucher direkt zu dem Mount Apo Nationalpark führt. Die 12 km die dann folgen gehen kontinuierlich bergauf. Hier liegt der Eden Nature Park & Resort. Vom Parkplatz aus geht man zunächst zur Rezeption. An der Kasse bezahlt man keinen Eintritt, sondern eine Mahlzeit. Pinoy Lunch Buffet (450 Pesos) oder Imbiss (120 Pesos) inklusive Softdrink. Wer den Moutain Trail nicht erwandern will, kann gegen Aufpreis (120 Pesos) an einer Rundfahrt teilnehmen. Diese Fahrt führt durch den ganzen Park und bietet dem Besucher einen grandiosen Ausblick.

Gemüseanbau im Eden Park

Gemüseanbau im Eden Park

Inday und ich sind natürlich gestählte Wanderer, so dass wir auf die Rundfahrt verzichteten. Zu guter Letzt waren wir am Ende, als ein heftiges Gewitter aufzog, doch froh, dass diese Fahrzeuge durch den Forst pendeln. Der Wanderweg ist angeblich 6 km lang. Allerdings hat man die Höhen und Tiefen wohl vergessen. Natürlich kann man dort zu relativ hohen Preisen auch übernachten http://edennaturepark.com.ph.

Das Freizeitangebot geht vom Fischen über das Pferdereiten zu einer sogenannten „Zipline“, die über die Bäume hinweg rauscht. Darüber hinaus gibt es noch ein Dorf „Model Pinoy“.

Beachtung soll hier Indays vorbildliches Schuhwerk finden. Sie hat die ganze Strecke (2,5 Std.) mit diesen Wanderstiefeln ohne zu murren zurückgelegt. Und nachdem mein äußeres Erscheinungsbild am Ende des Tages Ähnlichkeit mit Reisbauern hatte, war sie noch immer makellos. Zu Beginn folgt man einem kühlen Bach durch den Wald. Diesen hat vor über 30 Jahren, der Besitzer mit Bäumen aus allen Teilen des Landes aufgeforstet. Anfangs des Weges ist dieser sehr schön gepflegt.

Davao Festival

Davao Festival

Für den Wanderer wird der Weg immer interessanter. Es finden sich zahlreiche Pflanzen, die man gar nicht erwartet. Was ich bereits am Start ahnte, bewahrheitete sich dann am Ende des Weges: Wir trafen nur einen Filipino (nämlich den Guard) und sonst niemanden!

Der Weg wird im Verlauf robuster und zunehmend steiler. Der Wanderer erreicht nach gut zwei Stunden eine Anhöhe. Von der aus hat man bei gutem Wetter eine Aussicht bis Samal und darüber hinaus. Auch werden dort die verschiedensten Gemüsesorten angebaut, die man sich wünscht: Salat, Rucola, Tomaten usw. Den Touristen werden von den Hochbeeten Küchenkräuter (Rosmarin, Koriander, Basil, Sellerie usw.) zum schnuppern und probieren angeboten.

Am Infocenter wieder angekommen kann man die leckeren Sachen vom Feld als Salat ordern. Schmeckt und ist preiswert. Natürlich braucht die Bedienung in der Höhenluft etwas länger aber man ist ja nach dem Rundkurs auch nicht sonderlich durstig ;-).

DKB-Partnerprogramm

Davao City hält jedes Jahr zwei große Feste ab. Im März findet das “Araw ng Dabaw“ statt. Dieses erinnert an die Stadtgründung vor über 76 Jahren. Sonntags ist dabei die Innenstadt teilweise für den Verkehr gesperrt und verschiedene Gruppen aus den Stadtteilen Davaos nehmen an dem Umzug teil.

Die wohl noch mehr gefeierte Fiesta der Stadt ist das „Kadawayan sa Dabaw“ Festival. Im Jahr 2013 findet dies vom 14. bis 16. August statt.

Autor des Reiseberichtes: Michael Noetzel

COPYRIGHT: Die Bilder dieses Berichts sind Eigentum des Autors. Jegliche anderweitige Verwendung ist ohne schriftliche Genehmigung des Autors nicht gestattet. (Bei Bedarf stellen wir gerne den Kontakt her.)

Die Bilder aus Mindanao zum genießen:
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