Chronologie des blutigen Freitag in Sabah

2. März 2013 – Nach 17 Tagen, erklärte die malaysische Regierung gestern das Ende der 17-tägigen Konfrontation, angezettelt von Anhängern des Sultan von Sulu in Lahoud Datu, Sabah. Aber es forderte seinen Preis. Und die Anhänger des Sultans behaupten, es sei noch nicht vorbei!

Im Laufe des gestrigen Tages gab es widersprüchliche Berichte von den verschiedenen Seiten zur Lage des Konflikts in Sabah. Am Ende war nur eines klar: Schüsse fielen und Menschen kamen ums Leben. Hier die Abfolge der Ereignisse um Sabah, die am Freitag, den 1. März durchsickerten:

10:00 Uhr – Die Nachrichten melden, dass malaysische Sicherheitskräfte damit begonnen haben, auf Filipinos zu schießen, die sich in Sabah verschanzten.

In einem Interview sagte der Anführer der Gruppe, Rajah Mudah Kiram, Bruder des Sultans von Sulu: „Wir werden beschossen!“ Der interviewende Radiosender, bestätigte auf seinem Twitter-Account, dass Schüsse während des Interviews zu hören waren.

Aber der Außenministeriums-Sprecher Raul Hernandez konnte den Bericht nicht bestätigen. Innenminister Mar Roxas, lagen auch keine überprüften Berichte vor, sagte jedoch verärgert in einem Interview die Worte: „Weil sie so dickköpfig sind!“, bezogen auf die Familie des Sultans Jamalul Kiram III.

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12:30 – Der Sprecher von Kiram, Abraham Idjirani, hält in Taguig eine Pressekonferenz und sagt, mindestens 10 Menschen wurden getötet und 4 bei dem Angriff verletzt. Er behauptete auch, dass eines der Opfer eine Frau sei und die malaysischen Sicherheitskräfte Scharfschützen platziert hätten, um das Gelände herum.

Der malaysische Premierminister Datuk Seri Najib Tun Razak wird mit den Worten zitiert, dass die Anhänger des Sultans das Land verlassen müssen: „Die Gruppe muss erkennen, dass das, was sie tun, ein schweres Vergehen darstellt und ich hoffe, dass sie das friedliche Angebot so schnell wie möglich annehmen.“

Als widersprüchliche Berichte aufkommen, nahmen die Wahlkampfkandidaten in Pampanga ihre Kampagne wieder auf und bekundeten ihre Unterstützung für Präsident Aquino, der bereits auf dem Weg in die Provinz war.

13:00 Uhr – Malaysia bestreitet zuerst geschossen zu haben. Auf seinem Twitter-Account sagte Malaysias Innenminister Hishammuddin Hussein, dass die malaysische Sicherheitskräfte nicht einen einzigen Schuss abgefeuert hätten.

In einem Interview erklärte Hishammuddin die Frist für Kirams Anhänger Sabah zu verlassen als bereits abgelaufen. Er bestritt auch die Behauptung des Sultanats, dass bis zu 10 Personen während des Vorfalls ums Leben kamen. Er sagte, es gebe „Null“ Opfer.

14:00 Uhr – Die philippinische Regierung sagte durch ihre stellvertretende Sprecherin Abigail Valte, es gab kein Feuergefecht und auch keine Todesfälle! Es wurden lediglich Warnschüsse abgefeuert.

„Zunächst einmal wollen wir festhalten, dass es kein Feuergefecht gab. Zweitens, jemand feuerte einen Warnschuss ab und diese beiden Personen wurden festgenommen, aber sie wurden sofort wieder freigelassen. (Anm. Originialtext: ‚Second, someone fired a warning shot and these two people were detained but they were immediately released.‘)“ sagte Valte.

14:00 Uhr – Aquino kommt mit seinem Wahlkampfteam in Pampanga an und beobachtet die Situation in Sabah, während der Kampagne. Auf der Bühne entschuldigt sich Aquino vor der Menge, warum er ständig die Bühne verlasse. Er verkürzte schließlich seinen Besuch in Pampanga.

„Verzeihen Sie mir. Sie haben sicher davon gehört, dass in Sabah etwas im Gange ist. Es sieht so aus, als ob es vorbei sei. Ich kenne nicht die vollständigen Details. Ich erwarte, dass wenn ich in Manila zurück bin, die vollständigen Details von dem erhalte, was in Sabah passiert ist. Wahrscheinlich müssen wir dort erst mal die Dinge in Ordnung bringen.“ sagte Aquino.

15:00 Uhr – Malaysia erklärt, durch eine Stellungnahme des philippinischen Außenministerium, dass nur 3 Personen bei dem Gefecht starben.

Obwohl der Sprecher des Sultanats Sulu, Abraham Idjirani darauf besteht, dass 10 Menschen in dem Vorfall getötet wurden, berichtet der malaysische Botschafter in Manila, Dato Mohd Zamri Kassim bei einem Treffen mit Außenminister Albert del Rosario, dass nur 3 Leben zu beklagen seien, nämlich der Besitzer des Hauses, in dem die Kirams untergebracht waren und zwei Mitglieder der malaysischen Sicherheitskräfte.

Kassim fügte hinzu, dass ein malaysischer Polizist verwundet wurde und 10 Anhänger des Sultans von Sulu sich den malaysischen Behörden ergeben hätten. Mit dieser Entwicklung, erklärte Malaysia die 17-tägige Belagerung in Sabah als „beendet“.

16:00 Uhr – Die Philippinen bitten offiziell die malaysische Regierung, zu erklären was in Lahoud Datu vorgefallen ist.

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16:30 Uhr – Der Sprecher des Sultans berichtet Reportern, dass 100 Filipinos in Sabah verhaftet wurden, das Signal zum Beginn eines harten Durchgreifens.

19:00 Uhr – Malaysia gibt endlich zu, dass 12 Filipinos bei dem Feuergefecht getötet wurden. Sabahs Polizeichef Hamza Taib bestätigt, dass 12 „Eindringlinge“, die ihr Lager verließen während des Zusammenstoßes starben.

Premierminister Najib Razak sagte, zwei malaysische Polizisten wurden auch bei dem Gefecht getötet, während 3 weitere verwundet wurden. Razak wurde mit den Worten zitiert, dass er „sehr traurig“ über den Vorfall sei, aber die „Gnadenfrist für die Gruppe, Sabah zu verlassen“ sei vorbei.

20:00 Uhr – Malacañang räumt ein, die Konfrontation sei nicht vorbei. Noch immer stünden sich malaysische Sicherheitskräfte und Anhänger Kirams in Sabah gegenüber. Die Aquino-Regierung richtete einen weiteren Appell an die Familie Kirams, auf die Philippinen zurückzukehren.


Quelle: www.rappler.com/nation/22876-sabah-bloody-friday