Freigelassene Abu Sayyaf Geiseln: „Wir wissen nichts“

5. Feb. 2013 – 7 Monate und 20 Tage nach ihrer Entführung, haben die langen Turbulenzen des Kameramanns Ramilito Vela und des Tontechnikers Rolando Letrero ein Ende – aber die Hintergründe ihrer Freilassung sind noch völlig unbekannt.

In einer Pressekonferenz am Montag, den 4. Februar wurden die freigelassenen Männer nach ihrer Ankunft in Manila kurz den Medien vorgestellt. Laut Vela, wurden er und Letrero von dem jordanischen Journalisten Baker Abdulla Atyani angeheuert, um über Muslime in Mindanao einen Dokumentarfilm zu drehen … In der Nacht ihrer Freilassung am Samstag, den 2. Februar, wurden ihnen von der Abu Sayyaf Pferde gegeben, mit denen sie von den Bergen absteigen konnten.

Der Ritt brachte sie in die Hauptstadt Jolo. Vela und Letrero checkten dann in einem Hotel ein und riefen die Behörden an. „Wir wissen nicht, ob Geld bezahlt wurde oder es Verhandlungen gab. Wir wissen nichts, wir waren nur überrascht. Wir waren schockiert, dass wir Knall auf Fall in der Provinz Sulu waren. Ich war geschockt.“ sagte Vela.

Innenminister Roxas erklärte, die Details rund um die Freilassung seien noch unklar. Aber die beiden würden zu einer Nachbesprechung eingeladen. Ihre Berichte helfen der Polizei sich ein besseres Bild davon zu machen, wie sie zunächst gefangen wurden, welche Qualen sie während der Entführung erlitten und wie ihre Freilassung sich ereignete.

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„Wir wissen nicht, ob Lösegeld bezahlt wurde. Wir kennen nicht die Gründe ihrer Freilassung … so ist für uns die Nachbesprechung sehr wichtig, um operative Details darüber zu erhalten, was tatsächlich passiert ist.“ sagte Roxas.

Im Juni 2012 wurden Vela, Letrero und Atyani von der Abu Sayyaf entführt. Die drei hatten sich mit den Banditen zu einem Interview getroffen, wurden aber von ihnen gefangen genommen. Atyani ist angeblich noch immer in den Händen der Abu Sayyaf.

Die Polizei bestätigte, dass Atyani noch am Leben sei und in regelmäßigen Abständen seine Familie in Dubai mit einem Handy anrufen würde. Ihr letztes Gespräch war allerdings im Dezember 2012. Die Abu Sayyaf habe sich geweigert, ihre Lösegeldforderung von 3 Mio. US$ zu verhandeln. Man sei ständig mit Al-Arabiya in Verbindung, dem Arbeitgeber Atyanis.

Die Abu Sayyaf ist angeblich auch in Kontakt mit Atyanis Familie, ihr letzter Kontakt stammt vom Januar. Abgesehen von den Berichten von Vela und Letrero, erklärte Roxas, dass der Geheimdienst bei der Suche nach Atyani, die Polizei unterstützt. Vela berichtete auch, dass Atyani stinksauer auf seine Häscher wegen der Entführung war. „Wenn Muslime andere Muslime töten dürften, hätte Atyani bereits versucht, die Abu Sayyaf zu töten.“ sagte er.


Quelle: www.rappler.com/nation/21049-freed-asg-hostages-we-don-t-know-anything