UN erteilt den PH eine Ohrfeige in Sachen Menschenhandel

9. Nov. 2012 – Die UN-Sonderberichterstatterin über Menschenhandel, schloss ihren 5-tägigen Besuch in den Philippinen ab und veröffentlichte einen vorläufigen Bericht über ihre Mission am Freitag.

Joy Ngozi Ezeilo sagte, Menschenhandel in den Philippinen ist noch immer ein wachsendes Problem. Sie forderte die philippinische Regierung auf, Maßnahmen zur Bekämpfung des Menschenhandels umzusetzen.

Die UN-Sonderberichterstatterin sagte, sie sah ein starkes Engagement der Regierung bei der Bekämpfung des Menschenhandels, insbesondere durch die Unterzeichnung mehrerer wichtiger Pläne und Abkommen, einschließlich des Palermo-Protokolls der Vereinten Nationen von 2000.

Ezeilo begrüßte auch das Friedensabkommen zwischen der Moro Islamic Liberation Front (MILF) und der philippinischen Regierung. Sie sagte, dies wird ein Faktor bei der Verringerung des Menschenhandels werden, da viele der Opfer durch den Konflikt vertrieben wurden.

Doch sie wies auch darauf hin, dass mehrere wichtige Herausforderungen bei der Bewältigung des Problems des Menschenhandels weiter existierten. Zum einen, sagte Ezeilo, bedarf es der Standardisierung der Datenerhebung, da Informationen derzeit verwirrend oder manchmal gar widersprüchlich seien. Sie bemerkte auch, das es eine zu geringe Erfassung der Menschenhandelsfälle im eigenen Land gäbe.

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Es scheint auch ein mangelndes Bewusstsein einiger Regierungsvertreter bei dem Problem zu geben, vor allem beim Menschenhandel für „Arbeit“. Ezeilo sagte, dass es erst 2 Verurteilungen im Zusammenhang mit diesem Phänomen gab. Sie sagte auch, dass die Durchsetzung der Gesetze und die Unterstützung der Opfer nicht einheitlich seien und vom Willen der lokalen Beamten abhänge.

Aber noch schlimmer sei es, dass die Ursachen von Menschenhandel nicht wirksam angegangen werden, vor allem die Armut, fehlende Chancengleichheit und Geschlechter-Diskriminierung (Anm: so viel zum Thema Gleichstellungsbericht!).

Ezeilo empfiehlt eine eingehende Untersuchung des Themas und die Entwicklung von Instrumenten und Ausbildung der Menschen zur Datenerfassung. Auch drängte sie auf eine breite Informationskampagne zum Thema und dem Training von Polizei, Justiz, Inspektoren, Einwanderungsbeamten und anderen, die mit dem Menschenhandel zu tun haben.

Die Basis sei jedoch die Bekämpfung von Ungleichheit, Armut, Diskriminierung und Vorurteilen. Ezeilo sagte, die Regierung sollte aggressiv Alternativen für den Lebensunterhalt verfolgen, um die potenziellen Opfer von Menschenhandel erst gar nicht entstehen zu lassen.

Der vollständige Bericht der UN-Sonderberichterstatterin zum Menschenhandel, wird dem UN-Menschenrechtsrat im Juni 2013 vorgelegt werden.


Quelle: http://www.abs-cbnnews.com/nation/11/09/12/un-envoy-ph-address-root-causes-trafficking