Kennedy schreibt Sotto: „Ein klarer Fall von Plagiarismus“

11. Nov. 2012 – Lang ist die Geschichte von „Sottogate“, aber die Vorwürfe gegen Senator Tito Sotto reißen nicht ab. Jetzt haben 4 US-Copyright-Inhaber, darunter die Präsidentin des ‚Robert F. Kennedy Centers for Justice and Human Rights‘, RFK’s Tochter Kerry Kennedy sich geäussert.

Begonnen hat es damit, dass Sarah Pope, Janice Formichella und Peter Engelmann eine gemeinsame Erklärung abgaben, in der sie Sotto vorwarfen, ihre Rechte am geistigen Eigentum verletzt und plagiiert zu haben.

Ihr Protest wurde von Sotto und seinen Mitarbeitern schnell abgewiesen, da man seine Echtheit bezweifle und darauf verwies, noch nicht einmal auf einem offiziellen Briefpapier geschrieben zu sein. Dies, nachdem Sottos Stabschef Hector Villacorta gesagt haben soll, sie würden das Thema nur dann behandeln, wenn die Geschädigten eine Beschwerde einreichten.

Die Beschwerde, die sie nun haben, lässt es an Deutlichkeit nicht vermissen. Doch als Formichella über das Thema im ‚Ms. Magazine‘ schrieb, antwortete Sotto flegelhaft: „Sie ist erbärmlich. Sie will damit nur berühmt werden.“

Als Engelman eine Erklärung schrieb, wurde er völlig ignoriert. Und als Sotto wegen seines Plagiats der Kennedy Ansprache, zur Rede gestellt wurde, antwortete der Mehrheitsführer des Senats: „Die Menschen, die dies für ein Plagiat halten, sollten noch einmal darüber nachdenken. Ich habe nicht kopiert, sondern ich habe es übersetzt. Kennen sie nicht den Unterschied zwischen ‚Kopieren‘ und ‚Übersetzen‘? Sie sind einfach dumm!“

Und so bekamen die Herren Sotto und Villacorta diese vierte Beschwerde. Auf offiziellem Briefpapier. Von jemandem, der den Unterschied zwischen einer ‚Kopie‘ und einer ‚Übersetzung‘ sehr wohl kennt und ganz gewiss nicht damit berühmt werden möchte. Denn Frau Kennedy ist das schon, durch die Weiterführung des Vermächtnisses ihres Vaters.

Nun wird Kennedys Beschwerde, zusammen mit denen der drei anderen Autoren, nächste Woche dem Senatsausschuss für Ethik und Privilegien vorgetragen werden.

Sie wurde von einer langen Liste von betroffenen Filipinos eingereicht, die den Mechanismen der philippinischen Demokratie vertrauen. Sie wissen, dass wir uns allzu oft von Unrecht aufschrecken lassen, wir dabei jedoch ermüden und es zur Seite legen und wieder vergessen. Doch dieser Fall zumindest, erfordert den wahren Mut des Senats, da er einen aus ihren eigenen Reihen hinterfragt.

Also schnappen wir uns Popcorn, die Vorhänge des „Kinos Senat“ sind geöffnet. Es wird Zweifel an der Echtheit der Beschwerden geben, obwohl Journalisten aus angesehenen philippinischen Nachrichten-Organisationen, bereits die beteiligten Parteien kontaktiert haben, um sie zu bestätigen. Es wird Behauptungen geben, dass Plagiate kein Verbrechen sind, obwohl es in diesem Fall eine Frage der Senats-Ethik ist, abgesehen von der juristischen Betrachtung.

Justizministerin Leila De Lima hat bereits gesagt, dass Plagiarismus in der Tat eine Straftat darstellt, im Rahmen der bestehenden philippinischen Gesetze und unter dem Cybercrime Gesetz.

Es wird sogar Verschwörungstheorien geben, die dies als einen stellvertretenden Angriff für andere Themen ausgeben, wie der RH Bill, obwohl solche unvermeidlichen Überschneidungen nicht die Gültigkeit der Plagiats-Vorwürfe schmälern können oder die Klarheit von Sottos Verfehlungen in Frage stellen.

Und es wird abfällige Bemerkungen über diejenigen geben, die weiter gegen Sotto Vorwürfe erheben, obwohl sie nichts falsch gemacht haben, außer von den Politikern Rechenschaft zu fordern und das als das eigentliche Ziel sehen.

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Es liegt nun an uns, Ehrlichkeit, Transparenz und Rechenschaftspflicht vom Senatsausschuss zu verlangen. Sotto mag seinen Kritikern mit dem drakonischen Diffamierungs-Paragrafen des Cybercrime Gesetzes gedroht haben, aber selbst Zensur kann kaum heimtückischer sein, als unsere Unaufmerksamkeit, Zynismus und Kurzzeitgedächtnis, worauf bestimmte Politiker langfristig zählen.

Denn das ist kein beneidenswertes Mandat. Die Verantwortung liegt beim Senat, zu beweisen, dass er mit Recht handelt, im Dienste unserer Demokratie und nicht sich selbst oder gegenseitig. Zur Erinnerung: Sotto ist der Mehrheitsführer im Senat und auch ein Mitglied des Ausschusses.

Übrigens: der Beschwerdebrief Kennedys sowie Hintergrundinformationen zum Autor des Artikels, stehen HIER: http://www.rappler.com/nation/15858-kennedy-to-sotto-this-is-a-clear-case-of-plagiarism


Quelle: http://www.rappler.com/nation/15858-kennedy-to-sotto-this-is-a-clear-case-of-plagiarism