Das Maguindanao Massaker – alle wichtigen Fakten

23. Nov. 2012 – Hier die chronologische Abfolge des Maguindanao Massakers. Gelistet werden dabei alle wesentlichen Fakten:

23. November 2009 – Mindestens 21 Menschen, darunter 13 Frauen, werden tot in Maguindanao gefunden, was als das grausamste politische Massaker in die Geschichte des Landes eingeht. Die Opfer waren in einer Gruppe, mit rund 20 anderen Frauen und wurden von über 30 Journalisten begleitet. Sie wollten zum Comelec Provinzbüro in Shariff Aguak fahren, um die Kandidatur des Buluan Vizebürgermeisters Esmael ‚Toto‘ Mangudadatu zum Gouverneur von Maguindanao einzureichen. (Mangudadatu gehört zu einem Clan, der einst mit den Ampatuans verbündet war, hatte sich aber inzwischen bitter mit ihnen überworfen. Mangudadatu wollte für die Nachfolge von Gouverneur Andal Ampatuan Sr. kandidieren und gegen Ampatuans Sohn antreten.)

24. November 2009 – Malacañang nennt den Massenmord „ein Vorfall zwischen zwei Familien in Mindanao“, der „nichts mit Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo oder ihrer Regierung zu tun hat.“ Allerdings sind die Ampatuans dafür bekannt, Verbündete von Frau Arroyo zu sein.

25. November 2009 – Die Zahl der Toten steigt auf 57, als weitere Leichen aus der hügeligen Umgebung ausgegraben werden. Die Abgeordneten reichen eine Resolution für eine Untersuchung des Massenmordes ein, während die Vereinten Nationen das Massaker verurteilen. Auch Journalisten Gewerkschaften nennen die Philippinen als den gefährlichsten Ort für Journalisten, der sogar den Irak überspringt.

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26. November 2009 – Andal Ampatuan Jr. wird unter Arrest gestellt. Er besteht darauf, dass er nicht schuldig ist. Das Militär berichtet von 57 Toten, darunter 30 Journalisten und bis zu 15 zufälligen Passanten, die vorbeifahren wollten, als der Konvoi von Bewaffneten gestoppt wurde.

27. November 2009 – Die Staatsanwaltschaft empfiehlt die Einreichung einer Mordanklage gegen Ampatuan Jr., während Mangudadatu seine Bewerbung zur Kandidatur zum Gouverneur von Maguindanao einreicht.

1. Dezember 2009 – Zwei Polizeibeamte identifizierten den Mann, der angeblich das Kommando über die bewaffnete Gruppe hatte, als Ampatuan Jr. Die Staatsanwaltschaft reicht Anklage wegen 25-fachen Mordes gegen Ampatuan Jr. ein.

2. Dezember 2009 – Die Staatsanwaltschaft klagt Ampatuan Sr. und sieben Mitglieder seines Clans an.

4. Dezember 2009 – Über Maguindanao wird das Kriegsrecht verhängt.

6. Dezember 2009 – 62 Personen werden verhaftet, darunter auch der Ampatuan Patriarch und seine vier Söhne.

8. Dezember 2009 – Der Oberste Gerichtshof genehmigt den Antrag des Justizministeriums (DOJ), das Gerichtsverfahren der Mordfälle von Cotabato City nach Quezon City zu übertragen.

9. Dezember 2009 – Zeugen sagen, Andal Ampatuan Jr. schoss auf alle Leichen, eine nach der anderen mit seiner ‚Baby Armalite‘, um sicherzustellen, dass alle tot waren.

Das DOJ reicht Anklage wegen Rebellion gegen sieben Mitglieder der Familie Ampatuan ein, betont allerdings dass die Mordanklage priorisiert wird.

11. Dezember 2009 – Mehrfache Mordanklage wird gegen 100 neue Verdächtige erhoben, die Mitglieder der Privatarmee des Ampatuan Clans waren.

15. Dezember 2009 – Quezon City Richter Luisito Cortez weigert sich, den Ampatuan Fall anzunehmen, aus familiären Gründen.

16. Dezember 2009 – Der damalige Oberste Richter Reynato Puno ordnet eine neue Auslosung des Falles an.

17. Dezember 2009 – Richterin Jocelyn Solis-Reyes wird per Los der Mordprozess zugewiesen.

28. Dezember 2009 – Die Ampatuan Söhne reichen ihre Gegen-Darstellung ein, in der sie eine Beteiligung an dem Massaker leugnen.

5. Januar 2010 – Andal Ampatuan Jr. plädiert auf nicht schuldig, bei der Anklageerhebung.

12. Januar 2010 – Der Oberste Gerichtshof genehmigt den Antrag des DOJ, den Rebellionsfall gegen die Ampatuans auch nach Quezon City zu übertragen.

13. Januar 2010 – Der Vizebürgermeister von Ampatuan, Rasul Sangki belastet Andal Ampatuan Jr. des Mordes.

27. Januar 2010 – Mangudadatu tritt als Zeuge auf und berichtet, dass Regierungsbeamte Andal Ampatuan Jr.s gewalttätige Natur kannten und er ihm riet, nicht für den Gouverneursposten zu kandidieren.

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3. Februar 2010 – Ampatuan Jr. wird wegen 15 weiteren Morden angeklagt, für die er alle auf unschuldig plädiert.

9. Februar 2010 – Der Anwalt von Ampatuan Jr. reichte einen Antrag auf Befangenheit gegen Richterin Reyes ein.

9. März 2010 – Ein neuer Zeuge namens ‚Jesse‘ sprach mit Reportern und sagte, er sei einer der ernannten Schützen in dem Massaker gewesen. Er wolle „die Wahrheit sagen“ und Andal Jr. und Datu Kanor hinter Gitter bringen. Kanor, Vize-Bürgermeister von Salibo, wurde als Hauptverdächtiger vom DOJ angeklagt.

29. März 2010 – Aus Mangel an Beweisen, wies das Gericht in Quezon City die Rebellion Anklage gegen Andal Ampatuan Sr. und sechs weiteren Mitgliedern seines Clans, ab.

15. April 2010 – Ampatuan Jr. wird in das BJMP Gefängnis in Camp Bagong Diwa, Taguig verlegt.

17. April 2010 – Der Justizminister Alberto Agra sagte, Zaldy und Akmad Ampatuan würden von der Liste der Angeklagten gestrichen werden.

21. April 2010 – Die Regierung ordnet Agra an, seine Entscheidung mit der Staatsanwaltschaft zu überprüfen.

26. April 2010 – Agra verteidigt weiterhin seine umstrittene Entscheidung und weist Vorwürfe von sich, dass er bezahlt wurde, um die beiden Ampatuans aus der Anklage zu nehmen.

5. Mai 2010 – Agra revidiert seine Entscheidung.

14. Juni 2010 – Der Zeuge Suwaib Upham (‚Jesse‘), wird von einem Einzeltäter in Parang, Maguindanao erschossen.

31. August 2010 – Das Gericht in QC eröffnet das Gerichtsverfahren zum Maguindanao Massaker mit fast 200 Angeklagten und über 500 Zeugen.

1. September 2010 – Richterin Jocelyn Solis Reyes verschiebt die Verhandlung. Verwandte der Ermordeten beschuldigten sie, Anträge der Verteidigung zu begünstigen.

8. September 2010 – Wiedereröffnung des Gerichtsverfahrens; Lakmudin Saliao, eine Haushilfe der Ampatuans bezeugt, dass der Ampatuan-Clan das Massaker beim Abendessen am 17. November 2009 plante.

15. September 2010 – Saliao behauptet, dass Andal Ampatuan Sr. rund 30 Millionen Pesos Bestechungsgeld anbot, einschließlich 10 Millionen Pesos für den ehemaligen Minister Jesus Dureza, im Austausch für die Freilassung von Ampatuan Sr. aus der Haft.

7. Oktober 2010 – Das Berufungsgericht lehnt Zaldys Antrag (im Zusammenhang mit der Entscheidung des Justizministers) ab und behandelt ihn weiterhin als Angeklagten.

4. November 2010 – Der leitende Staatsanwalt Leo Dacera verstirbt an einem Herzinfarkt.

17. November 2010 – Präsident Aquino unterstützt Aufrufe an den Obersten Gerichtshof, eine Live-Berichterstattung des Falles aus dem Gerichtssaal zu ermöglichen.

23. November 2010 – Die Nation gedenkt dem ersten Jahrestag des Maguindanao Massakers. Präsident Aquino sagt, dass die Gerechtigkeit für die Opfer Top-Priorität für die Regierung habe.

31. Januar 2011 – Das Berufungsgericht verwirft Zaldys Antrag, von der Anklage ausgeschlossen zu werden.

3. Mai 2011 – Richterin Solis-Reyes hat die Anfrage von Andal Ampatuan Sr. für einen Krankenhausaufenthalt abgelehnt und ordnet stattdessen eine medizinische Überprüfung der Beschwerden des Angeklagten an.

1. Juni 2011 – Mehr als 18 Monate nach dem Massaker findet die Anklageverlesung gegen Ampatuan Sr. statt. Er plädierte auf nicht schuldig, der Drahtzieher des Massenmordes zu sein.

14. Juni 2011 – Der Oberste Gerichtshof erlaubt die Live-Berichterstattung des Gerichtsverfahrens des Maguindanao Massakers.

7. Juli 2011 – Die Anwälte von Zaldy sagen, ihr inhaftierter Client wolle nun doch nicht Kronzeuge werden, um seinen Vater und Bruder dingfest zu machen.

11. Juli 2011 – In einem TV-Interview sagte Zaldy, er wäre bereit, als Zeuge die Wahrheit zu sagen, auch wenn seine Aussage gegen seinen Vater und Bruder seien.

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21. Juli 2011 – Das Berufungsgericht lehnt Andal Ampatuan Sr.s Antrag ab, von der Liste der Angeklagten in dem Maguindanao Mordfall ausgeschlossen zu werden.

23. November 2011 – Am zweiten Jahrestag der brutalen Ermordung, forderten Angehörige der Opfer das Gericht zu einer schnelleren Bearbeitung des Falles auf.

9. März 2012 – Andal Ampatuan Sr. wurde in ein Krankenhaus gebracht, nach dem er Blut erbrach.

23. März 2012 – Ampatuan Sr. wurde wieder ins Gefängnis gebracht, nachdem das Gericht seine Entlassung aus dem Lazarett, wo er für zwei Wochen untergebracht war, anordnete.

6. Juli 2012 – Richterin Solis-Reyes sagt, sie hoffe das Urteil vor Ende von Aquinos Amtszeit (2016) zu sprechen, als Reaktion auf die öffentliche Kritik an dem langsamen Tempo des Verfahrens.

26. September 2012 – Das DOJ hat offiziell Reynaldo Momay, einen Fotojournalisten aus General Santos City, als 58. Opfer des Maguindanao Massakers anerkannt.

23. Oktober 2012 – Der Oberste Gerichtshof revidierte seine Entscheidung zur Live-Übertragung des Gerichtsverfahrens, um die Rechte der Angeklagten sowie der Zeugen zu schützen.


Quelle: http://newsinfo.inquirer.net/311355/timeline-maguindanao-massacre