Stimmen zum UN-Vorschlag, die Prostitution zu legalisieren

23. Okt. 2012 – Wie nicht anders zu erwarten, hat der Vorschlag der UN, die Prostitution zu legalisieren, in den Philippinen kontroverse Diskussionen ausgelöst. (Vgl. Bericht HIER: http://www.philippinen.cc/2012/10/un-fordert-legalisiert-die-prostitution-in-den-philippinen/)

Stellvertretend für die unterschiedlichen Meinungen, lassen wir hier zwei Frauen zu Wort kommen, die unterschiedliche Positionen vertreten: Die Bürgermeisterin von Davao Sara Duterte-Carpio, die sich für den UN-Vorschlag ausdrückt und die Frauenrechtlerin und Abgeordnete der „Gabriela“ Partei, Luz Ilagan, die ihn ablehnt. Aber es gab auch Meinungen dazwischen.

Luz Ilagan verurteilte den Bericht der Vereinten Nationen, dass die Prostitution in Asien und dem Pazifikraum legalisiert werden sollte, um den Anstieg der sexuell übertragbaren Krankheiten zu kontrollieren. Sie warnte davor, dass der Vorschlag des UN-Berichts, diejenigen die zur Prostitution gezwungen werden, nicht schützen würde.

Ilagan sagte weiter, dass die Legalisierung den Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen und HIV nicht garantiere. Sie sagte, stattdessen sollte der Kongress die Gesetze ändern und die Prostitution entkriminalisieren, um die Prostitution nicht mehr als Landstreicherei zu definieren.

„Unsere gegenwärtigen Gesetze versuchen, nur die Prostituierten zu bestrafen. Unsere Gesetze bestrafen nicht die Zuhälter, die Barbesitzer und Betreiber oder die Kunden der Prostituierten und diejenigen, die diese Frauen missbrauchten.“ sagte Ilagan.

„Prostitution ist eine hoch organisierte und ausbeuterische Systematik.“ argumentierte sie und wies darauf hin, dass die Legalisierung nur den Betreibern und Eigentümern des „Rotlicht Gewerbes“ nutze, die Frauen und Minderjährigen ausznutzten.

Die Bürgermeisterin von Davao City, Sara Z. Duterte-Carpio sagte am Montag hingegen, dass sie den Vorschlag der Vereinten Nationen (UN) zur Legalisierung der Prostitution in den Philippinen unterstütze, um das Problem des Landes, die zunehmende Anzahl an HIV-Infektion anzugehen, vor allem unter Prostituierten Frauen und Kindern.

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„Ich habe keine Probleme damit, so müssen sie sich nicht länger verstecken.“ sagte die Bürgermeisterin. Duterte-Carpio sagte jedoch, dass der Hauptzweck der Legalisierung, die Zahl der HIV-Fälle des Landes zu reduzieren, nicht erreicht würde, da ein großer Teil der Infizierten, homosexuelle Männer seien.

„Wenn man durch Gesetze anerkannt ist, wird man auch durch sie geschützt.“ fügte Duterte-Carpio hinzu. Abgesehen von der Tatsache, dass die Legalisierung der Prostitution, der Regierung helfe, das Gewerbe zu regeln und überwachen, wird dies auch Einnahmen für die Regierung bringen.

Die Bürgermeisterin sagte jedoch, dass auch dann, wenn der Staat die Prostitution im Land legalisiere, es schwierig bliebe, Personen die in „normalen“ Beziehungen seien, zu erreichen. Davao City ist eine der Städte im ganzen Land, mit der höchsten Zahl an HIV-Fällen in den letzten Jahren.

Die Bürgermeisterin sagte, die hohe Zahl der HIV-Fälle in Davao City, könnte auf die aktive Überwachungs-Kampagne zurückzuführen sein.


Quellen: http://globalnation.inquirer.net/53722/gabriela-lawmaker-slams-un-report-on-prostitution
und http://www.sunstar.com.ph/davao/local-news/2012/10/23/mayor-favors-legalizing-prostitution-249331