„God Save the Queen“ Komplott: Mord-Verdächtiger stellt sich

11. Okt. 2012 – Ein ehemaliger Militäroffizier, der an der Entführung und Ermordung des Arbeiterführers Rolando Olalia und seinem Fahrer Leonor Alay-ay im Jahre 1986 beteiligt gewesen sein soll, stellte sich jetzt den Behörden.

Colonel Eduardo ‚Red‘ Kapunan Jr. stellte sich letzten Samstag bei dem Armeechef Generalleutnant Emmanuel Bautista in Fort Bonifacio. Er befindet sich jetzt in einem Militärgefängnis. Das zuständige Gericht wurde über Kapunans Kapitulation informiert. Bautista wartet jetzt, wohin man ihn bringen soll.

Kapunan ist ein ehemaliger Führer der ‚Rebolusyonaryong Alyansang Makabansa‘ (RAM), die gegen die ehemalige Präsidentin Corazon Aquino einen Putschversuch unternahmen. Zu seinen Kollegen in der philippinischen Militärakademie von 1971, gehörten u.a. die Senatoren Panfilo Lacson und Gregorio Honasan.

Gegen Kapunan und 13 weitere wurde im vergangenen Februar durch ein Gericht in Antipolo City ein Haftbefehl ausgestellt. Sie sollen am 17. Oktober angeklagt werden.

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Der Hintergrund

Am 13. November 1986 wurden der Führer der ‚Kilusang Mayo Uno‘ (KMU) Rolando Olalia und sein Fahrer Leonor Alay-ay tot in Antipolo, Rizal gefunden. Ihre Leichen wurden bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Eine Narbe auf Olalias Bein war das einzige Kennzeichen, das seine Identität bestätigte.

Das NBI berichtete 1986 an die damalige Präsidentin Corazon Aquino, dass die Morde ein Auftakt seien für die Inszenierung von „God Save the Queen“, einem Putschversuch der ‚Rebolusyonaryong Alyansang Makabansa‘ (RAM), um das Aquino Kabinett von linksgerichteten Mitgliedern zu befreien.

Im April 1987 reichte die ‚Task Force Olalia‘, welche die Morde untersuchen sollte, Anklage wegen zweifachen Mordes gegen Gilberto Galicia und Sgt. Franco Espartero beim Gericht in Antipolo ein. Im Juni 1990 sprach Richterin Marietta Legaspi, Espartero aus Mangel an Beweisen frei, während Galicia frei gelassen und zum Kronzeugen gemacht wurde.

Im Januar 1998 wurde vom Justizministerium das Verfahren wieder aufgenommen, als sich ein neuer Zeuge meldete, der ehemalige Sgt. Medardo Dumlao Barreto, der mehrere RAM Führer in das Verschwinden und die Entführung von Olalia und Alay-ay verwickelte. Barreto sagte, er habe sich aus Angst gemeldet, da mehrere Militärs, die über die Morde Bescheid wussten, getötet oder unter mysteriösen Umständen in den vergangenen Jahren starben.


Honasan

Mehrere Parteien forderten die Justiz auf, die mögliche Beteiligung von Senator Gregorio Honasan zu untersuchen, der zu der Zeit der Morde ein RAM Führer war.

In seiner 14-seitigen eidesstattliche Erklärung sagte Barreto, Sgt. Felizardo Cabanilla, Transport-Offizier des damaligen Verteidigungsministeriums, hatte vor ihm damit geprahlt, dass er persönlich von Honasan auserwählt wurde, das hinterlassene Chaos „aufzuräumen“, das durch das Fahrzeug verursacht wurde, das Olalias Auto beschattet hatte.

Als er später seine Aussage präzisieren sollte, sagte Barreto, er habe Honasan nicht direkt impliziert und betonte, dass Honasans angeblicher Befehl von einer dritten Person, nämlich Cabanilla weitergeleitet wurde.

Honasan sagte, er habe „absolut nichts damit zu tun“ und betonte, dass er „nur“ an drei Putschversuchen gegen Präsidentin Corazon Aquino teilnahm. Er sagte, dass die „God Save the Queen“ Verschwörung, zu der die Entführung und Ermordung von Olalia gezählt wurde, nicht von der RAM verantwortet wurde.

2 Mordfälle

Im Mai 1998 reichte ein 5-köpfiger Ausschuss des Justizministeriums zwei getrennte Fälle wegen Mordes gegen 13 RAM Mitglieder vor Gericht ein. Angeklagt wurden u.a. auch der pensionierte Colonel Eduardo Kapunan.

Der DOJ Ausschuss beschuldigte die 13 Angeklagten, des offensichtlichen Vorsatzes, der Verschwörung und der gegenseitigen Hilfe, bei der Tötung der Opfer unter Ausnutzung ihrer überlegenen Stärke mit Hilfe von bewaffneten Armee-Männern.

Kapunan und Legaspi suchten Immunität vor Strafverfolgung, mit dem Argument, dass durch Proklamation Nr. 347 von Präsident Fidel Ramos die strafrechtliche Haftung von Rebellen erlischt.

Haftbefehle

Sie sagten, politische Morde, wie der Doppelmordfall Olalia-Alay-ay könnten Teil von zusammenhängenden Ereignissen gewesen sein, die eine instabile Lage schaffen sollten, um einen Staatsstreich zu rechtfertigen.

Im Jahr 2009 wies der Oberste Gerichtshof ihre Petition ab und ordnete die Einreichung der Mordanklage an. Im Februar 2012 stellte das Gericht in Antipolo City Haftbefehle gegen die 13 Tatverdächtigen aus.

Am 24. Juli stellte sich der Angeklagte Perez den Behörden und plädierte später auf „nicht schuldig“.


Quellen: http://www.abs-cbnnews.com/nation/10/10/12/kapunan-surrenders-over-olalia-kidnap-slay
und http://newsinfo.inquirer.net/286854/what-went-before-the-26-year-old-olalia-alay-ay-double-murder-case