Ist die katholische Kirche im Elfenbeinschmuggel verstrickt?

26. Sep. 2012 – Die verdeckten Ermittlungen ‚National Geographics‘, hinsichtlich des globalen religiösen Marktes für Elfenbein, der eine treibende Kraft in der Schlachtung von tausenden afrikanischen Elefanten ist, hat in den Philippinen eine umfangreiche Berichterstattung in den Medien ausgelöst und eine offizielle Untersuchung gefordert.

Bryan Christy berichtet in der Oktober 2012 Ausgabe des National Geographic, dass er auf die Philippinen reiste, um den Elfenbeinhandel des Landes zu verstehen und vielleicht eine Spur zu erhalten, wer hinter den 5,4 Tonnen illegalem Elfenbein steckt, die Zollbeamte in Manila im Jahr 2009 beschlagnahmten, 7,7 Tonnen im Jahr 2005 und 6,1 Tonnen im Jahr 2006 in Taiwan, die jedoch für die Philippinen bestimmt waren. Bei durchschnittlich 22 Pfund Elfenbein pro Elefanten, stellen diese Beschlagnahmungen 1.745 Elefanten dar, schrieb Christy.

Christy traf sich mit Monsignore Cristobal Garcia, ein führender katholischer Geistlicher und einer der bekanntesten Elfenbein Sammler in den Philippinen, der Christy berichtete, dass wenn er ein Elfenbein Santo Niño, also eine Schnitzerei des Christus Kindes kaufen wolle, er diese in die USA schmuggeln müsse. „Wickeln Sie diese in alte, stinkende Unterwäsche ein und giessen sie Ketchup darauf.“ riet Garcia. „So sieht es verschissen aus und blutig. Dann funktioniert das.“ Der internationale Handel mit Elfenbein ist jedoch seit 22 Jahren verboten.

„Wenn diese Behauptung wahr ist, wäre dies illegaler Handel mit Wildtieren und eine internationale Peinlichkeit für die Philippinen und die Filipinos. Das muss aufhören!“ so sagte Antonio Oposa Jr., ein Umwelt-Anwalt der Zeitung ‚Philippine Daily Inquirer‘. „Wir sehen Verstösse gegen das CITES (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeter Arten freilebender Tiere und Pflanzen), Wildlife Conservation Act, Anti-Fencing Law, dem Zollkodex und anderen.“ sagte er.

Oposa sagte, sie hätten das Justizministerium, das NBI und das Umwelt-Ministerium um Untersuchung gebeten, um die Verantwortlichen für den illegalen Handel in dem Land aufzuspüren. „Wir haben auch Interpol aufgefordert, eine Untersuchung durchzuführen, um die Verantwortlichen hinter diesen illegalen Schmuggelbanden zu finden. Seit langem ist in den internationalen Kreisen bekannt, dass die Philippinen eine Quelle für den illegalen Handel mit Wildtieren ist.“ sagte Oposa.

Theresa Mundita Lim, Leiterin des ‚Wildlife Bureaus‘ des Umweltministeriums bestätigte den Eingang der Anfrage des Umweltschutz-Anwalts, laut der Nachrichten-Website Rappler.com. „Wir können jetzt in der Angelegenheit zusammen arbeiten.“ sagte sie.

Der Präsident der Katholischen Bischofskonferenz der Philippinen, Erzbischof Jose Palma, sagte der ‚Sun Star‘ Nachrichten-Website „Die katholische Kirche duldet keine Tötung von Tieren, um sie in religiöse Dinge zu verarbeiten, wie die Stosszähne von Elefanten und diese zu Elfenbeinstatuen zu schnitzen.“ Von Palma wird nun erwartet, dass er eine Aussage über die Vorwürfe gegen Monsignore Garcia tätigt, der laut mehrerer lokaler Medien, sich nach den Vorwürfen gegen ihn krank gemeldet hat.


Quelle: http://newswatch.nationalgeographic.com/2012/09/25/ivory-investigation-sparks-coverage-and-inquiries-in-the-philippines/