Bewaffnete Zusammenstösse drohen im Südchinesischen Meer

25. Juli 2012 – Erhöhte Militarisierung, Nationalismus von Hardlinern und die Weigerung der Länder, aufeinander zuzugehen, um ihre Differenzen über die Gebiete im Südchinesischen Meer zu begleichen, seien eine explosive Mischung, die in bewaffnete Auseinandersetzungen in den umstrittenen Gewässern der Region führen könnte, warnt eine neue Analyse einer internationalen Krisengruppe.

Während die Möglichkeit eines kompletten Krieges zwischen den Ländern nach wie vor gering sei, könnten eskalierende Spannungen zwischen China, den Philippinen und Vietnam plötzlich eine Wendung zum Gegenteil vollziehen, sagte die in Brüssel ansässige ‚International Crisis Group‘ (ICG) am Dienstag.

„Das Versäumnis, das Risiko einer Kollision zu reduzieren, kombiniert mit den internen wirtschaftlichen und politischen Faktoren, die die Ansprüche zu mehr selbstbewusstem Verhalten drängen, zeigten, dass die Trends im Südchinesischen Meer in die falsche Richtung gehen.“ warnte die ICG in ihrem jüngsten Bericht zu den Unruhen in den Gewässern.

Sie sagt: „Spannungen im Südchinesischen Meer könnten allzu leicht in irreversible Bereiche driften“, wenn rivalisierende Länder, sich nicht auf Mechanismen verständigten, um ihren Streit beizulegen.

„Die Gefahr der Eskalation ist hoch!“ sagte die ICG, die Regierungen und weltweite Organisationen berät, wie die Vereinten Nationen, die Europäische Union oder die Weltbank, zur Vermeidung und Beilegung von tödlichen Konflikten.



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Sie berichtet über mindestens 5 „erhebliche Auseinandersetzungen“ zwischen chinesischen und philippinischen Schiffen, allein in den ersten 5 Monaten des Jahres 2011, mit der prominentesten, der Konfrontation zwischen den Philippinen und China im März 2011.

Bei dem Zwischenfall im März 2011, wurde ein philippinisches Schiff bei der Durchführung von seismischen Untersuchungen in der Erdgas-reichen Reed Bank, von zwei chinesischen Überwachungsschiffen der Marine in einen Konflikt verwickelt, die mit aggressiven Manövern das Schiff zwangen, das Gebiet zu verlassen.

Sie betonte auch die Konfrontation im Scarborough Riff im April, welche die bilateralen Beziehungen zwischen den Philippinen und China stark sinken liess.

„Die Philippinen entsandten ihr grösstes Kriegsschiff, um chinesische Fischerboote aufzubringen, was China dazu veranlasste, selbst Schiffe der Marine zu entsenden, um eine Festnahme der Fischer zu verhindern.“ sagte die ICG. „Als Manila das Kriegsschiff durch Schiffe der Küstenwache ersetzte, verharrten beide Seiten in einer langwierigen Starre, die zwei Monate anhielt.“

Die ICG sagte, das Entsenden eines Kriegsschiffes, durch die Philippinen, um die chinesischen Fischer aufzubringen, war das falsche Signal an Peking.

„Die Konfrontation war ein unbeabsichtigtes Spiel mit dem Feuer durch Manila. Die Art und Weise wurde jedoch von einigen regionalen Akteuren, darunter auch China, als Politik des äussersten Risikos angesehen.“ hiess es.

„Peking sah in dem Vorfall die Erlaubnis, den vollen Nutzen aus dem Fehler der Philippinen zu ziehen, da diese durch den Einsatz der Marine zuerst Gewalt angewendet hat. So hatte China die Rechtfertigung, eine robuste Antwort zu demonstrieren mit der Bereitschaft, seine Ansprüche auf das Territorium zu verteidigen.“ sagte die ICG.

Militarisierung, Nationalismus

China und die Philippinen hatten bisher keinen bewaffneten Konflikt über die umstrittenen Gewässer im Südchinesischen Meer. Jedoch hat Vietnam Todesfälle durch die chinesischen Seestreitkräfte in Auseinandersetzungen erlitten.

Die ICG glaubt, dass das militärische Aufrüsten der Länder in der Region, sowie Hardliner Nationalismus, „Öl in das Feuer giesst“.

„Es besteht die Gefahr, beim Spiel mit den militärischen Muskeln, dieses Spiel mit dem Feuer zur unbeabsichtigten Eskalation führen könnte.“

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„Die Spannungen im Südchinesischen Meer werden sich wahrscheinlich nicht vermindern, solange Risiko mindernde Massnahmen zu wenig Zugkraft gewinnen.“ sagte die ICG. „Der innenpolitische Druck auf die politischen Entscheidungsträger der Anspruchsländer, hat die geringsten Abstriche bei ihren Forderungen verhindert.“

Kleinere Scharmützel möglich

Der ICG-Bericht liefert auch Beurteilungen anderer Analysten zum Status des Streits.

Gregory Poling, wissenschaftlicher Mitarbeiter des ‚Center for Strategic and International Studies‘ (CSIS) sagte, dass obwohl das Risiko eines grösseren Krieges zwischen China und den Philippinen oder Vietnam nur gering sei, kleinere Scharmützel sehr wohl denkbar seien.

Er fügte hinzu, dass der einzige Grund, warum China nicht seine militärische Macht einsetze der sei, dass es dann aus der Weltgemeinschaft ausgestossen würde, wenn es andere Länder, wegen der umstrittenen Spratly-Inseln, angreift.

Ian Storey, vom ‚Institute of Southeast Asian Studies‘ (ISEAS) in Singapur, sagte: „Ein Konflikt in den Spratlys ist in niemandes Interesse. Neben der Bedrohung des Lebens, würde eine bewaffnete Auseinandersetzung die regionale Stabilität und damit das Wirtschaftswachstum stören sowie die Freiheit der Schifffahrt gefährden.“

Der 47-seitige Originalbericht steht hier: http://www.crisisgroup.org/~/media/Files/asia/north-east-asia/229-stirring-up-the-south-china-sea-ii-regional-responses.pdf


Quelle: http://www.abs-cbnnews.com/-depth/07/24/12/analysis-armed-clashes-loom-west-philippine-sea