Kontrovers: Ruhestandsziel Philippinen?

Seit rund 3 Wochen rangiert bei uns das Thema „Warum sind die Philippinen ein Ruhestands-Ziel?“ (Detailbericht HIER) unter den Top-Themen, mit rekordverdächtigen Zugriffszahlen. Es entwickelt sich zu einem Dauerbrenner, wie auch die Leser-Kommentare zeigen.

Es scheint sich zu bestätigten, dass es keine universelle Antwort dazu gibt, sondern es immer ein individuelles Abwägen ist. Aufgrund der jeweiligen Lebenserfahrungen, hat jeder andere Prioritäten und Bedürfnisse. Lebensstil und Lebensgewohnheiten spielen eine große Rolle.

Aber auch die eigene Perspektive ist wichtig: befinde ich mich für die Einschätzung im stressfreien Urlaub oder bewerte ich die Situation aus meinem philippinischen Domizil mit den entsprechenden Alltagserfahrungen heraus?

Wie bewertet Ihr die Philippinen als Ruhestandsziel, aus Eurer individuellen Situation und Erfahrung heraus?

Cruzer

Wenn Freiheit irgendeine Bedeutung hat, dann die, den Leuten das sagen zu dürfen, was sie nicht hören wollen.
 
 
 
Nachdem ich mich seit knapp zwei Jahren intensiv mit diesem Thema beschäftige, möchte ich an dieser Stelle die Aufmerksamkeit auf einige Fakten lenken, die m. E. bei diesem Diskurs zu kurz kommen.

Angehörige der europäischen Oberschicht* werden ihren Ruhestand im eigenen Land, in Florida, oder, wenn es sie nach Asien zieht, z.B. in Singapur verleben. Daraus folgt, dass in dieser Diskussion die Oberschicht nicht zu berücksichtigen ist. Selbst wenn es einen Angehörigen dieser Klasse auf die Philippinen ziehen sollte, hätte er dort kein Problem, wie auch sonst nirgends.

Viele Angehörige der Unterschicht fühlen sich zwar aufgrund des durchaus existierenden Preisgefälles berufen, ihr Glück auf den Philippinen zu suchen, scheitern jedoch regelmäßig dabei. Eine genaue Auswertung von Threads in den einschlägigen Foren ergibt, dass daran nicht nur begrenzte finanzielle Mittel schuld sind, sondern auch die in diesem eher bildungsarmen Milieu schwach ausgeprägten Sozialkompetenzen. Diese werden aber gerade in einem völlig fremden Kulturkreis dringend benötigt. Mangelnde Fremdsprachenkenntnisse tun ein Übriges. Die teils abenteuerlichen Versuche von Angehörigen der Unterschicht, „auf eigene Faust“ auzuwandern, sollten bei einer ernsthaften Betrachtungsweise daher ebenso wenig Berücksichtigung finden. Spätestens dann, wenn schwere gesundheitliche Probleme auftreten, was im Alter nicht auszuschließen ist, muss das Unterfangen beendet werden. Das Geld reicht nämlich weder für die zwingend erforderliche private Krankenversicherung oder gar dazu, eine angemessene Behandlung bzw. Pflege selbst zu zahlen.

Bleibt die Mittelschicht. Hier ist es eine Frage der individuellen Einstellung. Finanziell reicht es. Ob es dann auch „mental“ gefällt, bleibt Ansichtssache und ist sehr stark ortsabhängig und vom Umfeld geprägt. Ein Problem diesen Personenkreis betreffend, ist üblicherweise psychologischer Natur und betrifft die Auseinandersetzung mit den, dem europäischen Denken oft diamentral entgegengesetzen Auffassungen bzw. Verhaltensweisen der philippinischen Zeitgenossen.

Sind die Philippinen also ein Ruhestandsziel?
Ja! Grundvoraussetzung ist eine monatliche Rente von mindestens ca. 800 EUR bzw. Erspartes in äquivalenter Höhe. Wer in der Lage ist, sich mit den örtlichen Gegebenheiten bzw. Unzulänglichkeiten zu arrangieren, kommt auf den Philippinen gut zurecht. Wer das aus nachvollziehbaren Gründen nicht möchte, dem ist ein Ruhesitz in einer entsprechenden Wohnanlage zu empfehlen. Dort ist dann fast Alles so wie in Deutschland – nur eben die Preise und das Wetter nicht. Die Vorteile wurden hier in Stevaro’s World an anderer Stelle schon aufgezählt. Zwar ist Thailand in diesem Bereich z.Zt. noch führend, die Philippinen holen aber auf, wie aus informierten Kreisen zu hören ist.

*Die Begriffe Unter,- Mittel,- und Oberschicht sind klar definiert. Als Angehöriger der Mittelschicht wird in Deutschland ein Zweipersonenhaushalt definiert, der über ein Nettoäquivalenzeinkommen/Jahr von über 16.800 EUR bis 36.000 EUR verfügt. Angehörige der Unterschicht verfügen über weniger als 16.800 EUR, Angehörige der Oberschicht über mehr als 36.000 EUR. Für Einzelpersonen gelten 60% dieser Werte. (Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, DIW)

GC

 
 
 
 
Sein Rentnerdasein in der Sonne genießen, wieso nicht? Keine kalten und miesen Winter mehr, jeden Tag frisches Obst und auch mal frischen Fisch, der mal nicht aus der Konserve oder der Plastikverpackung kommt. Das ist schön, und auch mal ausspannen, keinen Stress mehr…- wirklich keinen Stress mehr? (ein Wort, welches ich eigentlich im Paradies dann nicht mehr hören möchte)
Man(n) hat 40 Jahre oder mehr gearbeitet, ein Teil des Körpers ist schon verschlissen (oder man ist schon der 6 Millionen Dollar Mann :-)), das mit den Frauen in Good old Germany ist auch nicht so gelaufen wie man sich das in den feuchten Jugendträumen gedacht hatte, wahrscheinlich schon eine Scheidung (oder mehr) hinter sich, da kann man eins nicht gebrauchen – Stress. Stress macht alt und schleift die Telomerasen ab, also ist es etwas, was man im Paradies möglichst meiden sollte, wie der Teufel das Weihwasser.

Doch der Druck ist einfach zu groß und die Auswahl (an was wohl 🙂 Frauen) ist es auch, und schon dreht sich das Stress Karussell von neuem. Frauen, Mädchen, diese Auswahl, doch „too much Love can kill you Sir“ sagte mir mal eine nette Filipina. Sie hat recht und Sie wird recht behalten. Viele Rentner verschätzen sich krass und Ihre Möglichkeiten, einige stürzen ab, Suff, Frauen, Kohle verzockt, dann kann das Dolce Vita schnell zur Hölle von Vietnam mutieren. Dass man sich verschätzt, mit der Mentalität, dass diese Frauen auch Ansprüche haben, und die werden mit dem Geld was jetzt kommt (vom Rentner) auch mehr werden. Krass verschätzt. Der Bruder braucht Geld für eine Geschäftsidee, wer hat wohl Geld? Der „Monkey“ hat’s wohl, bis er dann nichts mehr hat vom schnöden Mammon. Und dann ist es auch wie in Deutschland, nur man lächelt Dich an, wenn man Dich hintergeht, etc 🙂 )

Ja, auch Frauen kosten Geld und deren Familie sowieso. Also mal öfter nicht träumen, öfter mal in der Realität vorbei schauen, dann wird der Aufprall in eben solcher auch nicht so hart, wenn es mit der „Final Destination Philippines“ mal nicht hinhaut. Doch ein Land, wo man als Grundlektion lernt, sich schon in der eigenen Familie zu bescheißen, und auch sonst es schwer mit der Arbeit hat, wieso auch, es gibt ja Sponsoren. Die Rentner werden es schon richten. Auch wenn es mal unruhig wird oder ein paar Rebellen Ihr Recht mit der AK 47 durch boxen, um altes Stammland zurück zu erobern, wird da ja schon zu Nebensache. Ja, es ist auch mal ruhig, wenn die Reispreise stabil bleiben und genug Tanduay da ist. Ob es sich lohnt, dort Urlaub zu machen (ja), zum Leben auf Dauer (Nee, da gibt es bestimmt besseres, aber besseres mit Englisch könnte schwierig werden).

Auch das Eigentum (Grund und Boden) gehören dem Rentner nicht, dazu muss er erst umständliche die Gesetze umgehen (und da ist ja wieder das Wort, Stress). Auch dass dort immer mehr Filipinos auf immer weniger Land hocken, das stiftet auch nicht gerade Zuversicht in die Zukunft. Und dann muss immer Geld fließen, das die Angehörigen ja bei der Stange bleiben, und das ist Stress, den man sich in Deutschland nicht antun würde. Aber auf den Philippinen geht das schon klar, man(n) hat’s ja. Und mit Kritik, da gehen die Filipinos auch prima mit um (20 Reasons for dislike the Philippines). Aber sonst, ist doch alles ok. Solange die Rente noch für San Miguel reicht, und auch sonst jeder dich mag, wieso nicht. Bei Nichtgefallen gibt man die Frau (Familie, Anhang) einfach beim Zoll ab und sucht sich ein besseres Land – ohne Stress (davon hat man ja genug gehabt). – Viel Spaß beim suchen 🙂

DKB-Partnerprogramm

Cheese-man

 
 
 
 
 
Erst mal die Frage: Warum nicht Ruhestandsziel im Heimatland – hier Deutschland?

Wie weit kommt man hier, z.B. mit zwei Personen und einer Rente von, sagen wir mal zusammen 1500 €? Man lebt – oder vegetiert – vor sich hin, wartet auf die letzten Tage im Altenheim und kann sich, wenn es gut geht, zwei mal im Jahr ’ne Kaffeefahrt leisten. Also es erwarten einen nicht mehr allzu große Abenteuer oder Erlebnisse. OK, hier gibt es, wenn auch mit Einschränkungen, eine einigermaßen gesicherte Gesundheitsversorgung. Die wird aber auch immer brüchiger. Mittlerweile sprechen ja schon so manche ernstzunehmende Experten von einer Dreiklassen-Gesundheit. Die Beiträge zur Kranken- und auch zur Pflegeversicherungen sind schon nicht ohne, die Zuzahlungen bzw. der Eigenanteil würden ein Rentner-Einkommen überlasten. Sprich: Wer sich den Eigenanteil nicht leisten kann, stirbt früher und entlastet somit die Rentenkasse. Dass dabei auch noch so mancher „Sozialpolitiker“ uns weismachen will, es wäre alles nur zu unserem Vorteil, setzt der ganzen Sache nur die Krone auf.

Und nun zu den Philippinen:

Wer die Philippinen und die Lebensumstände der normalen Bevölkerung nicht wirklich kennt, der sollte sich erst einmal gründlich informieren und sich sehr intensiv dort umsehen. Das gilt aber für jedes Land bzw. jede Gegend, in der man sich niederlassen will. Ansonsten gilt: Leben auf den Phil’s muss man erleben, nicht nur in schönen Prospekten erlesen.
Wer wie wir die Philippinen und die Pinoy und Pinay über Jahre hinweg kennen gelernt hat, mit ihnen gelebt hat und auch so manche schlechte Erfahrung gemacht hat, der kann sich dann auch ein Urteil drüber erlauben, ob das der richtige Platz ist, an dem man seinen Ruhestand einrichten möchte. Dazu gehört, dass das normale Leben nicht im Urlaubsparadies stattfindet sondern in einer ganz anderen Welt mit ganz anderen Charakteren unter ganz anderen Bedingungen. Ein gewisses Maß an Abenteuerlust und auch Fatalismus ist da schon eine zwingende Voraussetzung. Das Gleiche gilt für Lebensmittel. Wenn man nach dem Grundsatz „Was der Bauer nicht kennt, f.. (isst) er nicht“ leben will, muss eben teuer (sehr teuer) extra eingeflogene Lebensmittel aus Europa in speziellen Feinkostläden kaufen. Das hieße dann, ein monatliches Einkommen von 2000€ + ist Voraussetzung. Passt man sich jedoch den dortigen Gegebenheiten an, macht auch einige Abstriche bezüglich der eigenen Bequemlichkeiten und versucht sich ein wenig dem „philippinian way of live“ anzupassen, so reicht dort für zwei Personen ein monatliches Einkommen von ca. 1000 € für das Leben aus. Die überschüssigen 500 € können je nach Gusto für z.B. die Gesundheitsversorgung als Privatpatient beiseite gelegt werden.

Wir jedenfalls haben bei unseren nunmehr zehn Besuchen auf den Philippinen so viel gute und auch schlechte Erfahrungen gemacht, dass ich mir – trotz der schlechten – einen Ruhestand in den Visayas als erstrebenswert und dem in Deutschland vorzuziehenden vorstellen kann. Die paar Jahre bis dorthin schaffe ich auch noch. Sie verstärken eher noch meine Vorfreude. Bis dahin werde ich weiterhin jedes Jahr mindestens einmal auf Panay sein – als Käsemann unter Kakaoleuten.

Sagt der Cheese-man

Ludwig

 
 
 
 
Wer seinen (Unruhe)Stand auf den Philippinen verbringen, hier also im Alter leben will, sollte:

  • unbedingt das heiße, feuchte, tropische Klima mögen
  • die Pinoys in und mit ihren Eigenarten eher als Bereicherung und nicht als Belästigung erleben
  • auch vorher schon sich eher „International“ als typisch „Deutsch“ ernährt haben
  • Sinn für Improvisation und Situationskomik haben; also auch Humor
  • bereit sein, Risiken einzugehen
  • viele Gründe haben , nicht in Europa zu leben
  • Reisevorerfahrungen in andere Kulturen haben
  • nicht das Paradies suchen – das gibt es nur in Kirchen und deren Anhängerclubs!

Auch finanzielle Sicherheit und Unabhängigkeit erleichtern den Aufenthalt enorm, Neugier und Interesse für Sprache und Kultur öffnen viele Türen oder gar Tore!

Für mich gilt: Obwohl ich den absolut größten Teil meines Lebens in Europa verbracht, dort gearbeitet und „gelebt“ habe, war mir im letzten 1/5 meiner Berufstätigkeit klar, dass ich den letzten – und kleinsten – Teil meines Lebens nicht in Deutschland verbringen werde; „Etwas Besseres als den Tod findest Du überall“ sagte ich mir und wechselte in eine völlig fremdartige Kultur, die Tropen – fremdartig auch, weil ich mich im Alter von 14 in Deutschland von Kirche und Religion aktiv verabschiedete.

Geübt durch vielfältige Reisen in und durch tropische Länder, in den Jahrzehnten zuvor, war die klimatische Veränderung nichts Ungewöhnliches oder Neues für mich – nur Gewünschtes: Ich liebe Hitze, Sonne, Strand!

Dass das Leben, ganz allgemein, viel billiger ist als in Deutschland, hatte ich bei Aufenthalten in den 10 Jahren vor meinem Umzug auch feststellen können – und auch wenn die Preise hier in vielen Bereichen rasant steigen (Energie, Nahrungsmittel …) sind wir hier auf den Philippinen von der deutschen Preisentwicklung (nach „EURO“-Einführung) weit entfernt, so dass ein großer Teil von „Lebensqualität“, nach meiner Definition, hier mit wesentlich geringeren Mitteln zu erhalten ist; selbst für „europäischen Luxus“ Wein, Lebensmittel ist immer noch mindestens so viel da wie vorher, in Deutschland – eher mehr; Restaurantbesuche kosten nur einen Bruchteil, auch hochqualitative!

Durch die Segnungen der digitalisierten Welt ist man auch immer auf dem neuesten Stand der Kultur (Musik, Literatur, Film, Medien) und kann sogar seine Lieblingssendungen aus dem deutschen TV goutieren.

Was allerdings wirklich fehlt sind die gewohnten Dinge und Situationen, vor allem die Kontakte zu Freunden und Vertrauten, die auch durch noch so viel mailen, skypen nicht wirklich zu ersetzen sind.

Dafür bekommt man sehr viel Neues an Eindrücken und Erlebnissen, sehr viel Freundlichkeit und Fröhlichkeit, Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft und Ideen, auf die man zuvor nicht gekommen wäre.

Dazu eine entspanntere Einstellung zu fast allen problematischen Themen und Inhalten und ein überwiegend besseres Wetter – mir reicht das als Begründung für die nächsten (letzten) Jahre meiner Existenz!

Auswandern - Den Kulturschock überwinden

Stevaro

http://www.stevaro.de
Wer das Leben schiebt, dem enteilt es. (Seneca)
 
 
Oft erlebe ich diese Diskussion, die wie ein Glaubenskrieg geführt wird, als ob es dabei um ein Abwägen zwischen Paradies und Hölle ginge. Die einen erheben sich in snobistischer Art und der Gegenpart agiert wie Hartz4-Empfänger, die ihren „Lebenstraum“ bis aufs Blut verteidigen. Die Wahrheit liegt jedoch für jeden woanders. Die Antwort auf die 10 Punkte ist m.E. daher nicht fix, sondern individuell geprägt.

Im Detail:

1. Die Lebenshaltungskosten liegen zwischen einem Bruchteil der europäischen oder sogar höher als in Europa! Das liegt ganz einfach daran, dass ein Leben nach dem Standard eines Erstweltlandes teurer ist als in Europa selbst. Ob Unterkunft in einem Condo oder internationales Essen. Da wird europäischer Standard schnell zum Luxus.
Doch wer will oder kann schon dauerhaft mit Ratten, Kakerlaken oder Armeen von Ameisen leben? Ähnlich verhält es sich mit den Nachbarn: nächtliche Konzerte von Straßenhunden, Kampfhähnen oder den dauerbesoffenen Karaoke-Fans. Genauso das Essen: wer ein Fan von „Reis mit Fisch“ zum Mittagessen und abends „Fisch mit Reis“ ist, kommt deutlich günstiger davon …
Dieser Punkt ist sehr individuell und muss von jedem selbst beantwortet werden – aber bitte vor Ort und das über einen möglichst langen Zeitraum (mehrere Monate). Schnellschüsse sind hier meist Fehlschüsse.

2. Die Gastfreundschaft der Filipinos ist außergewöhnlich positiv zu sehen und da muss ich einem Kommentator widersprechen, der das anders sieht. Da sollte man vielleicht doch mal selbstkritisch das eigene Auftreten überprüfen … Allerdings wenn man die Gastfreundschaft erwähnt, dann muss man auch über die grassierende Kriminalität wie Korruption, Gewalt, die Drogenproblematik und die teilweise trickreichen bis zuweilen plumpen Methoden mancher Filipinos sprechen, um an Geld zu kommen.
Und schon befinden wir uns wieder bei Punkt 1, mit den Unterkunftskosten. Einbrecher, Diebe, Mörder & Co. kommen dahin, wo sie es vermeintlich einfach haben. Warum nur leben alle Filipinos mit Eigentum wie in einem Gefängnis? Sicherheit ist wichtig! Sobald man in einem Ballungszentrum lebt, umso mehr. Aber auch in der Provinz sollte man an der Stelle nicht sparen.

3. Das Gesundheitswesen wird leider meist extrem geschönt wiedergegeben. Wer von den Filipinos über Geld verfügt, fliegt nach Hong Kong, Singapur oder in die USA, sobald er etwas mehr als eine Erkältung zu behandeln hat. Ganz freiwillig tun das die Wohlhabenden nicht!
Aber man darf auch nicht verschweigen, dass es ein paar gute Ärzte und ein paar Krankenhäuser nach westlichem Standard in Manila und Cebu gibt. Sofern man diese rechtzeitig erreicht und bezahlen kann. Viele Rentner aber spielen gerade hier beim Geld russisches Roulette, denn eine Krankenversicherung kostet Geld, wenn sie was leisten soll … aber wer kein Geld hat, wird im Zweifelsfall zum Sterben vor die Tür geschoben … traurig, aber wahr.

Den Punkten 4-10 kann ich im Wesentlichen zustimmen:
4. Die moderne Welt gibt es auch hier. Allerdings wird auf moderne Technik eine Luxussteuer erhoben, sodass diese teurer als in westlichen Ländern ist, falls es sie überhaupt gibt. Aber durchschnittliche Technik ist preislich vergleichbar.
5. Touristische Ziele gibt es hier einige, auch wenn man über die Details diskutieren könnte.
6. Wellness-Angebote gibt es jede Menge, das versteht sich von selbst.
7. Über die Küche und deren Geschmack kann man streiten, muss man aber nicht.
8. Religionsfreiheit halte ich für einen Rentner nicht wirklich für relevant. Ausüben darf man alles, sofern man dafür gegenseitige Toleranz übt.
9. Das Klima ist fast perfekt und ein ganz großes Plus für das Land, sofern man das tropische Wetter und die permanente Schwüle als Rentner erträgt.
10. Die Sprache ist ebenso ein ganz großes Plus. Lesbar und sprechbar, kann man sich fast überall in Englisch verständigen.

Was aber komplett in dieser Aufstellung fehlt, das sind die sozialen Kontakte. Wer Kinder hat oder einer Arbeit nachgeht, hat da günstigere Voraussetzungen. Aber als Rentner wird es hier schwierig. Denn es ist ja nicht nur eine andere Sprache sondern unterschiedliche Interessen und eine andere Kultur. Von Ausnahmen abgesehen laufen dann die Unterhaltungen über die Boxkämpfe von Pacquiao und über den immer teurer werdenden Tanduay. Themen, die einen Europäer interessieren oder anspruchsvoller sind, gestalten sich da zäh. Und so kommt es dann, dass vereinsamte Rentner Dauergast in Internetforen werden oder den Rest ihres Lebens in der Schnapsflasche verbringen oder gar beidem.

Es ist ein großer Vorteil, seine Brücken nicht komplett abzureissen oder allzu große finanzielle Abhängigkeiten am Anfang einzugehen. Wer ein Haus baut oder kauft, ist damit praktisch schon für den Rest seines Lebens angekettet. Denn selbst ein Auto ist bereits extrem schwer zu verkaufen und wird oft frustriert weitergefahren, bis es auseinander fällt. Investitionen in Immobilien sind nahezu unkündbare Abhängigkeiten! Ähnlich dramatisch ist die Situation von Empfängern kleinerer Renten: da fehlt schnell das Geld, um noch mal lebend Europa zu erreichen! Um seine Welt dann ertragen zu können, lügen sich viele Rentner aus purem Zweckoptimismus selbst in die Tasche und schwärmen von einem Land, das sie in Wahrheit zunehmend hassen oder verfallen in das andere Extrem und werden zu notorischen Nörglern – zigfach selbst erlebt.

Fazit: Das Paradies gibt es nirgendwo und die Hölle kann überall lauern. Das Leben ist das, was man daraus macht – weltweit. Dies an die Fraktion der ewigen Nörgler, ebenso an die, welchen die rosarote Brille angewachsen ist.
Deshalb: Abwägen – individuell entscheiden – und LEBEN!