Weltbank: Kurs stimmt – aber es gibt noch viel zu tun

21. März 2012 – „Entkorkt noch nicht den Champagner.“ Das ist die Kernaussage des jüngsten Weltbank-Quartalsbericht über die Philippinen und die Regierung Aquino täte gut daran, ihre Erkenntnisse und Empfehlungen zu beherzigen.

Auf der positiven Seite, so die Weltbank, hat das Land starke makroökonomische Fundamentaldaten erreicht, wie eine niedrige Inflation, ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum, eine rückläufige Schuldenlast, einen stabilen Bankensektor und ein komfortables Niveau der Devisenreserven.

Auf der Minus-Seite jedoch, stehen hohe Strompreise und der begrenzte Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten für kleine Unternehmen. Hinzu kommen, unberechenbare Regulierungen, ungleiche Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen in Bezug auf die Besteuerung, hohe Kosten und ein langwieriger Prozess bei der Unternehmensgründung und ein begrenzter Zugang zur allgemeinen und beruflichen Bildung.

Das Nettoergebnis der Aufrechnung zwischen den Vor- und Nachteilen ist laut Weltbank, dass das Land noch keinen Wohlstand für die meisten Filipinos verbreitet. Die Realität ist, dass sich trotz einer wachsenden Wirtschaft, die Zahl der armen Filipinos nicht wesentlich verbessert hat. Im Jahr 2009 lag die Armutsquote bei 26,5 Prozent der Bevölkerung, gegenüber 26,4 Prozent im Jahr 2006 und 24,4 Prozent im Jahr 2003.

DKB-Partnerprogramm

Die Weltbank hat zu Recht darauf hingewiesen, dass der Abbau von strukturellen Hindernissen notwendig ist, ein weiteres integratives Wachstum zu erreichen und die Armut in einem schnelleren Tempo zu reduzieren. Der Bericht der Weltbank sieht die Dinge aus einer größeren Perspektive und bietet daher eine ausgewogenere Sicht der wirtschaftlichen und sozialen Lage.

Wenn wir durch die jüngsten Verlautbarungen der Regierung auf die Wirtschaft zu gehen, werden uns wahrscheinlich leuchtende Zahlen präsentiert. Das ‚Board of Investments‘ (BOI) zum Beispiel berichtet, dass die Investitionszusagen ausländischer Investoren im Februar dieses Jahres um 249 Prozent stiegen auf 3,22 Milliarden Pesos von nur 924 Millionen im gleichen Monat des Vorjahres, was als weitgehend dauerhaftes Vertrauen in die philippinische Wirtschaft bewertet wird.

Auf der anderen Seite, berichtete das ‚Bureau of Internal Revenue‘ (BIR) vor kurzem, dass es 85,15 Milliarden Pesos an Steuern im Januar sammelte, ein zweistelliger Anstieg gegenüber den Zahlen von 2011, aber leicht unter dem offiziellen Ziel für den Monat. Das BIR sagte, der 14-Prozent Anstieg bei der Steuererhebung im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres mit 74,57 Milliarden Pesos, sei ein Hinweis darauf, dass die Bemühungen um die Effizienz bei der Steuererhebung und der Verfolgung von Steuerhinterziehern, Früchte trägt.

Es ist leicht, pauschale Schlussfolgerungen auf der Grundlage solcher Daten zu machen, wie gesund doch die Wirtschaft sei. Aber voreilige Verallgemeinerungen dienen keinem anderen Zweck, als alle in Selbstzufriedenheit zu wiegen. Während die Philippinen mehr ausländische Investitionen bekommen könnten, wie das BOI berichtet, sind die hohen Energiekosten ein Faktor, bei dem das Land verliert, im Wettbewerb um Attraktivität für ausländische Investoren.

Auswandern - Den Kulturschock überwinden

Während das Bankensystem in Bargeld schwimmt, zögern die Banken, Kleinst- und Kleinunternehmen zu finanzieren, was helfen könnte, mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Dann gibt es das Versäumnis, den Armen Zugang zu Qualifizierungsmaßnahmen zu geben, was ihre Fähigkeit, qualitativ bessere und besser bezahlte Arbeitsplätze zu bekommen, erleichtern würde.

Damit verbunden ist die Notwendigkeit, die Qualität der Bildung zu verbessern. Von 2000 bis 2010 bildeten Schulen etwa 2 Millionen Krankenpflege-Studenten aus, aber eine nennenswerte Zahl dieser Pflege-Absolventen haben ihren Abschluss erschwindelt. Es wird geschätzt, dass zwischen 200.000 und 300.000 Krankenschwestern arbeitslos sind.

Das BIR mag seine Steuererhebung in letzter Zeit verbessert haben, aber es gibt definitiv noch Raum für Verbesserungen, wie die Steuererhebung für Januar zeigte, die rund 2 Prozent unter dem offiziellen Ziel von 87,28 Milliarden Pesos lag. Die Weltbank empfiehlt eine Rationalisierung des Steuersystems durch die Rücknahme von Vergünstigungen, die einige Unternehmen genießen und durch eine Reduzierung des Einkommensteuersatzes von 30 Prozent, um diesen an wesentlich niedrigere Steuersätze anderer Länder auszurichten.

Die Regierung Aquino ist auf dem richtigen Weg im Kampf gegen Korruption als ein Schlüsselfaktor für wirtschaftlichen Fortschritt. Aber es gibt viele andere Dinge, die von dem Wirtschafts-Team getan werden könnten, neben der bestehenden Ausmerzung der Korruption in den politischen Institutionen. Integratives Wachstum ist ein erreichbares Ziel angesichts des erforderlichen politischen Willens auf Seiten der politischen Führung.


Quelle: http://businessmirror.com.ph/home/opinion/24838-plus-and-minus