UN-Report: häusliche Gewalt gegen arbeitende Frauen

10. März 2012 – Obwohl die Urbanisierung Beschäftigungsmöglichkeiten für Frauen biete, führe dies nicht immer zu mehr Geschlechtergerechtigkeit, sagten die Vereinten Nationen (UN) am Mittwoch, mit dem Hinweis darauf, dass in einigen Ländern wie den Philippinen, arme Frauen, die oft mehr als ihre Männer verdienten, häusliche Gewalt erlebten.

In dem Bericht mit dem Titel „Urbanization, gender and urban poverty: paid work and unpaid carework in the city“, berichten das ‚International Institute for Environment and Development‘ (IIED) und der UN-Bevölkerungsfond (UNFPA), dass der Zugang von Frauen zu bezahlter Beschäftigung dazu führen kann, in einem „Spiel von männlicher Gewalt“ zu enden.

Der Bericht beruft sich auf Daten von den Philippinen und besagt, dass Frauen, die mehr als 50% des Haushaltseinkommens verdienen, über mehr häusliche Gewalt berichten, als diejenigen welche weniger verdienen. „Es gibt Hinweise darauf, dass zumindest ein Teil der geschlechtsspezifischen Gewalt, als Reaktion der Männer interpretiert werden kann, die ihre Männlichkeit bedroht sehen unter der finanziellen Unabhängigkeit der Frauen.“ sagte der gemeinsame Bericht.

Dies gelte vor allem für Frauen in unregelmäßigen, schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs, deren männliche Partner arbeitslos seien oder nur unregelmäßige Arbeit hätten und deshalb finanzielle Schwierigkeiten im Haushalt erlebten. Frauen in besser bezahlten und qualitativ hochwertigeren Arbeitsplätzen hingegen, hätten mehr Ressourcen und Möglichkeiten, sich häuslicher Gewalt zu widersetzen, so der Bericht.

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IIED und UNFPA stellten auch fest, dass berufstätige Frauen benachteiligt seien, da selbst wenn sie eine Arbeit ergreifen, um das Haushaltseinkommen zu ergänzen, sie immer noch stark von unbezahlter Hausarbeit belastet werden. „Wirtschaftliche Krisen und Umstrukturierungen erfordern größere Zeitinvestitionen, für die oft bezahlte Arbeit der Frauen bestimmt sei.“ so der Bericht.

„Dies scheint aber nicht im richtigen Verhältnis durch eine entsprechende Zunahme der unbezahlten Hausarbeit der Männer zu erfolgen.“ laut dem Bericht. Eine Aussage bei der Vorstellung des Berichts durch ‚UNFPA Executive Director‘ Babatunde Osotimehin unterstreicht dies: „Die Aspekte der Veränderung der familiären Beziehungen und die Aufteilung der Hausarbeit, sind eng mit der Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und der Beendigung der Gewalt gegen Frauen, verbunden.“

Camilla Toulmin von der IIED sagte: „Die politischen Entscheidungsträger sollten hinter Einkommen und materiellen Wohlstand in ihren Planungen sehen, so dass sie alle Formen der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern angehen können und das Potenzial der Urbanisierung zur Verbesserung des Lebens der Menschen nutzen.“

IIED und UNFPA sagten, die Gleichstellung der Geschlechter ist eine dringende Frage, da der aktuelle wirtschaftliche Rückgang wahrscheinlich tiefe geschlechtliche Auswirkungen haben wird. Schwache Exporte der Länder mit niedrigem Einkommen führen zu sinkender Produktion, Beschäftigung und Einkommen sowie einer Verschlechterung der Arbeitnehmerrechte, vor allem in Branchen, die überwiegend Frauen beschäftigten.

Der Bericht sagte weiter: „Aktuelle Forschungen in den Philippinen zeigten, dass Frauen, die die Mehrheit der Beschäftigten in der Elektronik-, Halbleiter-, Telekommunikations- und der Bekleidungsindustrie bilden, von der Krise am stärksten betroffen sind.“ Im vergangenen Jahr fielen die Elektronik Exporte des Landes um 23,7%. Die gesamten Warenausfuhren fielen ebenfalls um 6,9%.


Quelle: http://www.bworldonline.com/content.php?section=Nation&title=Gender-inequality-present-despite-urbanization&id=48067