Sinulog (Teil 1)

Das Sinulogfestival wird jährlich am dritten Sonntag des Januars in Cebu City gefeiert. Dieses farbenprächtige Fest findet zu Ehren des Jesuskindes, auch bekannt als der „Santo Niño“ (das heilige Kind), der gleichzeitig der Schutzpatron der Stadt ist, statt. Die Tanzrituale sollen an die islamischen und animistischen Ursprünge Cebus erinnern sowie der Aufnahme des katholischen Glaubens. Soweit die Tradition.

Bei der Straßenparade tragen die Teilnehmer bunte Trachten und tanzen zu heimischen Klängen und Trommelrhythmen. Inzwischen ist das Fest stark kommerzialisiert und wird immer stärker als Touristenattraktion vermarktet. Es gibt Preise zu gewinnen, wer unter den aus dem ganzen Land antretenden Gruppen, die beste Performance abliefert! Das Finale dieses Wettbewerbs findet dann gewöhnlich im Stadion des Cebu City Sports Complex statt.

Das Sinulogfest des letzten Jahres in Cebu City war natürlich auch für uns ein Anlass, Land und Leute zu beobachten, etwas in die Kultur einzutauchen und einen „bunten“ Bericht zu geben. Aber Vorsicht: Objektivität kann es dazu keine geben, nicht mal aus dem permanent über dem Geschehen kreisenden Helikopter. Die Kommentierung der Bilder sollte man deshalb mit einem Augenzwinkern begleiten …


Hier am Fuente Osmena (4-spuriger Kreisverkehr) startet der Festumzug und zieht ins Stadion. Polizei und Militär sind präsent, da Trickdiebe und andere Gauner auch „mitfeiern“. Wobei die beiden hübschen Polizistinnen … da hofft man doch fast auf ein Wiedersehen beim nächsten Falschparken …


Bei frühzeitigem Erscheinen (nach deutscher Uhrzeit, statt Filipino-Time) gibts auch einen perfekten Platz: erste Reihe am Startplatz. Zum Nachteil des Platzes später mehr … Gegenüber im Cebu Midtown Hotel haben sich viele Schaulustige einquartiert. Wobei die ja eine Lupe zum Schauen brauchen.


Und dann begann der farbenfrohe und musikalische Umzug, bei dem sehr viele Regionen des ganzen Landes Tanz- und Musikgruppen schicken. Den Siegern winkt ein stolzer finanzieller Preis, sofern er nicht gestohlen wird, wie in diesem Jahr.


Hartes Training und viel Zeitaufwand konnte man den Truppen ansehen. Trotzdem waren die meisten von ihnen fröhlich und mit Spaß dabei. Endlich können sie zeigen, was sie drauf haben.


Bewundernswert waren auch die Kostüme, die mit viel Liebe zum Detail gefertigt wurden. Genau genommen ist das schon mehr als ein Hobby … das ist ein Lebensgefühl!

Auswandern - Den Kulturschock überwinden


Lebensfreude kommt hier zum Ausdruck, der in Europa vielen Menschen fehlt. Unbekümmerte und unbeschwerte Menschen freuen sich darauf, anderen etwas vorführen zu dürfen.


Diese Tanzgruppe hatte mit Sicherheit mehr als 100 Mitglieder. Da zig verschiedene Gruppen teilnahmen, kann man sich leicht ausmalen, was an diesem Tag für ein Umtrieb in der Stadt herrschte, auch wenn rund 1 Million Menschen hier leben. Die ganze Stadt bestand an diesem Tag nur noch aus „Sinulog“.


Sind das jetzt Notenschlüssel oder Dollars? Oder nichts dergleichen? Nicht alles auf den Philippinen ist immer gleich so tiefgründig! Wo spazieren nur meine unkontrollierten Gedanken wieder rum … ?


Die nächste Truppe stammte von der Nachbarinsel Negros. Wer keine Kopfbedeckung hatte, half sich mit einem T-Shirt. Obwohl an diesem Tag kaum die Sonne schien, das stundenlange Harren, bewirkte den einen oder anderen heftigen Sonnenbrand.