Kontrovers: Sexualmorde an Kindern

Während in Deutschland, laut dem Magazin Spiegel, die Sexualmorde an Kindern auf durchschnittlich 4 pro Jahr zurückgingen, erreichen die Philippinen diese Anzahl innerhalb von 4 Wochen. Und das sind nur diejenigen, über die bei uns hier berichtet wurde, Grenzfälle und nicht berichtete Fälle erhöhen die Dunkelziffer!

Was läuft in dieser Gesellschaft schief, dass solche Abartigkeit derart floriert?




Bild: © Fotograf Andrea Damm, pixelio.de

Referenzen hierzu:
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,299266,00.html
http://www.philippinen.cc/2012/02/7-jahrige-in-der-schule-vergewaltigt-und-ermordet/
http://www.philippinen.cc/2012/02/schon-wieder-ein-6-jahriges-madchen-vergewaltigt-und-getotet/
http://www.philippinen.cc/2012/03/8-jahrige-vom-stiefvater-vergewaltigt/
http://www.philippinen.cc/2012/03/7-jahriges-madchen-in-manila-vergewaltigt-und-getotet/
http://www.philippinen.cc/2012/03/hintergrundbericht-zum-mord-an-einer-7-jahrigen/

Ludwig

 
 
 
 
Die zentrale Fragestellung lautet: Was läuft in dieser Gesellschaft schief, dass solche Abartigkeit derart floriert?

Betrachte ich mir „gesellschaftliche Faktoren“, die solche Fehlentwicklungen auslösen oder begünstigen könnten, sind da sicherlich desolate Lebensverhältnisse (Armut, Perspektivlosigkeit, Chancenlosigkeit), zweifelhafte Medien („Boulevardberichterstattung“) und Rauschmittelkonsum (legal und illegal) mit zu benennen; dazu kommen Werteverluste oder Werteveränderungen derart, dass gewalttätiges und kriminelles Handeln nicht eindeutig verurteilt und sanktioniert werden: So wird ein solches Verhalten als „Jugendkultur“ (HipHop) mehr und mehr geduldet und den jungen, nachwachsenden Menschen Raum gelassen sich an Gangvorbildern aus den USA (Cribs, Bloods), die für ein äußerst gewalttätiges „Ghettoverhalten“ Berühmtheit erlangten, zu orientieren!

Also die Verhaltensgrenzen werden immer weniger eindeutig („Gewalt und Kriminalität ist eindeutig inakzeptabel“) es wird mehr und mehr nach zu verstehenden Gründen geforscht, so dass es auch an der eindeutigen Wertevermittlung mehr und mehr fehlt!

So und mit vielen anderen Erklärungsmodellen könnte man versuchen, die Probleme zu verstehen, um sie dann zu verändern – allerdings: Milionen von ebenfalls in desolaten Verhältnissen Lebenden, die ebenfalls Boulevardmedien konsumieren und ggf. gar Rauschmittel, werden nicht zu Vergewaltigern!

Und so stellt sich mir eher die Frage: Was ist in der Persönlichkeitsentwicklung solcher Menschen schief gelaufen, dass sie sich derart bestialisch aufführen und sich an den Schwächsten derart brutal vergreifen; an Kindern, die bei gereiften Erwachsenen doch andere Verhaltensweisen provozieren sollten, wie z.B. Pflege- und Schutzverhalten!

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Bei gesunden und gereiften Erwachsenen wird das funktionieren; und auch in Armutsverhältnissen wachsen Menschen zu gereiften Personen heran, die für ihr eigenes Verhalten die Verantwortung übernehmen anstatt ihr (zweifelhaftes) Verhalten mit Kindheitsdefiziten, „traumatisierenden“ Erlebnissen oder anderen Umwelteinflüssen zu begründen.

Inwieweit in philippinischen Familien, insbesondere den von Armut betroffenen, überhaupt so etwas wie eine förderliche Wertevermittlung in Form einer zielgerichteten Erziehung/Einflussnahme stattfindet, vermag ich nicht zu sagen.

Nach meinen bisherigen Beobachtungen werden ausfallende Elternteile, egal ob durch Arbeit, Krankheit oder Tod, zwar überwiegend liebevoll ersetzt, durch Verwandte und Nachbarn, sie werden mitversorgt und erfahren körperliche Zuwendung; die eindeutige zielorientierte, konsequente Wertevermittlung bleibt da aber doch eher auf der Strecke – Hauptsache das Kind weint nicht!

Mein Fazit: Gesellschaftliche Bedingungen haben natürlich ihren Einfluss; je weniger jedoch die direkten Verantwortlichen, die Eltern, ihrer Beziehungs- und Erziehungsverantwortung nachkommen, werden die negativen Umwelteinflüsse die Entscheidenden für jegliche Verhaltensweisen werden.

Ähnlich wie in Deutschland müsste darüber hinaus ein genereller Sensibilisierungsprozess stattfinden, der Kindern Schutz- und Schonraum gewährt , wie er in Europa, seit der Aufklärung, als selbstverständlich erscheint – wohlwissend das das Problem auch dort nur „kleiner gehalten“ werden kann!

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Cheese-man

 
 
 
 
 
Sexualmorde an Kindern

So traurig das klingen mag, aber abartige und kranke Verbrechen hat es wahrscheinlich zu allen Zeiten gegeben.

Hier stellt sich auch zunächst einmal die Frage, ob hier der Begriff Sexualmord der Richtige ist. Wahr ist, dass es sich bei den hier diskutierten Verbrechen um Sexualverbrechen handelt. Meines Erachtens ist der darauf folgende Mord aber ein Verdunklungsmord.

Doch zunächst einmal zu der Frage, was in dieser (der philippinischen) Gesellschaft schief läuft, dass so eine Abartigkeit floriert.

Je geringer das allgemeine Bildungsniveau ist, um so eher ist die Bereitschaft, sich mit Gewalt zu holen, was der primitive Geist verlangt. Respekt und Achtung anderer Menschen, unabhängig von Alter und Geschlecht wurde meistens nicht gelernt oder bereits wieder verlernt.

Hier ist nicht nur ein staatliches Bildungssystem sondern auch ein intaktes Familienleben mit verantwortungsbewusster Erziehung der Kinder erforderlich.

Aber da liegt ja schon das Hauptproblem!

Wer hat speziell auf den Philippinen ein besonderes Interesse an einer gut gebildeten und ausgebildeten Bevölkerung? Weder die Mitglieder der herrschenden Clans noch die Führer der vorherrschenden Religionen – denn wer keine Bildung hat, also auch nichts weiß, der kann und muss nur glauben, was andere erzählen. Anderenfalls besteht ja die Gefahr, dass jemand mal etwas hinterfragen, ja in Zweifel ziehen kann. Und das kann dann ja sehr unangenehm werden.

Das zweite Problem ist das mehr oder weniger verständliche Bestreben, die vermeintlich weiße Weste sauber zu halten. Das Ansehen der Familie muss unter allen Umständen gewahrt werden. Es darf also nichts von einem solchen Verbrechen bekannt werden. Dieses Denken setzt sich sogar soweit fort, dass auch das Ansehen des Barangays, der Stadt oder gar einer ganzen Organisation (Religion) nicht gefährdet werden darf. Anders ist es ja nicht zu erklären, dass erst jetzt auch in unseren Breiten, der sogenannten aufgeklärten westlichen Welt derartige Verbrechen seitens Mitgliedern der Kirche ans Licht kommen. Sie wurden auch absichtlich wider besseres Wissens vertuscht und verheimlicht.

Wenn hier in Deutschland die Zahl der Sexualdelikte, auch die an Kindern, zurück geht, so liegt es meiner Meinung hauptsächlich an der durch modernste Kriminaltechnik ermöglichte fast 100 prozentigen Aufklärungsquote. Kein Straftäter kann sicher sein, nicht entdeckt, gefasst und verurteilt zu werden. Auf den Philippinen sind die Ermittlungsbehörden zur Zeit weder organisatorisch noch technisch noch personell (gilt in erster Linie bezogen auf die Qualifikation) in der Lage, ein derartigen Fahndungsdruck zu erzeugen.

Andererseits gibt es jedoch in fast jeder Stadt mindestens ein Internet-Cafe. Das Internet hat auch hier zu einer drastischen Veränderung des Informationsflusses geführt. Was noch vor ein paar Jahren innerhalb einer Familie oder höchstens innerhalb einer Stadt bekannt wurde, kann heute bereits nach ein paar Minuten im ganzen Land – ja sogar auf der ganzen Welt gelesen werden. Hier liegt meiner bescheidenen Meinung nach auch der Grund, warum jetzt der Eindruck entsteht, dass sich diese Taten auf einmal so häufen. Sie sind nicht plötzlich mehr geworden, wir erfahren nur jetzt schneller und öfter von diesen Verbrechen.

Wenn also jetzt ein Verbrecher – nachdem er wieder einigermaßen klar im Kopf geworden ist – zumindest das Opfer als Belastungzeugen beseitigen will, bleibt nur der oben erwähnte Verdunklungsmord und gegebenenfalls die mehr oder weniger erfolgreiche Beseitigung der Leiche übrig. Ich weiß, das klingt schaurig. Aber man muss, um das zu verstehen, versuchen, in den Bahnen eines solchen Täters zu denken.

Erst wenn es gelingt, das Bildungsniveau deutlich zu heben, kann sich in den Köpfen der Gesellschaft auch das Bewusstsein für die ethischen Grundsätze menschlichen Zusammenlebens etablieren. Wer während seiner Kindheit sowohl in der eigenen Familie als auch in der Schule Respekt und Anerkennung erfahren hat, wird dies auch seinen Mitmenschen gegenüber zeigen. Ein Mensch, der wirklich und aus eigener Überzeugung Achtung vor dem Leben hat, wird niemandem vorsätzlich ein Leid zufügen.

Bis dahin ist es noch ein sehr weiter Weg. Denn wie bereits oben erwähnt, besteht offensichtlich seitens derjenigen, die die Mittel und den Einfluss für eine solche Entwicklung haben, wenig Interesse, an den derzeitigen Verhältnissen etwas so Grundlegendes zu verändern.

Zum Schluss habe ich jetzt eine Bitte an alle, die sich trotz der langen Ausführungen doch die Mühe gemacht haben, sich bis hier hin durchzukämpfen:

Wenn Ihr etwas gegen diese Missstände unternehmen wollt, dann tut es. Es ist ganz einfach. Habt Ihr selber eine familiäre Verbindung zur Bevölkerung oder seid Ihr mit einigen Leuten mit Kindern befreundet, dann helft den Kinder, dass sie eine für dortige Verhältnisse vernünftige (optimale) Schul- und Ausbildung bekommen. Ein Mensch, der eine gute Ausbildung hat, hat auch die Möglichkeit, einen adäquaten Arbeitsplatz mit dem entsprechenden Einkommen zu bekommen. Dies ist dann die Voraussetzung, den eigenen Kindern ebenfalls eine gute Ausbildung zukommen zu lassen. Wenn jeder, der die Möglichkeit hat, auch nur einem Kind auf den Philippinen das ermöglicht, dann habe ich doch die Hoffnung, dass in nicht allzu ferner Zukunft auch dort die Verbrechensrate auf europäisches Niveau sinken wird.

Wie gesagt, nur ein einziges Kind! Das ist dann schon sehr viel.
Denn „viel wenig kann auch am Ende ganz viel sein!“
Sagt der Cheese-man

Auswandern - Den Kulturschock überwinden

Stevaro

http://www.stevaro.de

Wer das Leben schiebt, dem enteilt es. (Seneca)
 
 
Es scheint in der philippinischen Gesellschaft tatsächlich Probleme zu geben, die diese Abartigkeit (deren tatsächliche Anzahl von Fällen wir mal offen lassen) fördern. Sexualverbrechen an Kindern sind häufig eine Spirale von Ereignissen, die aufeinander folgen. So beginnen diese zunächst in der Kindheit des Täters. Das Kind wird zum Opfer von Gewalt, durch schlechte oder hilflose Erziehungsmethoden oft ungebildeter Eltern, schlechtem Umgang oder sexuellen Belästigungen durch Verwandte. Ein sich anvertrauen können, ist oft nicht möglich und so finden diese Opfer nicht selten, den Weg in die Rausch- und Drogenwelt. Die Gefahr, dass diese Opfer nun selbst zu Tätern werden, ist leider sehr groß. Dies soll weder eine Entschuldigung, noch Rechtfertigung für dieses schlimme Verbrechen sein!

Auf den Philippinen findet die selbe Ereigniskette statt. Gewalt gegen Kinder findet nicht so öffentlich statt, da diese mit einem eigenen Gesichtsverlust verbunden wäre. Aber was sich hinter Schloss und Riegel abspielt, spottet jeder Beschreibung: da wird Kindern schmerzhaft in die Ohren gezwickt, Kleinkinder die gerade mal laufen können werden mit dem Gürtel vertrimmt, Eltern erprügeln sich Disziplin und stupiden Gehorsam. Auch die sexuellen Übergriffe gegenüber Kindern gibt es in allen Schattierungen, wie ich während zahlreicher Gerichtsverhandlungen in unserem Adoptionsprozess beobachten musste. So machen Großväter, Onkel oder Stiefväter manchmal noch nicht einmal vor 6-jährigen Kindern Halt.

Der Drogen- und Alkoholmissbrauch tut dann seinen Rest: die Grenzen der Selbstbeherrschung fallen und/oder gleichzeitig machen die Drogen aggressiv sowie unberechenbar. Was in einem Kind zerstört wird, das so zum Opfer wurde, kann man nur erahnen. Die Werte und Maßstäbe sind jedenfalls mehr als verbogen. Später wird das Opfer eine geringere Hemmschwelle haben, selbst zum Täter zu werden, als wenn es nicht selbst in diese Rolle gedrängt worden wäre.

In Deutschland gingen die Fälle mit Tötungsdelikten zurück, da durch entsprechende Aufklärung sich die Erziehungsmethoden änderten, es viele ausgebildete Therapeuten gibt und andererseits das Erwischtwerden, durch konsequente Polizeiarbeit für Abschreckung sorgt. Ein Blick auf die Philippinen lässt hier Schlimmes befürchten. Es findet keine Bildung statt, zumindest keine aufgeklärte. Die Erziehungsmethoden sind in den Sitios, wo man sich massenhaft der Bildung und Aufklärung entzieht, bestenfalls von vorgestern.

Die Polizeiermittler stehen auf einem Stand, der einen das Fürchten lehrt. DNA-Analyse? Fehlanzeige, da verlässt man sich lieber auf von Kindern gemalte Fahndungsbilder. Erreicht somit auch Null Abschreckung, sondern eher Ermutigung. Das Drogenproblem wird nicht konsequent angegangen, sondern immer nur auf Einzelaktionen konzentriert. Die eigene wirtschaftliche Perspektivlosigkeit in der sich viele Täter befinden, ist erschreckend. Es gibt kaum ausgebildete Therapeuten, die jemand zur Therapie eines Opfers bezahlen würde. Probleme über Probleme die kein Politiker angehen will oder kann.

Stattdessen fällt man auf Aktionen wie dem zuletzt beschriebenen Fall herein, dass man die Boulevardblätter für die Tat verantwortlich macht. In Cebu wurde ein Verein gegründet, dessen Aufgabe es ist, Blätter mit sexuellen Andeutungen zu verbieten, indem man sogar deren Straßenverkäufer ins Gefängnis bringt. Statt Ursachen zu bekämpfen, stürzt man sich lieber wirkungsträchtig auf die Symptome …

Arme Kinder!