Kontrovers: Todesstrafe

Wieder wird ein philippinischer Drogenkurier in China hingerichtet. Nachdem im März bereits 3 Kuriere, die eindeutig dieser Straftat überführt wurden, hingerichtet wurden, schwappten damals die Wellen hoch.

Doch selbst in den Philippinen wurde kurz davor die Wiedereinführung der Todesstrafe gefordert, was das Volk gerne vergisst. Nämlich genau für Drogenhändler und -kuriere, so wie in China auch! Denn denen ist sehr wohl bekannt was sie tun. Auch wissen sie um die Gefährlichkeit der Droge und nehmen den Tod der Konsumenten in Kauf. Ob sie jedoch soweit denken, dass sie selbst die ganze Beschaffungskriminalität mit zahlreichen Toten fördern, ist nicht bekannt … (wobei dieser Kreislauf auch in den Philippinen irgendwann einmal verstanden werden muss.)

Aber generell ist jedem Drogenkurier bewusst was er tut und auch die Folgen daraus, wenn er geschnappt wird. Jedoch schlägt an der Stelle die „philippinische Leichtfertigkeit“ durch: man sagt „sorry“ und alles ist vergeben und vergessen, zumindest nach Absitzen einer überschaubaren Strafe! Entsprechend hoch ist die Kriminalitätsrate und auch wenn diese Woche der Tourismusminister Werbung für die „philippinischen Werte“ machte, wird auch er das Problem nicht verleugnen können.

Sind die philippinischen Straftäter resozialisierbar? Oder tanzen die mit Begeisterung im „Gefängnisballett“ und machen wenn sie wieder in Freiheit sind, dort weiter wo sie vor ihrer Gefängnisstrafe, unterbrochen wurden?

DKB-Partnerprogramm

Ludwig

 
 
 
 
 
 
Sind Schwerstkriminelle „resozialisierbar“?

„Resozialisierbar“ würde ja voraussetzen, dass diese Personen vorher bereits sozialisiert waren; also unsere Wertesysteme übernommen hatten und die entsprechenden Möglichkeiten und Fertigkeiten nach diesen in der Gesellschaft zu leben.

Für eine ganze Reihe von „Kriminellen“ gilt jedoch nur die Hälfte der Medaille: Sie haben zwar einen Großteil der gesellschaftlichen Werte, wie z.B. Erfolg, Status… übernommen (internalisiert) verfügen jedoch nicht über die geeigneten Mittel/Fertigkeiten, diese Werte erreichen und (er)leben zu können – soziologische Fachleute nennen das dann „Wert-Mittel-Diskrepanz“ (WMD) in deren Folge es zu „abweichendem Verhalten“, hier: Kriminalität, führt; hier hilft dann also keine „Resozialisierung“, es bedarf einer fundierten Sozialisierung und „Mittel“ausstattung (Fertigkeiten, Kompetenzen) um aus dem „abweichenden“ Verhalten systemkonformes Verhalten zu erreichen!

Eine andere Gruppierung von Kriminellen – besonders im Gewaltbereich – entscheidet sich trotz ggf. einmal gelungener Sozialisation für kriminelles Verhalten; gut beobachtbar in der Organisierten Kriminalität (OK) – hier sind also die „Belohnungen“ der angestrebten Gruppierung (Gang, MC, Steuerhinterzieher…) attraktiver als das Belohnungssystem der „Gesellschaft“ und Kriminalität wird für sie vom „abweichenden Verhalten“ zu „Normalverhalten“ – die Werteordnung wird nur in Teilen mitgetragen und angestrebt!

Es gilt also deutlich zu differenzieren um welchen „Typen“ es sich handelt; neben den beiden genannten gibt es noch eine Reihe weitere mit ebenfalls sehr unterschiedlichen Erfolgschancen einer Resozialisierung!

Besonders in der 2. Gruppierung wird es immer wieder dazu führen, dass deren Adressaten (Opfer) den Tod finden; absichtlich und willkürlich herbeigeführt; ohne Zweifel an der Richtigkeit – also die reinen Befürworter der „Todesstrafe“!

Da ich persönlich keiner Religion nahestehe – vor allem nicht der christlichen – humanitäre Denkrichtungen auch nur teilweise nachvollziehen und mittragen kann, angesichts der geschichtlich erlebten Neigung des Menschen zu Gewalt in oft unfassbarer Ausprägung, bin ich so frei zu sagen: Wenn Gewaltkriminelle sich zum töten, misshandeln, vergewaltigen entschieden haben hat „der Staat“ nicht nur das Recht, er hat die Pflicht, diese abscheulichen Taten auch mit dem Tode zu bestrafen; allein schon um sich ständiges Wiederholen dieser Gräuel – wie in Deutschland üblich – zu verhindern und den friedlichen und gewaltfreien Teil der Bevölkerung zu schützen!

Stevaro

http://www.stevaro.de

Wer das Leben schiebt, dem enteilt es. (Seneca)
 
 
 
 
Generell halte ich die Todesstrafe aufgrund eines möglichen Justizirrtums, gerade auch in den Philippinen für bedenklich. Auch bei Drogenvergehen, wo gerne Beweismittel unter geschoben werden. Deshalb gelten auch gerade bei sogenannten „Buy-Bust“-Operationen, bei denen Drogendealer in die Falle gelockt werden sollen, gehobene Standards an die Beweisführung.

Aber die Gedankenlosigkeit der Dealer bzw. das skrupellose in Kauf nehmen von Drogentoten und Toten in der Beschaffungskriminalität, fordern in Regelmäßigkeit die Wiedereinführung der Todesstrafe, der bisher nicht gefolgt wurde. Doch die Frage stellt sich, wenn die Drogendealer sich schnell wieder frei kaufen können, wer und wie schützt man die Gesellschaft vor dieser Brut, die auch mit dem schönsten Unterhaltungsprogramm in der Justizvollzugsanstalt nicht auf den richtigen Weg kommt?

Es gibt Elemente die weder therapierbar noch resozialisierbar sind. Vor dieser Gruppe sollte sich eine Gesellschaft schützen dürfen. Falls möglich ohne Todesstrafe. Dann aber durch ein wasserdichtes Justizsystem und nicht porösen Gefängnissen. Und genau das ist die Aufgabenstellung der Politiker. Dies erscheint aber in den Philippinen utopisch zu sein.

Auswandern - Den Kulturschock überwinden

GC

 
 

 
 
Ich bin gegen die Einführung der Todesstrafe in den Philippinen. Davon wären dann nicht nur Philippinos betroffen, sondern auch dort lebende Ausländer und Touristen. Auch dient die Todesstrafe nicht der Aufklärung von Straftaten. Bei der Philippinischen Mentalität könnten die Todesstrafe leicht mal dafür zweckentfremdet werden, um ein paar Oppositionelle mal eben zu „Entsorgen“.

Im alten Rom wurde die Todesstrafe dafür genutzt, um das römische Reich zu kontrollieren. Das hatte abschreckende Wirkung, oder sollte sie zumindest haben(was aber den Untergang auch nicht aufhielt). In den USA gibt es Sie auch, mit wenig Erfolg. Die Philippinen sollten lieber erst mal Ihr Rechtssystem sanieren, bevor sie zum letzten Mittel greifen. Da liegt noch einiges im argen, wie auch der Rechtsbruch des jetzigen Präsidenten es eindrucksvoll zur Schau stellt.

Weniger Verbrechen wird es nicht geben, eher mehr. Die Bevölkerung wächst, die Zahl der Reichen wie der Armen steigt und der Abstand zwischen den beiden Gruppen wird immer größer. Da bei Philippinos der Neidfaktor ein entscheidendes Thema im Leben zu sein scheint, wird dort wegen einer Nichtigkeit manchmal ein Menschenleben ausgeknipst. Um so etwas zu verhindern, sollte da erst einmal angesetzt werden. Das wäre dann schon mal ein Anfang. Die Todesstrafe in die Diskussion zu bringen, halte ich für eine Hilflosigkeit und eine Bankrott-Erklärung des Staates an seine Bürger in Sachen Reformen.

Voran geht es wohl nur auf dem Papier, aber kommt da bei dem gemeinen Bürger überhaupt etwas an? Wenn man mal durch die Straßen einer Großstadt geht (Manila), dann wird einem klar, dass es noch viel Arbeit gibt, um zu verhindern, das die Todesstrafe wieder eingeführt wird. Erst wenn der Wohlstand bei dem kleinen Mann angekommen ist, dann wird sich das Problem mit der Todesstrafe von selbst lösen, weil dann mehr Leute arbeiten als im Knast sitzen.

AquaticSport.de

Ping

Wenn du es nicht verhindern kannst, genieße es.

 

 

Thema Todesstrafe:

Dazu kann ich nur sagen dass das legaler Mord ist! Egal wo und bei welcher Tat, die Todesstrafe ist und bleibt in meinen Augen Mord.

Es steht niemandem zu über Leben und Tod eines andern zu urteilen. Außerdem, ist es denn wirklich eine Strafe? Eine Strafe dient doch dazu sein Fehlverhalten zu erkennen und in Zukunft nicht zu wiederholen. Wenn ich dann höre oder lese, wie letzte Woche, das ein Pole (Kaczynski) für die Todesstrafe plädiert, dann frage ich mich ob ich in einem zivilisierten Europa lebe?!

Oder wie bei den Chinesen, die fackeln nicht lange. Ganz egal ob Zweifel bestehen oder nicht. Ein zurück gibt es dann nicht mehr. Auch Rauschgift wurde schon ahnungslosen Personen unter geschoben. Oder wie oft hat man schon gehört, das in den USA Unschuldige Jahrzehnte lang in der Todeszelle saßen. Die können von Glück reden, das sie nicht umgebracht wurden, wie manch andere.

Ich denke diese Art der „Bestrafung“ dient nur zur Beruhigung derjenigen die nicht weiter denken können.

Persönlich vermeide ich in Länder zu reisen, die diese Art des Mordens ausführen. Dazu gehören für mich u.a. auch die USA.

Cheese-man

 
 
 
 
 
 
 
 
Todesstrafe!???

Dazu ein klares, entschiedenes und eindeutiges „NEIN“!

Und hier die Gründe:

Eigentlich steht schon in dem Wort selbst der Widerspruch. Eine Strafe im eigentlichen Sinne des Wortes ist eine Sanktion, die den oder die zu Strafende(n) zu einer Verhaltensänderung anhalten soll. Wie jedoch soll jemand, der tot ist sein Verhalten ändern? Jemanden wegen einer Verfehlung oder eines Verbrechens das Leben zu nehmen, kann ihn wohl kaum dazu verführen, sein Verhalten zu ändern. Hinzu kommt noch, dass bei einem „Justiz-Irrtum“, der ja nie ganz auszuschließen ist, ein einmal vollstrecktes Todesurteil kaum revidiert werden kann. Es sind diesbezüglich schon einige hundert Urteile bekannt. Für die Verurteilten kam jedoch diese Erkenntnis zu spät. Sie können die Entschuldigungen nicht mehr hören.

Bezogen auf die Philippinen verwundert es mich um so mehr, dass hier die Forderung nach Wiedereinführung der Todesstrafe laut werden. Wie lautet doch das fünfte Gebot? Du sollst nicht töten! Auch die Vollstreckung einer Todesstrafe ist somit auch ein Verstoß gegen das 5. Gebot!

Bezogen auf Drogenkuriere muss ich mich wirklich fragen, ob ich nach einer eventuellen Wiedereinführung der Todesstrafe auf den Philippinen es noch riskieren kann, mit mehr als nur mit Handgepäck dort hin zufliegen. Man stelle sich nur mal vor, ich checke mein Gepäck in Frankfurt ein, beim Zwischenstopp (z.B. in Kuala Lumpur) packt jemand ein Päckchen Stoff in meinen Koffer und ich werde, weil es ja mein Koffer ist, in Manila als Drogenkurier festgenommen. Was folgt? Gerichtsverhandlung – Todesurteil – keine Sorge mehr wegen meiner Rente. Sollte dann vielleicht später in KL jemand beim Unterschieben von Drogen in fremdes Gepäck erwischt werden und sich somit herausstellen, dass ich kein Drogenkurier war, muss das auf den Inseln übliche „Sorry“ schon sehr, sehr laut sein. Sonst höre ich es nicht.

Quintessenz: Niemand, auch kein Staat, hat irgendein Recht, einem Menschen das Leben zu nehmen. Ein Staat (oder Sozialgemeinschaft) hat das Recht, nach geltenden Gesetzen Strafen (Sanktionen) zu verordnen und die Durchführung bzw. Einhaltung derselben zu überwachen. Ziel einer solchen Sanktion sollte aber in erster Linie die Wiedergutmachung eines Schadens und die Veränderung des Verhaltens des Straftäters sein.

Alles Andere ist in meinen Augen eines Menschen (und ein Staat besteht aus eben denen) unwürdig.

Cheese-man