Kontrovers: Hacienda Luisita

Dieser Tage gab es nun zu dem seit rund 50 Jahren offenen Streit, ein abschließendes Gerichtsurteil, das die Eigentümer zur Verteilung des Landes zwingt. Dabei erwarben die Cojuangcos (eine der reichsten Clans des Landes, aus dem die Mutter des Präsidenten, Corazon Aquino entstammt) das Land 1957 unter der Bedingung, nach 10 Jahren das Land an die Arbeiter abzugeben, was aber nicht geschah.

Ein gefundenes Fressen für linke Gruppen, die das politisierten und instrumentalisierten gegen die oligarche Gesellschaft. Einen unrühmlichen Höhepunkt in den Auseinandersetzungen gab es 2004, als die Polizei und Armee ein Massaker anrichteten und 14 Menschen erschossen sowie hunderte Menschen verletzten.

Die Hoffnung mit dem Urteil einen Schlussstrich zu erhalten, machte der Präsident zunichte, als er eine „angemessene Entschädigung“ der bisherigen Eigentümer forderte. D.h. sein Clan besitzt zu Unrecht das Land, verdient damit unrechtmäßig Geld und fordert für die Beendigung dieses Unrechts auch noch Geld!

Eine typisch philippinische Geschichte oder ist das gar der Alltag in der Oligarchie?

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Cheese-man

 
 
 
 
 
 
 
 
Schon in der ehemaligen DDR gab es den Spruch: Freunde kann man sich aussuchen, Verwandtschaft hat man. (Bezogen auf „unsere Brüder und Schwestern im Osten – und unsere Freunde im Westen“)

Ich möchte nicht leichtfertig den Stab über den Präsidenten der Republik brechen und ihn nur auf Grund einer Äußerung der Korruption bezichtigen. Deshalb ist meiner Ansicht seine Anmerkung bezüglich einer Entschädigung (noch) nicht ausreichend.

Ein Präsidentschaftsamt hat man auf Zeit – Familie ein Leben lang. Wenn man nun bedenkt, dass er zum Einen Präsident ist, aber auch ein Mitglied einer großen Familie ist, so muss er gerade in einer solchen Frage wie „unrechtmäßigem Besitz der Familie“ und seinen Verpflichtungen gegenüber dem Volk als Präsident es irgendwie schaffen einen nahezu unmöglichen Spagat hinzubekommen.

Genauso werte ich im Moment seine Aussage bezüglich Entschädigungszahlungen an den Cojuangco-Clan. Es existiert jetzt ein eindeutiges Urteil bezüglich der Rückgabe bzw. Übergabe von Land an andere Bürger der Philippinen, in dem nichts über eine Entschädigung zu lesen ist. Wenn Aquino jetzt in einem Interview eine Entschädigung ins Gespräch bringt, weiß er auch, dass diese nicht ohne Missachtung einer Gerichtsentscheidung möglich wäre. Er hat jedoch mit dieser Äußerung zumindest was sein Ansehen innerhalb seiner Familie angeht einigermaßen gewahrt. Wenn jetzt die Behörden das Gerichtsurteil umsetzen (ohne Entschädigung) so hat er sich als Familienmitglied zwar eingesetzt, muss sich aber als Präsident den Gesetzen und Gerichtsurteilen beugen. Er hat also sein Gesicht einigermaßen gewahrt.

Was jetzt wirklich mit der Hacienda Luisita passiert, muss die Zukunft zeigen. Ich persönlich verwehre mir ein vorschnelles Urteil für oder gegen Präsident Aquino zum jetzigen Zeitpunkt.
Sollte er jedoch seinen Einfluss gegen geltendes Recht, Verträge und Gerichte einsetzen, so hätte er in meinen Augen seine Vorschusslorbeeren komplett verspielt und würde sich nur in eine lange Reihe von Personen einreihen, die ihr Amt nur für den eigenen persönlichen Vorteil und gegen das eigene Volk eingesetzt haben.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

In diesem Sinne
Cheese-man

Stevaro

http://www.stevaro.de

Wer das Leben schiebt, dem enteilt es. (Seneca)
 
 
 
 
Eine traurige Geschichte, die wohl auch den letzten Hoffnungsschimmer auf eine gravierende Besserung der Zustände im Land durch Präsident Aquino, wegfegt. Aquino stellt sich mit dieser Forderung in die Reihe seiner Vorgänger im Präsidentenamt.

Das Rechtsverständnis ist bei ihm wohl auch nicht anders, als bei seinem Volk. Oder was noch schlimmer erscheint: er ist lediglich der Diener seiner Sippschaft, die ihn ins Amt hievte und nun finanziell entschädigt werden möchte. Selbst die Presse sprach öffentlich von ‚utang na loob‘.

Sollte er seine Forderung bekräftigen und somit zeigen, nicht nur pro forma reagiert zu haben, dann kann man von folgendem ausgehen: hätte seine Vorgängerin Arroyo solch eine Forderung an Entschädigungen für ihren Clan umgesetzt, dann hätte sie mit Sicherheit eine weitere juristische Großbaustelle und Aquino hätte die Verträge wegen „Beflecktheit mit Korruption“, zurecht storniert.

Nach dieser Forderung, sollte sich PNoy allerdings davor hüten, dem kleinen Polizisten auf der Straße, Korruptionsvorwürfe zu machen, der lediglich sein Weihnachtsgeld aufbessert oder das Schulgeld seiner Kinder zusammen kratzt. Denn bei dem dreht sich das zu unrecht erworbene Geld um seine Existenz, um ein halbwegs würdevolles Überleben. Bei PNoys Verwandten dreht sich es hingegen nicht um den Teller Reis, sondern um Milliarden von Pesos, die zu haben oder darauf zu verzichten, denen nicht weh tut.

Philippinen – Armes Land!

Auswandern - Den Kulturschock überwinden

GC

 
 

 
 
Hacienda Luisita – eigentlich der Hammer schlechthin. Wie kann ein Präsident demokratisch sein, und anschließend so ein Theater machen, wenn das Urteil ihm praktisch befiehlt, das Land wieder her zu geben. Rechtmäßig erworben, aber nachher Vertragsbruch begangen. Eigentlich hat PNOY so etwas gar nicht nötig. Er hat doch schon alles erreicht. Dann noch die Bauern abzocken, die wahrscheinlich am Hungertuch nagen, das ist nicht wirklich die feine Art.

Es scheint, dass dieses Erbe der spanischen Eroberer sich wirklich in der philippinischen Gesellschaft fest gefressen hat und das für alle Zeiten „Nur unsere Leute“. Eine Entwicklung, die man eigentlich nur aus dem letzten Jahrhundert kannte.

Die Philippinen bewegen sich NULL vorwärts. Der Philippinische Präsident ist meilenweit davon entfernt, ein richtiger Staatsmann zu sein. Das lässt den Eindruck entstehen, das alle Filipinos so denken, und das stimmt ja auch. Nur unsere Familie, die anderen können sehen wo sie bleiben. Bei uns würde man in die Nähe von Asozialen gerückt, wenn man sich so verhält.

Ob aber nun alle Oligarchen so sind, da fehlt mir der Einblick. Doch die Aquino Familie wird sich so Ihren Ruf nicht aufpolieren können. Aber wie heißt es so schön: Wir der Herr, so sein Gescherr. Die Leute haben Ihn gewählt, dann muss man sich nicht wundern, wenn so etwas dabei heraus kommt.

Das letzte Wort hat immer noch das Volk.

Ludwig

 
 
 
 
 
 
Eine typisch philippinische Geschichte oder ist das gar der Alltag in
der Oligarchie?
Beides, es wird zwar auch noch das ein oder andere afrikanische oder Lateinamerikanische Land geben, in dem solche Verhältnisse möglich sind aber in den Philippinen erwartet man im Prinzip nicht viel Anderes, insofern „business as usual“ in einer oligarchisch geprägten Gesellschaft!

Was ich mich frage; Auch dem jetzigen Präsidenten sind doch die rechtlichen Verhältnisse bekannt wie sein Clan zu dem Land gekommen ist und zu welchen Bedingungen („Rückgabe nach 10 Jahren“).

Und für mich gibt es nur zwei Möglichkeiten, wie er das für sich persönlich klar kriegt, um authentisch zu bleiben:

1. Er ist nur die Marionette seines Clans, wird also diesbezüglich in seinem Handeln von dort gesteuert und hat „zu parieren“ oder

2. Er rasiert sich elektrisch – anstatt mit Klinge – weil dann braucht er nicht zu lange sein eigenes Gesicht im Spiegel anschauen!

Beides jedoch keine guten Ausstattungsmerkmale für den Präsidenten eines Landes, einer Nation, die wohl besser mit einem Mann, einer Frau, mit einer größeren Ausstattung eines eigenen Durchsetzungsvermögens ausgestattet wäre – alles in allem: Wieder mal kein Hoffnungsträger im Amt – gäbe es die eigentlich irgendwo auf den Phils; das wäre doch mal interessant herauszuarbeiten!