Liquidierung durch Polizei?

12. Nov. 2011 – Die „Human Rights Commission“ der Philippinen sagte am Freitag, sie werde Untersuchungen aufnehmen, nachdem ein Polizist offenbar von einem Fernsehteam dabei gefilmt wurde, als er einen vermeintlichen Räuber, der regungslos auf dem Boden lag, erschoss.

Der beteiligte Polizist könnte wegen Mordes angeklagt werden, wenn nachgewiesen wird, dass er einen hilflosen Mann erschoss, sagte die regionale Commissionerin für Menschenrechte, Jasmin Regino. „Wenn Sie das Video genau anschauen, der Mann lag schon ausgestreckt auf dem Boden, als er von der Polizei erschossen wurde.“ sagte Regino der Nachrichtenagentur AFP.

Die Aufnahmen, aufgenommen am Mittwoch vom Fernsehsender ABS-CBN, zeigt das Ende einer Schießerei am Straßenrand, zwischen der Polizei und drei mutmaßlich bewaffneten Räubern in San Fernando City, etwa zwei Autostunden nördlich von Manila. Die drei Verdächtigen waren bereits von der Polizei angeschossen worden und lagen regungslos mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden, als ein Polizist auf die Räuber zuging und einen weiteren Schuss auf einen von ihnen abfeuerte, sagte Regino. Alle drei mutmaßlichen Räuber starben bei dem Vorfall.

Regino sagte, ihr Büro hätte eine Untersuchung eingeleitet und sie forderte die Polizei auf, eine Parallel-Untersuchung durchzuführen. Der örtliche Polizeichef Superintendent Ed Tinio sagte, dass die Abteilung für interne Angelegenheiten die Schießerei untersuchen würde, aber dass seiner Meinung nach, seine Offiziere in richtiger Weise reagiert hätten, weil sie sich in Gefahr glaubten.

„Es ist eine Ermessensfrage für unsere Polizisten, wenn noch eine Gefahr für Leib und Leben besteht.“ sagte er AFP. Allerdings bestand Regino darauf, dass die Fernsehbilder zeigten, der Polizist sehe aus, als wollte er lediglich den Räuber töten. „Wenn es wirklich eine laufende Operation gewesen wäre, wäre der Polizist nicht so locker gelaufen wie das zu sehen ist. Er wollte wirklich nur den Räuber abknallen.“ sagte sie.

Die Führung der Philippine National Police (PNP), beauftragte inzwischen ihre eigene Untersuchung des angeblichen „operativen Ausrutschers“ der örtlichen Polizei. Der PNP Chef Nicanor Bartolome gab den Auftrag zur Untersuchung an das regionale Büro der PNP in Zentral-Luzon. Bartolome sagte, die Untersuchung sei nicht auf die angebliche Rechtsverletzung durch den in den Vorfall verwickelten Polizisten begrenzt, sondern soll auch die Verantwortlichkeit seiner unmittelbaren Vorgesetzten untersuchen.

Internationale Menschenrechtsorganisationen und ausländische Regierungen haben bisher bemängelt, dass es auf den Philippinen eine Kultur der außergerichtlichen Hinrichtungen gäbe. Dies beinhalte auch mutmaßliche Straftäter, die von der Polizei ‚ausgelöscht‘ werden, statt sie zu verhaften.

Quelle: http://www.gmanews.tv/story/238200/regions/chr-to-probe-video-of-police-shooting-in-pampanga