Hacienda Luisita: kein Frieden, Kampf geht weiter

27. November 2011 – Nachdem der Supreme Court seine Entscheidung über die fast ein halbes Jahrhundert andauernde Landdebatte über die Hacienda Luisita gefällt hat, sagte Präsident Aquino, es sollte eine „gerechte Entschädigung“ für die Grundeigentümer geben.

Das Hohe Gericht ordnete einstimmig am 23. November die Verteilung von 4.916 Hektar des Hacienda Luisita Lands an, das den Aquino und dem Cojuangco Clan gehört, an die ursprünglich 4.296 begünstigten Landarbeiter.

Auf die Bitte nach einer Stellungnahme zur Entscheidung des High Courts, sagte Aquino, „Die Agrarreform hat zwei Ziele: erstens, die Bauern zu befähigen, ihr eigenes Land zu bestellen. Zweitens, nicht das Kapital abzuziehen. Es sollte eine gerechte Entschädigung für die Landeigentümer geben. Das Kapital, das den Grundbesitzern zurückgegeben wird, könnte für Investitionen in andere Unternehmungen verwendet werden.“

„Es ist der Gipfel der Gefühllosigkeit, dass Präsident Benigno Simeon Aquino III jetzt die Frechheit besitzt, einen finanziellen Ausgleich für seine Großfamilie zu fordern.“ sagte Anakpawis Repräsentant Rafael Mariano.

Mariano, auch Vorsitzender des ‚Kilusang Magbubukid ng Pilipinas‘ (KMP) sagte, dass seit 1957 der Cojuangco-Aquino-Clan aus der Hacienda Luisita Zuckerrohrplantage eine „Milchkuh“ machte und Reichtum durch die Ausbeutung von Bauern und Landarbeitern anhäufte.

Im Jahr 1957 erwarben die Cojuangcos das Hacienda Luisita Land durch eine Staatsanleihe mit der Bedingung, dass das Land nach zehn Jahren an die Bauern verteilt werden soll. Die Landverteilung hat aber nie stattgefunden, bis heute nicht.

Der stellvertretende Generalsekretär der KMP, Randall Echanis sagte: „Sie haben das Geld der Regierung benutzt, um die Hacienda in den späten 1950er Jahren zu erwerben und haben damit ein Vermögen verdient, für mehr als ein halbes Jahrhundert. Und jetzt wollen sie, dass der Staat für das Grundstück bezahlt.“

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Echanis sagte, „die Cojuangcos verdienen keine Entschädigung. Die Cojuangcos haben lange von ihrem illegalen und unmoralischen Würgegriff der Hacienda Luisita profitiert und die Landarbeitern haben lange genug für das Land bezahlt.“

Echanis sagte weiter, die „Cojuangcos schulden dem Staat Milliarden von Pesos und davon abgesehen den Landarbeitern Blutschuld.“ bezogen auf das Massaker, bei dem sieben Landarbeiter am 16. November 2004 ihr Leben verloren.

„Hacienda Luisita muss kostenlos an die Landarbeiter verteilt werden.“ sagte Echanis.

In einem früheren Interview sagte Rodel Mesa, Sprecher der ‚Alyansa ng Magbubukid sa Asyenda Luisita‘ (Ambala): „Wir werden einer Entschädigung nicht zustimmen. Die Entschädigung an den Cojuangco-Aquino Clan würde aus Steuergeldern stammen, einschließlich unserer. Die Cojuangco-Aquinos haben kein Recht eine Entschädigung zu erhalten. Die Aquino-Regierung hat kein Recht, an seine Familie zu zahlen, weil moralisch und historisch gesehen, gehört das Land uns.“

Nach dem umfassenden Agrarreform Programm (CARP), erhalten die Verpächter dann eine „gerechte Entschädigung“ von der Regierung, wenn die begünstigten Bauern eine Pacht an die Landbank der Philippinen bezahlen müssen.

„Der Präsident spricht, als ob seine Familie zu kurz gekommen wäre oder gar von der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs benachteiligt worden sei, durch die Anweisung zur Landverteilung an die Luisita Bauern. Falls er es vergessen haben sollte, die Cojuangco-Aquinos umgingen wiederholt der tatsächlichen Landverteilung in den letzten fünf Jahrzehnten, durch eine staatlich geförderte Agrarreform, gegen die Bauern.“ sagte Mariano.

Die KMP sagte, wegen der Entschädigung die an die Grundbesitzer zu zahlen sei, die die Preise für ihre Ländereien in die Höhe trieben, könnten die Bauern sich die Zahlungen kaum leisten. Die Bauern seien aufgrund ihrer Zahlungsunfähigkeit oder von Katastrophen zerstörten Ernten, gezwungen, ihre Rechte an dem Land an die Verpächter zu verkaufen.

Echanis sagte: „Bei der Agrarreform geht es um soziale Gerechtigkeit und die Umverteilung des Reichtums. Eine ‚gerechte Entschädigung‘ an die Cojuangcos wird nur die Form des Reichtums ändern.“ Mariano erinnerte den Präsidenten weiterhin an die wiederholt unerfüllten Versprechungen seiner Familie, das Luisita Land zu verteilen.

Im Februar 2010, während der ersten Tage seines Wahlkampfes, versprach Aquino, die 4.500 Hektar Land der Hacienda Luisita an die begünstigten Bauern zu verteilen, selbst wenn er bei den Wahlen verlieren sollte. „Aquino sagte sogar, die Verteilung der Luisita ist nicht nur ein Wahlversprechen, sondern eine Frage des Prinzips für ihn. Damals sprach er nicht von ‚gerechter Entschädigung‘ oder von Vorbedingungen für die Verteilung.“ erinnerte Mariano.

Aquinos Mutter, die verstorbene Präsidentin Corazon Cojuangco-Aquino versprach auch, die Agrarreform umzusetzen. In ihrer Rede am 16. Januar 1986, sagte Frau Aquino: „Wenn Sie mich fragen: Werde ich dieses auch bei der Hacienda Luisita meiner Familie anwenden? Meine Antwort ist ja.“

„Die Position des Präsidenten zur Landreform und Hacienda Luisita, wird immer von seiner Familie beeinflusst sein. Er trägt nicht rechtmäßig den Titel ‚President of the Republic of the Philippines‘, da seine Loyalität und sein Dienst gegenüber seiner Großfamilie, den Cojuangco-Aquinos gilt.“ sagte Mariano.

Echanis sagte, dass mit Aquinos Aussage, den Hacienda Luisita Landarbeitern noch ein langer Weg im Kampf für die kostenlose Verteilung der Ländereien bevorstehe.

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Quelle: http://bulatlat.com/main/2011/11/27/farmers-slam-aquino%E2%80%99s-call-for-%E2%80%98just-compensation%E2%80%99-for-hacienda-luisita-land/