40 Tage nach dem Mord an Fr. Tentorio, keine Verhaftung

28. November 2011 – Menschenrechtsgruppen gedachten den 40. Tag nachdem der italienische Priester Fr. Fausto Tentorio ermordet wurde, in einer liturgischen Veranstaltung am Plaza Miranda am 26. November. Tentorio, ein italienischer Missionar, der unter dem Manobo Stamm in Mindanao lebte, war am 17. Oktober innerhalb des kirchlichen Anwesens im Arakan Valley, North Cotabato, erschossen worden.

„Es ist ein Zufall, dass an dem Tag als Fr. Tentorio ermordet wurde, Elemente des 57. Infanterie-Bataillons der philippinischen Armee (IBPA) direkt neben dem Anwesen waren. Es ist ein Zufall, dass die Soldaten, die die Mörder sahen, nicht die Bewaffneten verfolgten. Es ist ein Zufall, dass bevor er ermordet wurde, Fr. Tentorio Morddrohungen von paramilitärischen Kräften erhalten hatte.“ so Nardy Sabino, der Generalsekretär der ‚Promotion of Church Peoples Response‘ (PCPR).

„Vierzig Tage nachdem Fr. Tentorio ermordet wurde, haben die Behörden weder Verdächtige identifiziert, noch beschuldigt oder jemand verhaftet, in Bezug auf den Fall.“ sagte Sabino.

Einen Monat nach dem Vorfall hielten die Mitglieder des PCPR und andere Gruppen einen Dialog mit dem Justizministerium (DOJ). Sie beklagten die langsamen Fortschritte bei der Untersuchung des Falles. Bei dem Treffen sagte der Staatssekretär im Justizministerium Francisco Baraan III, das DOJ habe bereits das Motiv für den Mord an Tentorio gefunden – er wurde nicht Opfer eines schief gegangen Raubes oder getötet, weil er Feinde hatte, sondern wegen seinem Eintreten für andere.

Beliebtheit

Piya Malayao, Sprecherin der ‚Kalipunan ng mga Katutubong Mamamayan ng Pilipinas‘ (Kamp) sagte, Fr. Tentorio wurde als Teil der Gemeinschaft der indigenen Menschen im Arakan Valley angesehen.

„Seit 30 Jahren verteidigte er die indigenen Menschen, ihr Recht auf Land, Leben und Existenz.“ sagte Malayao. „Er stand auf, gegen ausländische Bergbaugesellschaften und gegen Landraub. Er half bei der Bereitstellung von Bildung für viele einheimische Jugendliche in Mindanao.“

Unterdessen sagte Cristina Guevarra, Generalsekretär der ‚Hustisya!‘, einer Organisation von Familien und Kollegen der Opfer von Menschenrechtsverletzungen, dass sie erlebte wie die Menschen in Mindanao Tentorio liebten.

„10 bis 15.000 Menschen versammelten sich zu seinem Trauermarsch. Sie waren Bauern, indigene Menschen, gewöhnliche Leute. Worte sind nicht genug, um ihr Gefühl von Verlust und ihren Wunsch nach Gerechtigkeit für den Tod von Fr. Tentorio zu beschreiben.“ sagte Guevarra.

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Straflosigkeit

Sabino wies darauf hin, dass die bisherigen Fälle der außergerichtlichen Tötungen von Kirchenleuten weiterhin ungelöst blieben.

„Es ist schon zwei Jahre her, dass Fr. Cecilio Lucero ermordet wurde. Es ist schon 26 Jahre her, seit Fr. Rudy Romano verschwand. Vor sechs Jahren wurde auf Bischof Alberto Ramento acht Mal eingestochen. Mehr als 300 Priester und kirchliche Mitarbeiter wurden seit 2001 ermordet und nicht ein einziger Täter dieser Morde, wurde hinter Gitter gebracht.“

Lucero, Gemeindepriester von Catubig in Samar, wurde von rund 30 bewaffneten Männern in San Jose in Nord Samar am 6. September 2009 ermordet. Romano, einem ‚Redemptorist‘ Priester und andere Gefährte wie dem Aktivisten Levi Ybanez, wurden am 11. Juli 1985 entführt. Ramento wurde in seiner Gemeinde am 3. Oktober 2006 in Tarlac City erstochen.

„Alle von ihnen nahmen den Weg, den nur wenige nehmen. Sie zeigten ihre Liebe zu Gott, indem sie Randgruppen dienten.“ sagte Sabino. „Es ist schmerzhaft, dass in dieser Nation, diejenigen die Gutes tun und den Unterdrückten dienen, von der Regierung ermordet werden.“

Guevarra sagte, sie werden auch weiterhin für Gerechtigkeit Druck machen, nicht nur für Tentorio, sondern für alle Opfer von außergerichtlichen Hinrichtungen. Sie kritisierte die Aquino-Regierung für deren Guerillabekämpfungs-Programm ‚Oplan Bayanihan‘ und sagte, dass in dessen Rahmen Menschenrechtsverletzungen fortgesetzt würden.

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Quelle: http://bulatlat.com/main/2011/11/28/40-days-after-still-no-one-arrested-for-killing-of-italian-priest/