Kontrovers: Llamas Waffen …

In der vergangenen Woche geriet der Präsidentenberater Llamas in die Schlagzeilen, da in seinem Auto bei einem Unfall zufällig Hochleistungswaffen gefunden wurden. Schnell waren die Positionen ausgemacht: die Angestellten waren die Schuldigen und wurden entlassen, da sie solch schwere Waffen spazieren fuhren! Doch wie kommen die eigentlich in Llamas Abwesenheit an die Waffen?

Aber warum Llamas diese Waffen überhaupt braucht, ließen einige Politiker schnell durchblicken: ein Mann in seiner Position, wird immer mit dem Leben bedroht und da ist es doch klar, dass der sich mit Waffen verteidigen muss. ‚Rambo Llamas‘ nannte ihn ein Radiosender und das nicht mal zu Unrecht! Wer braucht schon 5 verschiedene Waffen, darunter Kriegswaffen, um sich selbst verteidigen zu können? Der nächste braucht einen Panzer zur Selbstverteidigung … die Ampatuans lassen grüßen!

Und was sagt der Präsident dazu? Für den scheint das alles selbstverständlich zu sein. Die Kommentatoren in der Presse witzelten bereits über PNoys Anspielung in seiner Sona, wo er den Vergleich herstellte der „Anti Wang-Wang“-Kampagne mit der Korruptionsbekämpfung und nun seinen Mannen Sonderrechte einräumt: statt mit Sirene nun mit Kriegswaffen.

Sind das bereits Indizien für eine doppelte Moral?

DKB-Partnerprogramm

Ludwig

 
 

 
 
Gibt es denn eigentlich auf den Philippinen einen Bereich, indem geltendes Recht konsequent eingefordert und durchgesetzt wird? Nach meinen Beobachtungen: Nein! Egal um welche Rechtssphäre es sich handelt wird „es Wege und Möglichkeiten“ geben, diese etwas geschmeidiger zu handhaben – zumeist durch Zahlung von Geldbeträgen; wir nennen das dann Korruption.

Selbst die Auswanderer aus aller Herren Länder gewöhnen sich schnell an diese Usancen und wenn man sich die Beiträge in den Foren so anschaut haben viele „Expats“ auch die Neigung sich zum Schutz ihres Lebens und Eigentums mit Waffen auszurüsten – selbst auf die Gefahr hin, bei erwischt werden, hart bestraft zu werden. Das ist einerseits zu verstehen, da das Vertrauen in „Sicherheitskräfte“ nicht allzu groß ist – berechtigt – und andererseits jeder Kleinganove sich bewaffnet.

Erst Recht gilt das natürlich für „die Mächtigen“, die in politischer Verantwortung Stehenden, die ja auch ein erhöhtes realistisches Sicherheitsrisiko haben; und natürlich weiß auch der Präsident, dass er nicht wirklich für deren Schutz sorgen kann – dazu kommt eine Geisteshaltung, eine Waffenverliebtheit, die aus den U.S. of A. importiert sein könnte und in der Mischung mit einem ausgeprägten „Machokult“ eine brisante Mixtur ergibt, die den Besitz von schweren Waffen zu einem Kavaliersdelikt herabspielen.

Dass bei „Erwischtwerden“, wie in diesem Fall, es dann natürlich die Kleinsten, die Ausführenden trifft, ist zwar in höchstem Masse ungerecht; aber auch nichts, was nur den Philippinen anzukreiden wäre; darüber hinaus herrscht nach meiner Einschätzung beim Thema Waffen, Waffenhandel etc. eine gewisse Doppelmoral vor: Auch die deutsche Wirtschaftskraft, die Außenhandelsüberschüsse, sind zu einem großen Teil der Produktion und Lieferung von Kriegswaffen zu verdanken; und das garantiert nicht nur in „saubere“ Länder!

Da kultivieren wir Deutschen auch eine Doppelmoral nach dem Motto: „Frieden ist, wenn woanders geschossen wird“ (G.Laub).

Stevaro

http://www.stevaro.de

Wer das Leben schiebt, dem enteilt es. (Seneca)

 
So schnell wie das Thema aufkam, wurde es wieder weg gepackt. In einem Land wo sehr viele Menschen legale oder illegale Waffen besitzen, außer den Ausländern natürlich denen der Waffenbesitz verboten ist, haben Waffennarren wohl Narrenfreiheit. Denn fast täglich liest man Berichte, in denen über Schießereien, Morde und außergerichtlichen Tötungen geschrieben wird. Wer hier ein Waffenverbot fordert, steht an einsamer Front.

Doch wie sieht die Realität aus? Noch nicht einmal vor Teenagern sind die Waffen sicher. Als vor ein paar Wochen, ein 13-jähriger Junge in einer Mall seinen 17-jährigen Ex-Lover und dann sich selbst erschoss (!), war das Gejammer groß. Aber keiner kam auf die Idee zu hinterfragen, wie dieses Kind überhaupt an die Waffe kam oder gar diese Mörderinstrumente zu verbieten.

So auch nicht die Politiker, die auch in den Philippinen der Waffenlobby nicht sooo weit entfernt stehen. Nicht nur Llamas ist ein „Rambo“ auch andere Politiker und andere Berufsgruppen, stehen dem in Nichts nach. Waffen stellen mehr als ein Statussymbol dar und das nicht nur im Süden des Landes, wie es ein Politiker dieser Tage uns glauben machen wollte. So scheint auch die Diskussion darüber, für Llamas Gegner oder die des Präsidenten, ein gefundenes Fressen zu sein. Denn um die Sache selbst, nämlich dass Waffen dazu dienen andere Menschen zu töten, ging es dabei nicht.

Schade – Chance vertan. So werden leider auch in Zukunft Unschuldige (und natürlich auch Schuldige), mit Waffengewalt ihr Leben verlieren. Und das in einem Land wo sich der Polizeichef zur Sicherheit der Bevölkerung, eine Aufstockung seiner Polizei-Truppe um 35% wünscht.

Um nicht falsch verstanden zu werden: ich habe nichts dagegen, wenn ein erwachsener Mensch Waffen besitzt, sofern er bei gesundem Verstand ist und einen gefestigten Charakter besitzt …

Auswandern - Den Kulturschock überwinden

GC

 
 

 
 
Es fängt meist klein und unbedeutend an, unbemerkt von der Öffentlichkeit, und ein Unfall verändert die Welt, … oder doch nicht?

Sicher, wenn man auf die Philippinen kommt, da erlebt man einiges, bis hin zu bewaffneten Moneychangern, nichts ungewöhnliches, denkt sich der erfahrene Philippinen-Kenner. Dieser Unfall wäre auch nichts gewesen, bis auf die Tatsache, das der Staat pleite ist und kaum Geld hat, um seinen Bürgern ein menschenwürdiges Leben zu gewährleisten. Er hat aber wohl soviel Geld über, das sich der Berater des Präsidenten 5 HighTech Waffen leisten kann. Da der überwiegende Teil des philippinischen Volkes ja schon mit der „Brot und Spiele“ Taktik im Zaum gehalten wird, sollte diese Unannehmlichkeit wohl nicht weiter ins Gewicht fallen.

In Deutschland wäre in diesem Fall erst mal ein Statement fällig, aber so wie es im Text gesagt wurde, hätten sich andere Politiker für Ihn geäußert. Vielleicht sollte er sich mal äußern, ob er nicht doch in dunkle Geschäfte verwickelt ist oder gar für PNoy die Drecksarbeit erledigt, während PNoy weiterhin eine weiße Weste hat. Wenn er sich bedroht fühlt, wieso holt er sich keine Bodyguards, die würden ihm doch zustehen?

Was und wie das läuft, werden wir wahrscheinlich nie erfahren. Eigentlich ist so etwas mal ein Grund zu überprüfen, wieso wir eigentlich Entwicklungshilfe an so einen dekadenten und maroden Staat zahlen. Das alte Rom lässt grüßen. Das es bei all dem um Korruptionsbekämpfung geht, ist ja an sich löblich. Aber gegen wen sind die Waffen den? Die meisten, die korrupt sind, sind nicht die Menschen auf der Straße, sondern die Politiker, die sich diese Waffen besorgen. Hat er Angst, das man Ihn wohl auch was anhängen könnte, so das er sich verteidigen muss?

Laut philippinischer Logik ist das sonnenklar, nur kollidiert diese aber mit der allgemeinen, auch uns verständlichen Logik. Dies hat sich ja auch bei dem Massaker mit dem „entehrten“ Polizisten wieder einmal gezeigt, schuld sind immer die anderen, nur man selbst nicht. In diesem Fall sind es korrupte Kräfte, die daran Schuld sind, das sich der Politiker 5 HighTech Waffen kaufen musste. Philippinische Logik halt.

Cruzer

Wenn Freiheit irgendeine Bedeutung hat, dann die, den Leuten das sagen zu dürfen, was sie nicht hören wollen.

 

 

Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich als Reservist und Anhänger des Schießsports kein Problem damit habe, wenn jemand, sofern er physisch und psychisch geeignet ist, privat Waffen besitzt. Also ist es mir grundsätzlich auch egal, ob ein gewisser Herr Llamas Waffen besitzt.

Pikant wird der Fall nur deshalb, weil dieser Ronald Llamas der politische Berater des philippinischen Präsidenten ist. Aquino hatte sich mit einer Kampagne unter dem Namen „Anti Wang Wang“ gegen jegliche Sondervergünstigungen oder Privilegien von Politikern und Staatsbediensteten gewandt. Oberste Priorität räumte er diesem Vorhaben ein. An diesem Punkt wird es dann eben doch kritisch.

Unterstellt, die Waffen von Llamas (je eine AK-47, ein M16-Sturmgewehr, eine UZI und zwei 9mm Pistolen) sind ordnungsgemäß registriert, bleibt dennoch festzustellen, dass erstens seine Leibwächter keine Lizenz hatten, diese Waffe zu führen; zweitens kein „normaler“ philippinischer Staatsbürger eine Lizenz zum Besitz oder gar zum Führen von Kriegswaffen von der PNP bekommt – ob er nun bedroht ist oder nicht. Offensichtlich existieren hier sehr wohl Sonderprivilegien.

Zwei von Llamas Leibwächtern wurden dann auch unverzüglich als Bauernopfer entlassen – wegen unerlaubten Mitführens von Waffen. Llamas selbst bleibt im Amt und verteidigte sich, indem er darauf verwies, mehrfach mit dem Tode bedroht worden zu sein. Warum er zur Selbstverteidigung Kriegswaffen benötigt, obwohl der Staat ihm Leibwächter zur Verfügung stellt, blieb offen.

Und Präsident Aquino? Der bekennende Waffennarr reagierte erst gar nicht, später dann gipfelte seine Verteidigung Llamas in der Feststellung, er habe sich um wichtigere Angelegenheiten zu kümmern. Bis dahin gab es allerdings nichts Wichtigeres als seine „Anti Wang Wang“ Kampagne gegen Sonderprivilegien. Ein philippinisches Boulevardblatt witzelte dann auch, diese Kampagne sei nunmehr durch „Pro Bang Bang“ ersetzt worden.

Mit dieser Affäre ist deutlich geworden, dass Aquino, gemessen an seinen eigenen Maßstäben, gescheitert ist.

AquaticSport.de