Keine Staatsehren für philippinische Diktator Marcos

13. Oktober 2011 – Der philippinische Präsident Benigno Aquino sagte am Mittwoch, er werde keine Form staatlicher Ehre für den Diktator Ferdinand Marcos zulassen, entgegen der Bestrebungen der Familie des verstorbenen Herrschers, sein Image zu rehabilitieren.

Die Duldung eines Staatsbegräbnisses oder irgendwelcher Ehrungen der Regierung für Marcos, der das Land 20 Jahre regierte, davon neun unter Kriegsrecht, würde die Erinnerung an jene, die im Kampf gegen die Diktatur litten oder gar starben, entehren, sagte Aquino.

„Ich will kein Staatsbegräbnis unter meiner Aufsicht für den verstorbenen Präsidenten Marcos dulden. Dies würde die falsche Botschaft senden.“ sagte Aquino Reportern. „Es wäre wirklich, so denke ich, der Gipfel der Ungerechtigkeit, irgendwelche Ehren zu verleihen.“

Marcos verhängte das Kriegsrecht im Jahr 1972, kurz vor dem Ende seiner zweiten und letzten vier Jahre währenden Amtszeit und regierte als Diktator weiter, bis ein Volksaufstand ihn von der Macht im Jahr 1986 stürzte.

Beide Elternteile des derzeitigen Präsidenten gelten als Demokratie-Symbole und sein Vater, auch Benigno Aquino genannt, wurde von Marcos Sicherheitskräften am Flughafen Manila im Jahr 1983 ermordet.

Er war unter Tausenden von politischen Gegnern, die spurlos verschwanden oder unter dem Regime getötet wurden. Dem Diktator und seiner Familie wurde Staatsplünderung von bis zu ​​10 Milliarden US$, nach einer Schätzung der Regierung vorgeworfen.

Aufeinander folgende Regierungen haben eine Reihe von Rechtsstreitigkeiten und andere rechtliche Anstrengungen unternommen, um die Mittel wieder zurückzuführen, aber sie sind weitgehend gescheitert und kein Mitglied der Marcos Familie ist jemals dafür ins Gefängnis gegangen.

Als Marcos gestürzt wurde, floh er mit seiner Familie ins Exil nach Hawaii, wo er 1989 starb. Marcos Frau und seine Kinder kehrten nach seinem Tod wieder auf die Philippinen zurück und haben seitdem politischen Einfluss gewonnen.

Marcos einbalsamierter Körper ist jetzt in einer Krypta beim Anwesen der Familie aufgebahrt und seine Familie hat stets dazu aufgerufen, ihn in Manila auf dem Heldenfriedhof zu begraben.

Während eine solche Bestattung helfen würde, sein politisches Image zu rehabilitieren, argumentiert seine Familie, dass er die Ehre verdiene, da er als Held des zweiten Weltkriegs viele Medaillen gewann, im Kampf gegen die japanische Besatzung.

Amerikanische und lokale Historiker haben über die Echtheit der Medaillen gestritten, während Menschenrechts-Opfer sich über die Bestattungsvorschläge empört geäußert haben.

Der Sohn des Diktators, Ferdinand Marcos Jr., derzeit ein Senator mit präsidialen Ambitionen, beschuldigte Aquino der Täuschung der Familie, in einem Interview mit der lokalen Presse.

„Deshalb hat er für mich, eine sehr gute Gelegenheit vertan, um die Nation zu vereinen.“ sagte er und fügte hinzu, dass die Familie keine unmittelbaren Pläne hatte, die Gebeine seines Vaters von ihrer aktuellen Position zu bewegen.

Die Mutter des derzeitigen Präsidenten, Corazon Aquino, übernahm von ihrem toten Mann den Volksaufstand, der Marcos beiseite fegte und sie dann als Präsidentin für sechs Jahre diente.

dkb.de

Quelle: http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5gJ-KbdzaQZjAXWvvZSRf2W7T4grQ?docId=CNG.31489099dea4e6b34171e1a5ec101a16.761