Kontrovers: Sorry an Hong Kong?

Vor rund einem Jahr ereignete sich in Manila eine Busentführung, bei der ein wegen Korruption entlassener Polizist, Touristen aus Hong Kong als Geiseln nahm und seine Wiedereinstellung erpressen wollte. Acht der Entführten Touristen wurden dabei wie man las, von der Polizei erschossen, die wie die meisten Offiziellen demnach einen dilettantischen Eindruck hinterließen.

Eine Überlebende des Dramas berichtete nun diese Woche, dass der Krankenwagen, der sie zum Krankenhaus brachte weder irgendwelche Geräte noch Verbandsmaterial an Bord hatte und das Krankenhaus die Aufnahme verweigerte. Aufgrund des ganzen Dramas verhängte die Regierung von Hong Kong eine Reisewarnung für die Philippinen.

Dies war u.a. auch ein Grund weshalb die Überlebenden und Familienmitglieder um ein Gespräch mit dem philippinischen Präsidenten baten, welches der ihnen aber verweigerte. Die Überlebende Touristin sagte daraufhin, man habe das Gefühl, dass die Philippinen nur zu Gesprächen bereit seien, wenn es um Geld geht, das sie aus dem Tourismusgeschäft einnehmen könnten. Wörtlich sagte sie „auf den Philippinen dreht sich alles nur ums Geld“.

Doch was macht der Präsident? Er erklärt kurzerhand, dass er sich weder entschuldigt, noch eine Wiedergutmachung leisten möchte. Am gleichen Tag ließ der Präsident dann noch ein „Sahnehäubchen“ drauf setzen, in dem er seinen Pressesprecher verlautbaren ließ, wie unfair doch die Reisewarnung Hong Kongs sei, da man nun in einem Atemzug mit Syrien genannt würde, obwohl man sich doch so viel Mühe gebe, Hong Kong zu überzeugen, dass die Reisewarnung völlig zu Unrecht sei!

Wer hat nun Recht: der Präsident, der sich nicht entschuldigen will oder die Regierung von Hong Kong, die ihre Bürger vor einem Besuch auf den Philippinen warnt?

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Ludwig

 
 

 
 
Welche „Qualitäten“ sollte man eigentlich von einem in Verantwortung stehenden Politiker, einem Präsidenten gar, erwarten dürfen?

Bisher dachte ich immer, eine der wichtigsten Eigenschaften sei: Diplomatie; und da ich davon so gar nix in mir verspüre sei ich völlig ungeeignet in solch einem Berufsfeld.

Schaut man sich jedoch die Reaktion des derzeitigen Philippinischen Präsidenten an scheint der bei seiner Wahl andere „Qualitäten“ gehabt zu haben als diplomatisches Geschick; Übernahme von „Verantwortung für Fehlverhalten“ in untergeordneten Ressorts scheint ein ebensolches Fremdwort bei den Präsidial-Qualitäten zu sein.

Eine Entschuldigung, von welchem Verantwortlichen auch immer, wäre das Mindeste an Erwartbarem gewesen – eine „Entschädigung für einen Todesfall“ gehört doch sonst auch zu den Usancen, schon bei Verkehrsunfällen, erst recht dann doch wenn ein Teil der „Executive“ dafür die Verantwortung trägt oder aber das „Notsystem“ derart vernachlässigt wurde, dass es nicht wirkte.

Und wenn diese Toten deutscher Nation gewesen wären hätte ich selbstverständlich von deutschen Regierungsvertretern verlangt, dass sie eine entsprechende Reisewarnung ausgeben.

Vergleicht man dieses „Präsidentenverhalten“ mit seiner derzeitigen Reise nach China (um Investoren anzuwerben) scheint er tatsächlich lediglich daran interessiert zu sein, dass Geld in das Land fließt, durch Investoren, Touristen … die durch Missmanagement der Regierung verursachten Schäden und Kosten scheint er jedoch nicht übernehmen zu wollen – das ist ebenso dilettantisch wie verwerflich und ich wünschte mir eine solidarischere internationale Reaktion mittels Reisewarnungen in die Philippinen und klare Worte von China – aber auch denen geht es sicherlich auch in erster Linie ums Geld(verdienen)!

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Stephan

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Es liegt doch auf der Hand, dass da im letzten Jahr von der philippinischen Polizei vor dem Auge der Weltöffentlichkeit – also CNN… – wirklich großer und blutiger Mist gebaut wurde. Und weil die Betroffenen Ausländer waren, kann eigentlich nur der Präsident als
Vertreter des Staates die richtigen Worte finden. Zumal gegenüber einem Land (Hong Kong / China) welches keine unerhebliche Bedeutung für die Philippinen hat.

Wo ist also das Problem?

Ich möchte zwei Beispiele aus Thailand erzählen und damit vielleicht die Antwort liefern.
Vor einigen Jahren machte dort ein Kranführer ein falsches und folgenschweres Manöver mit seinem Gerät. Der Kran und die Hälfte des Rohbaus kollabierten, ein knappes Dutzend Kollegen kamen ums Leben. Der Kranführer blieb unverletzt, rannte in den Dschungel und ward nie mehr gesehen.

Ebenfalls vor ein paar Jahren fuhr mir ein Japaner mit seinem Auto in Bangkok in meinen Wagen. Wir regelten den Blechschaden auf einem Parkplatz in der Nähe. Er war Schuld und gab dies auch sofort zu. Nicht nur das, er sorgte über seine Firma sofort dafür, dass ein
Versicherungsvertreter die Sache vor Ort zu meinen Gunsten regelte. Zum Schluss wartete er am Ausgang des Parkplatzes mit leicht vorgebeugtem Oberkörper bis ich wegfuhr und entschuldigte sich bei der Gelegenheit nochmals. Die Beispiele von japanischen Politikern, welche unter Tränen bei Pressekonferenzen Ihre Verantwortung oder gar Schuld eingestehen, passen in dieses Bild.

Worauf will ich hinaus?

Ganz einfach: In den nördlichen asiatischen Ländern gibt es noch sowas wie einen Ehrbegriff und das Schuldeingeständnis hilft das Gesicht zu wahren. Japan ist hier der Prototyp. In den südostasiatischen Ländern gibt es diesen Ehrbegriff nicht in diesem Umfang, die Angst vor dem Gesichtsverlust wird hier mit Wegducken, Weglächeln und ‚Little White Lies‘ beantwortet. Hier sind die Philippinen das beste Beispiel, im negativen Sinne.
Und der Präsident ist da keine Ausnahme, leider! Damit macht er ein sowieso schon furchtbares Ereignis noch schlimmer und zieht es in die Länge, statt einen würdigen Abschluss zu finden. Einfach nur schwach, aber Canossa ist hier nun mal nicht Teil der Kultur!

Stevaro

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Wer das Leben schiebt, dem enteilt es. (Seneca)

 

Als Aquino seine Rechtfertigung für die Verweigerung des Gesprächstermins und der Entschuldigung nannte, dachte ich zunächst an einen Hörfehler, einen Tippfehler oder einen sonstigen Übertragungsfehler. Doch nichts dergleichen trifft zu, denn er erklärte: wenn er als Präsident sich entschuldigt, dann würde er ja damit zum Ausdruck bringen, dass „die ganze Nation Schuld auf sich geladen hätte“ … soweit mal dessen Sichtweise.

Wenn man sich an dieser Stelle an die deutsche Nachkriegszeit erinnert, dann gab es damals Kollektiventschuldigungen, die deutsche Politiker im Namen einer ganzen Nation, gegenüber Kriegsopfern aussprachen. Und das obwohl der Großteil beider Seiten zu diesem Zeitpunkt weder geboren war, noch sich in irgendeiner Weise schuldig gemacht hätte. Man stelle sich bitte vor: in meinem Namen entschuldigten sich die Politiker aus den unterschiedlichsten Parteien, obwohl ich erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt geboren wurde.

Sind die Deutschen deswegen alles Schuldige und die Filipinos alle unschuldig? Sind deutsche Politiker deshalb Verräter und philippinische alles aufrechte Männer? Die Antwort kann sich jeder selbst geben. Es gibt die Kollektivschuld, wenn auch kaum juristisch anwendbar, so aber doch moralisch verankert. Die jedoch auf den Philippinen niemand kennen mag, wie z.B. Mitglieder einer Familie Marcos zeigen. Hingegen wo es was zu kassieren gibt, da schaut es mit der Erinnerung und der Erbansprüche ganz anders aus …

Dass manche philippinische Politiker vorausschauende Sicht vermissen lassen, beweist diese Aktion allerdings. Die Aussage der überlebenden Hong Kong Touristin, dass der Krankenwagen Null Krankenwagenausstattung hatte und das Krankenhaus einen angelieferten Touristen zu behandeln verweigerte, lässt der Regierung Hong Kongs gar keine andere Möglichkeit, als vor der Einreise in die Philippinen zu warnen. Denn wer ist denn dafür verantwortlich? In erster Linie doch irgendein Verantwortlicher auf den Philippinen.

Man stelle sich mal vor, jemand erlebt sowas im Türkei-Urlaub. Den Aufschrei könnte man weltweit vernehmen. Kein Anbieter würde bis auf weiteres das Land anbieten, schon rein aus Haftungsgründen, und eine Reisewarnung wäre das Mindeste. Nur warum soll es auf den Philippinen anders sein? In einem Land, in dem von den eingenommenen Pesos, nur in Ausnahmefällen ein Peso reinvestiert wird, zeigt doch die Moral vieler Geschäftsleute auf, auch im Tourismussektor. Sicherheit kostet Geld – bringt aber keins. Allerdings führt fehlende Sicherheit zum finanziellen Desaster! Die Dame aus Hong Kong hat leider Recht: Geld scheint die einzige Sprache zu sein, die von den Politikern hier verstanden wird.

Wie meinte doch der neue Tourismusminister diese Woche: er will die Branche zu erfolgreichen Verkaufseinheiten formieren. Na denn, viel Spaß beim Verkauf der ‚Chickenjoys‘ …

Auswandern - Den Kulturschock überwinden

GC

 
 

 
 
Der Punkt 1 ist nach dieser Faktenlage für mich klar. Der Präsident verhält sich meines Erachtens total fahrlässig. Es ziemt sich nicht für einen besonnen Mann, der als Präsident eine Vorbildfunktion inne hat, so zu reagieren. Wenn das deutsche Diplomaten ebenfalls so tun würden, wären wir politisch disqualifiziert. Vielleicht ist es aber auch das Wissen, dass die USA hinter den Philippinen stehen. Man will vor China nicht klein bei geben. Hier werden augenscheinlich zwei Dinge vermischt. Die Diskussion um die Spratly Islands und ein Geiseldrama werden in einer perversen Art miteinander in einen Topf geworfen, obwohl das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Hier wäre vielleicht eine demütige Haltung angebracht. Denn das hat noch keinem geschadet.

Sein jetziges Verhalten ist doch stark von einem anti-sozialen Bezug geprägt. Man kann ohne Untertreibung behaupten, das er den Bezug zur Realität verloren hat. Diese Eigenschaft ist aber nicht nur auf den jetzigen Präsidenten bezogen, sondern auch auf seine Vorgänger (ausgenommen Ramos, welchen ich für den einzig fähigen Präsidenten erachte, den die Philippinen je hervorgebracht haben). Dem angeblichen demokratischen Erbe seines Vaters wird er damit nicht gerecht, auch seiner kürzlich verstorbenen Mutter nicht. Er handelt unbesonnen, kindisch und nach dem „Du hast mir mein Förmchen geklaut“ Niveau. Schade, auch wenn China keine Demokratie ist, den Namen Demokrat kann der philippinische Präsident leider auch nicht in Anspruch nehmen, obwohl sein Volk wohl anders denkt, sonst hätte man Ihn wohl nicht gewählt. Es bleibt abzuwarten, ob noch mehr Fakten ans Tageslicht kommen, doch zur Zeit finde ich die Reisewarnung seitens Hong Kong für absolut gerechtfertigt und das Verhalten des Präsidenten für ungerechtfertigt.

Zu Punkt 2: Nicht nur in den Philippinen, auch in China und anderen asiatischen, speziell SOA Staaten, dreht sich alles um den Dollar. Da kann man die Philippinos grundsätzlich nicht pauschalisieren. Dass Philippinos gerne Geld fordern, selbst aber nichts geben, dem kann ich zustimmen. Aber das ist auch auf Kambodscha, Thailand etc. übertragbar. China wird dort leider auch ein Spiegel vorgehalten, was in der jetzigen Situation nicht angebracht ist. Mann sollte auch hier etwas besonnener reagieren und den Opfern entgegenkommen. Ein Gespräch mit dem Präsidenten wird PNoy, wohl keinen Zacken aus der Krone brechen. Sein Verhalten jetzt könnte auch als negativ für potentielle Investoren angesehen werden. Werden die solch ein Land für eine Investition wählen, wo ein Geiseldrama solche Wellen schlägt und derartige Fakten ans Licht kommen? Das wird wohl nur die Zukunft zeigen.

Das ist unser Bundespräsident ja Gold gegen PNoy, um es vorsichtig zu formulieren. Kein Sorry für PNoy.

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