1 ‚Alabang Boy‘ nicht frei (Teil 3)

27. August 2011 – Das Gericht fragte, wie die PDEA die Drogen vor den Medien präsentieren konnte, wenn diese doch im Besitz der untersuchenden Chemikerin waren?

Diese Diskrepanz versetzte das Gericht in ein Dilemma, hieß es in der Entscheidung. Die Chemikerin erkannte die ’scheinbare Widersprüchlichkeit‘, als sie damit konfrontiert wurde.

Bei dem Zeitungsbild bemerkte das Gericht noch einen weiteren Unterschied: die Tafel auf dem die Ecstasy-Tabletten lagen, während Santiagos Pressekonferenz und die Tafel auf der die PDEA offiziell die Beweismittel verwahrt, waren nämlich nicht identisch.

„Der Zusammenhang zwischen den verwahrten Medikamenten und dem Beweismaterial ist damit gebrochen.“ hieß es. Das Gericht sagte, dass gerade wegen der eingebauten Gefahr des Missbrauchs bei einem ‚gestellten Drogenkauf‘, spezielle Verfahren zur Sicherstellung und Verwahrung von Drogen als Beweismittel gelten.

Die emotionale Reaktion

Santiago von der PDEA sagte, er respektiere die Entscheidung und bestätigte: „Es gibt nichts mehr, was wir dagegen tun können.“

„Wir sind überzeugt, Sie taten etwas illegales, so ist es jetzt ihrem Gewissen überlassen.“ sagte Santiago in einem Telefon-Interview. Er sagte, das Rechts-Team der PDEA und die Staatsanwaltschaft hatten einen starken Fall gegen die Angeklagten gebaut.

Aber er sagte auch, er würde lieber auf die positiven Aspekte des Falles sehen.

„Jetzt stehen sie vor der Freilassung. Sie sind intelligent, so können sie vielleicht produktive Mitglieder der Gesellschaft werden. Auf der anderen Seite, könnten sie aber wieder zu ihren alten Gewohnheiten zurückkehren.“ sagte er. „Sie wissen, was sie taten. Wir wissen, was wir taten. Jetzt ist alles ihrem Gewissen überlassen.“

Im Falle von Tecson, ist die Staatsanwaltschaft immer noch dabei Beweise vorzulegen. Tecson ist im Quezon City Gefängnis inhaftiert.

Die Reaktion der PDEA

Als Konsequenz aus dem ganzen Desaster, fordert man aus den Reihen der PDEA ’nicht praktikable‘ Forderungen hinsichtlich der Beweissicherung abzuschaffen.

Der juristische Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“, der ohnehin in den Philippinen auf schwachen Füßen steht, wird hoffentlich damit nicht gänzlich abgeschafft! Denn auch wenn hier vermeintlich Schuldige laufen gelassen werden müssen, die Ursache liegt doch ganz woanders.

Wie hieß es bei WikiLeaks (dazu die Empfehlung des WikiLeaks-Beitrags: WikiLeaks: PNP ein ‘Durcheinander’): „Die Korruption in der Polizei und den zugehörigen Organisationen, liege vor allem in der unheiligen Dreifaltigkeit von Glücksspiel, Drogen und Prostitution.“ und

„Abgesehen von Korruption, würden viele Polizisten bei Ermittlungen oft Abkürzungen nehmen, wie körperlicher Misshandlung, dem Fälschen oder Verschwinden lassen von Beweisen und manchmal unter Anleitung der örtlichen Volksvertreter außergerichtliche Tötungen von Verdächtigen durchführen.“

Quellen:
http://www.abs-cbnnews.com/-depth/08/25/11/wikileaks-cable-philippine-police-mess
http://newsinfo.inquirer.net/48515/what-went-before-alabang-boys
http://newsinfo.inquirer.net/48423/2-%E2%80%98alabang-boys%E2%80%99-acquitted
http://newsinfo.inquirer.net/48791/pdea-seeks-changes-in-anti-drugs-law