Kontrovers: Marcos – Bestattung auf dem Heldenfriedhof?

Ferdinand Marcos – Bestattung auf dem Heldenfriedhof?
Oder die Halbwertszeit des philippinischen Gedächtnisses …

Als vor Monaten ein gewisser „Angelo Reyes“, zuvor sehr stark mit Korruption im Militärbereich in Verbindung gebracht, sich auf geradezu theatralische Art und Weise selbst exekutierte, da brach sie wieder durch, die Frage nach FM’s Burial! Denn wenn man aktuelle korrupte Militärs auf dem „Libingan ng mga Bayani” (dem Heldenfriedhof der Nation) bestattet, dann kann man doch auch einen verstorbenen Diktator dort beerdigen – oder nicht?

Präsident Aquino, dessen Eltern zu Marcos größten Widersachern zählten und die Ermordung seines Vaters nie zweifelsfrei geklärt wurde (das Volk aber dennoch den Mordauftrag der Marcosfamilie an lastet), erklärte sich als befangen in dieser Fragestellung. Somit führte der Vizepräsident Binay die Befragung des Volkes und der wichtigen Vertreter durch. Das Ergebnis war diese Empfehlung: Bestattung mit vollen militärischen Ehren, aber nicht auf dem Heldenfriedhof, sondern in der Heimat der Marcosfamilie.

Dennoch ist die Diskussion darüber nicht beendet – im Gegenteil! Immer wieder keimen Meinungen auf, die sich für das kurze Gedächtnis der Filipinos schämen. Sie fragen sich, warum andere Länder mit vergleichbaren Diktatoren solche Probleme nicht haben? Denn eine Spaltung des Volkes an diesem Thema nutzt niemandem. Was dabei des Öfteren zu hören ist, ist die Meinung, dass die philippinische Mentalität einer Aufarbeitung im Wege steht. Zu viele Kompromisse scheinen dabei die Richtung zu vernebeln. Selbst andere asiatische Länder, wie z.B. Südkorea, haben relativ zügig die ‚Abrechnung‘ vollzogen und klare Strafen ausgesprochen.

Dazu die Fragen:

  1. Muss man jede Vergangenheit mit ‚deutscher Disziplin‘ aufarbeiten?
  2. Warum tut sich die Familie Marcos mit Entschuldigungen so schwer?
  3. Warum hat Marcos noch immer so viel Rückhalt in der Bevölkerung?
  4. Wieso vergisst das philippinische Volk die Schreckenstaten und glorifiziert seine positiven Leistungen?
  5. Welche internationalen Auswirkungen hätte denn eine Bestattung auf dem Heldenfriedhof?

 

dkb.de

Kayang

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Sacrilegia minuta puniuntur, magna in triumphis feruntur.

 

Eigentlich bedarf diese Frage keinerlei Diskussion, vorausgesetzt man lässt seinen gesunden Menschenverstand walten. Die Frage, ob Marcos auf dem Heldenfriedhof beerdigt werden soll, tauchte zum ersten mal in der Zeit von Präsident Ramos auf. Damals war Marcos noch in Hawai „untergebracht“. Nach langen Diskussionen stimmte FVR zu, dass Ferdinand Marcos nach Hause durfte, aber eine Bestattung nur in seiner Heimatprovinz Ilocos Norte stattfinden dürfte. Nun, nach Hause kam er, aber beigesetzt wurde er nicht. Stattdessen bekam er einen teuren Glassarg und ist in einem Mausoleum auf dem Privatgrundstück der Marcoses ausgestellt. Man kann ihn also besichtigen und die Hoffnung ihn eines Tages auf dem Heldenfriedhof in Manila bestatten zu lassen lebte weiter.

Unter Präsident Estrada tauchte die Frage erneut auf und Erap war zuerst nicht abgeneigt zuzustimmen. Als er aber die Opposition vom Kongress zu spüren bekam, verneinte er die geplante Beisetzung. Ebenso war es ein Thema unter der Präsidentschaft von GMA und wurde zum wiederholten Male verneint.

Heute ist nun Präsident Aquino gefragt und der kann eigentlich nur Nein sagen, da sein Vater ja im Auftrag von Marcos ermordet worden war, was natürlich bis heute nicht einwandfrei nachgewiesen ist aber einem jedem Filipino klar ist, auch wenn die verurteilten Attentäter jede Verbindung zu Präsident Marcos verneinten. Und PNoy sagte ein klares und deutliches Nein! (Hier wäre ein Applaus klatschender Smilie angebracht)

Als Marcos 1972 das Kriegsrecht erklärte und diktatorisch das Land zu regieren begann, verschwanden zigtausende von Oppositionellen entweder in den Gefängnissen – darunter auch Prominente wie Salonga und der Vater des heutigen Präsidenten. Andere verschwanden überhaupt ohne den Umweg über den „Knast“. Die Gewaltherrschaft von Marcos und seinem Henchman Fabian Ver – unterstützt später von Fidel Ramos, der die Philippine Constabulary befehligte – wurde zum Teil immer brutaler und mit der Ermordung von Ninoy Aquino begann der „Downfall“. Als 1986 bei den Wahlen massiv betrogen wurde, spielte das Volk nicht mehr mit und ging auf die Straße. People Power war geboren und es sollte den Präsidenten mit einer Welle von weltweiter Sympathie ins Exil zwingen. Die Demokratie war wieder geboren.

Aber diesem „Mann“ ein Heldenbegräbnis zuzugestehen, würde heißen den Willen der Pinoys nicht mehr zu würdigen. People Power würde die Bedeutung verlieren und der „Kampf“ von Nonnen und Soldaten Seite an Seite gegen das Unrecht wäre umsonst gewesen.

Marcos Frau Imelda ist nun 82 Jahre alt und es bleibt zu hoffen, dass auch sie die Sinnlosigkeit eines Heldenbegräbnis einsieht. Ein feierliches Begräbnis in Ilocos Norte, aber ohne militärische Ehren ist das allerbeste, was ich dem Mann zugestehen würde.

 

Stephan

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Mit PhilStep auf die Philippinen: Meer, Strand, Vulkane, Reisterassen, historische Städte und vieles mehr!

 

Was mich bei der ganzen Diskussion zu Marcos und die Einschätzung seiner Rolle in der Geschichte stört, ist das Schwarz-Weiß-Denken. Offenbar werden die Deutschen immer mehr zu Amerikanern, es gibt nur Gut und Böse und der Cowboy wird es richten.

Dabei sollte uns Asien – leider weniger die Philippinen, denn die sind ja amerikanisch geprägt – doch eine Sache lehren: Die Übergänge sind fließend und der Ausgleich ist oft die bessere Lösung.

Im Falle von Marcos würde ich mir eine realistische Einschätzung erhoffen: Was lief gut, was lief schlecht? Dass er ein Diktator war, der sich auch bereichert hat, ist klar. Genauso klar, wie die Bereicherungen der regierenden Clans davor und danach. Aber sind gewisse Leistungen nicht dennoch hervorzuheben? Wurde vielleicht Manches doch besser gemacht? Ging es gar einem Großteil der Filipinos besser? Warum dürfen diese Fragen nicht gestellt werden?

Immer kommt gleich die Keule: Diktator! Weil ja nur die Demokratie, möglichst die ‚perfekte‘, die einzig akzeptable Lösung ist. Dabei wird oft die Ausgangssituation, Geschichte und Kultur eines Landes völlig außer Acht gelassen. Dass der Westen das nicht begreift, ist am Beispiel Afghanistans zu sehen.

Außerdem ist Diktator nicht gleich Diktator. Menschenschlachter wie Pol Pot, Stalin und Hitler waren Diktatoren. Ebenso Tito, Castro und Marcos. Aber sie waren keine Massenmörder. Warum versagt hier eine differenzierte Diskussion, die doch eigentlich Bestandteil der Demokratie sein sollte?

Moralapostel sind mir suspekt, denn sie denken zumeist auch dogmatisch und bringen ihre Überzeugungen selten mit der Realität des Lebens in Übereinstimmung. Kein Wunder, dass viele Revolutionäre später zu Diktatoren werden, weil sie keine andere Meinung akzeptieren können. Und sie fragen nicht, warum unter einfachen Filipinos immer noch viel Gutes über Marcos zu hören ist. Allerdings gibt es dazu keine Umfragen oder Berichte in den Zeitungen. Weil ja nicht sein kann, was nicht sein darf.

 

Stevaro

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Wer das Leben schiebt, dem enteilt es. (Seneca)
 

 

Zu Beginn meiner ersten Erfahrungen mit den Philippinen, fiel mir persönlich auf, dass Cory Aquino und auch Fidel Ramos eher zurückhaltend mit dem Diktator Marcos (FM) umgingen – zumindest nach westlichen Maßstäben. Dies ordnete ich zunächst der „asiatischen“ Mentalität zu. Denn dass dieser schonende Umgang im Westen nicht funktionieren würde, erschien mir klar zu sein.

Heute hat mich die Realität eingeholt und ich sehe die Problematik aus einem anderen Winkel: FM spaltet wie kaum etwas anderes die philippinische Nation. Ob dies an zunehmend westlicher Denkweise liegt, an der fehlenden Aufarbeitung der Geschichte, an der fehlenden Bildung oder an der einseitigen Bildung? Vielleicht von allem etwas. Daher fand ich den Kompromiss der Bestattung in FMs Heimat mit oder ohne den „militärischen Ehren“, eine pragmatische Lösung. Denn egal wie eine Lösung aussieht, sie darf das Volk nicht weiter spalten. Das hat auch Bongbong Marcos erkannt, der zuletzt eher versöhnliche Töne anstimmte.

Dennoch kann ich aber einige Bedenken der Bevölkerung sehr wohl teilen. So die Befürchtung des Makati Businessclubs der meint, damit signalisiere man ein soziales Vergessen und entehre damit die vielen Helden, die im Kampf „Marcos gegen das Volk“ ihr Blut opferten. Oder auch die Meinung, dass man mindestens eine Entschuldigung der Marcos-Familie erwarte und eine Rückführung der zu Unrecht erworbenen Besitztümer fordert, scheint mir nicht abwegig.

Die Filipinos werden eine Lösung für sich selbst finden (müssen). Eine internationale Tragweite werden sie weder wahrnehmen wollen, noch wahrnehmen können.

 
Auswandern - Den Kulturschock überwinden

Ping

 
Wenn du es nicht verhindern kannst, genieße es.

 

 

Beerdigung vom Marcos auf dem Heldenfriedhof? Wer hat ein Interesse daran?

Ich habe mir erst mal die Biografie von dem Diktator in Wikipedia nachgelesen.
Als ich vor 19 Jahren mit meinem, jetzt ehemaligen Schwager, über die Philippinen sprach, sagte er sinngemäß, das es zu Marcos Zeiten sicherer war auf den Philippinen. Diese Informationen hatte er von seiner philippinischen Ehefrau.

Hier kommt nun wieder die philippinische Mentalität ins Spiel. Entschuldigen? Das hätte doch einen Gesichtsverlust zur Folge! Außerdem haben viele von der Diktatur partizipiert.
Warum lässt man Imelda solch einen Hype um Ihren verstorbene Mann veranstalten?

Sie treibt die Geschichte voran, wahrscheinlich hat sie sogar Mitstreiter im Hintergrund, die ihr dabei helfen. Außerdem hat sie Geld. Vielleicht kommen ja mal wieder andere Zeiten? Dann können die Leute die nicht dagegen waren, wieder mit obenauf schwimmen?

Hier geht es eindeutig um Politik und Macht. Der jetzige Präsident hält sich vornehm zurück, unter dem Deckmantel der Befangenheit. Obwohl gerade er das größte Interesse habe müsste, das Marcos überall nur nicht auf dem Heldenfriedhof beerdigt werden sollte. Nicht mal Militärische Ehren dürften dabei zugelassen werden.

Mit westlichen Maßstäben darf hier nicht gemessen werden, denn es wird keine klare Positition bezogen werden.

 

Cruzer

 
Wenn Freiheit irgendeine Bedeutung hat, dann die, den Leuten das sagen zu dürfen, was sie nicht hören wollen.
 

 

Mit Republic Act No. 289 wurde 1948 die Grundlage für den Libingan ng mga Bayani (Heldenfriedhof) der Philippinen geschaffen. Nach dessen Statuten soll dort der Präsidenten, Helden und Patrioten des Landes gedacht werden. Allerdings liegen nur zwei ehemalige Präsidenten tatsächlich dort begraben: Carlos P. Garcia und Diosdado Macapagal. Ferdinand E. Marcos wäre also erst der dritte Präsident, der seine letzte Ruhe dort finden würde.

Was zur Zeit seitens der Marcos-Familie und weiten Teilen der Öffentlichkeit gefordert wird, ist allerdings nicht seine Beisetzung als Präsident, sondern als „Held und Patriot“, in Anerkennung seiner Leistungen im zweiten Weltkrieg im Kampf gegen die japanische Okupation zwischen 1942 und 1945. 27 Auszeichnungen wurden ihm verliehen, darunter die Medal Of Valor (Tapferkeitsmedaille). Rein formell betrachtet hat er demnach ein Recht darauf, als Held auf dem Heldenfriedhof nach dessen Statuten beigesetzt zu werden.
Die Diskussion entspinnt sich also in Wahrheit nicht daran, ob er einen Anspruch darauf hat, dort begraben zu sein, sondern daran, ob seine Handlungen als Präsident, insbesondere nach Ausrufung des Kriegsrechts 1972 bis zur sogenannten EDSA-Revolution 1986, ihn derart diskreditiert haben, dass es politisch nicht verantwortbar ist, ihn dort als Patriot beizusetzen.

Da es sich also um keine formelle, sondern eine moralisch-politische Debatte handelt, ist es kein Wunder, dass diese nun wieder mit Vehemenz geführt wird. Wurde doch der korrupte hochrangige Militär Angelo Reyes nach seinem filmreifen Selbstmord (immerhin eine Sünde nach katholischem Selbstverständnis) erst kürzlich dort beigesetzt. Diese Art von Doppelmoral ist dem interessierten Publikum schwer zu vermitteln. So verwundert es nicht, dass nunmehr fast 70 Prozent der Philippinos für eine Bestattung Marcos auf dem Heldenfriedhof sind, ebenso wie 216 (immerhin dreiviertel) der gewählten Kongressabgeordneten. (House Resolution No. 1135)

Der auf den ersten Blick einleuchtende Kompromissvorschlag von Vizepräsident Binay, Marcos in Batac, also seiner Heimatprovinz Ilocos Norte mit vollen militärischen Ehren beizusetzen, tat ein Übriges. Ist er doch in Wahrheit eine Bankrotterklärung der eigenen Politik und bestätigt die Position der Marcoses. Die Kernaussage des Vorschlages ist die, dass Marcos ein Ehrenbegräbnis also zusteht. Nur eben in Batac und nicht in Manila auf dem LNMB. Im Malacanang-Palast macht man diese Frage also nicht mehr an der Moral, sondern am geografischen Ort fest.

Präsident Aquino selbst, der zwar durch viel Aktionismus aber wenig Entschlussfreude auffällt, hat sich in dieser Angelegenheit für befangen erklärt und schweigt – bislang. Offensichtlich scheut er sich aufgrund sinkender Umfragewerte, die -weiterhin unbewiesene- Anschuldigung zu wiederholen, Ferdinand Marcos habe die Ermordung seines Vaters bei der Rückkehr aus dem Exil veranlasst und sei schon deshalb für ein Ehrenbegräbnis disqualifiziert.

Bleiben also die -unbestrittenen- Tatbestände der Korruption und Vetternwirtschaft, sowie die Ausschaltung politischer Gegner während des Marcosregimes im kalten Krieg. Dass das auf den Philippinen niemanden für ein Ehrenbegräbnis disqualifiziert, hat der Fall Reyes eindrucksvoll bewiesen. International hätte ein Ehrenbegräbnis auf dem LNMB keine Auswirkungen, da Marcos im Gegensatz zu anderen Autokraten kaum Außenwirkung entfaltet hat. Angriffskriege oder gar Genozide hat es unter seiner Herrschaft nicht gegeben. Ebenso ist die Befürchtung, es könnte eine Pilgerstätte für Marcos-Loyalisten entstehen, absurd. Die existiert nämlich schon in Batac, wo er derzeit noch in einem Mausoleum aufgebahrt ist.

Man gebe dem Mann, der wie kein zweiter die philippinische Geschichte geprägt hat, seine letzte Ruhe auf dem LNMB. Das sage ich hier von Deutschland aus, wo das Kaiser-Wilhelm-Denkmal noch heute das Wahrzeichen der Stadt Porta Westfalica ist.

 

Ludwig

 
 

 

Um mich in dieses schwierige Thema einfühlen zu können habe ich mir die Frage gestellt: Welche Position würde ich vertreten wollen, wenn in Deutschland der Leichnam von Adolf Hitler einbalsamiert und konserviert aufgetaucht wäre und nun eine breiter werdende Fraktion aus der Bevölkerung auch dieses Ansinnen vertreten würde: Bestattung auf einem Ehrenplatz mit allen staatlichen Ehrenbezeugungen.

Natürlich könnte man – vergleichbar zu Marcos – allerhand „Positives“ berichten: Als Grundlage die verzweifelte politische und gesellschaftliche Situation nach dem 1. Weltkrieg, die zu massenhafter Arbeitslosigkeit, Elend und Depression geführt hat, Hitlers Erfolgsgeschichte, den Deutschen wieder Arbeit, Nationalbewusstsein und Stolz zu vermitteln, sie zu ernähren und beschäftigen … all das würde möglicherweise die Greuel, dieser Diktatur „relativieren“ zumindest bei sehr vielen Menschen. Und auch in Deutschland habe ich viel zu selten von der Generation, die diese Zeit durchlebt und mitgestaltet hat, so etwas wie Reue oder gar Entschuldigung gehört – immer nur verharmlosende Erklärungen und den Wunsch, endlich damit in Ruhe gelassen zu werden – das regte uns seinerzeit auf und führte dann zu allgemeingesellschaftlichem Aufbegehren („68er“)!

So ähnlich kann ich mir nur die Gefühlslage der Pinoys erklären und versuchen nachzuvollziehen!

Aber ähnlich wie ich es bedaure, dass Hitler, als Person, offiziell mehr verteufelt wird als ihm die Rolle zu geben, die er gehabt hat: Vom Volke gewählter Reichskanzler und ihm so auch seine Stellung in der Zeitgeschichte zuzuordnen, vermisse ich bei „Diktatoren“ wie auch Stalin, Pol Pot, eine ebenso sachgerechte wie menschliche Auseinandersetzung anstatt einer rein emotional, moralischen!

So falsch es ist einen Ghandi, Bruno Bettelheim oder Mutter Theresa nur auf der „moralisch richtigen“, positiven Seite sehen zu wollen kann man auch diese eindeutig und überwiegend negativ besetzten Politiker nicht einfach nur verteufeln, sie versuchen aus der Geschichte auszuradieren, sie als „Unfall“ zu deklarieren!

Es handelt sich immer auch um Menschen, die die Geschichte eines Landes, einer Region, einer Nation mit großer Außenwirkung (Geschichtsbücher) beeinflusst haben; und egal wie positiv oder negativ die Anteile an diesem Wirken waren, haben sie im Todesfalle auch den Anspruch vor allem als „Menschen“ behandelt zu werden; und „Menschen“ werden in den jeweiligen Kulturen respektvoll bestattet – manchmal ja sogar Tiere!

Einen Staatsakt braucht es nicht, einen Vertreter der politisch Verantwortlichen schon; „Heldenverehrung“ sollte schon längst ein Anachronismus sein – Gabriel Laub definierte Helden als „Besttote Besttöter“ – recht hat er!