Kontrovers: Die verkauften Kinder …

Es klingt eigentlich unvorstellbar und treibt dem einen den Zorn ins Gesicht, den anderen lässt es verzweifeln, ob des nicht vorhandenen Verständnisses: die von den Eltern prostituierten Kinder der Philippinen, die besonders in der Region Cebu kürzlich für Schlagzeilen sorgten.

Ein Fass ohne Boden scheint es zu sein, wenn die verhaftete Mutter davon spricht, als sei dies so normal wie der tägliche Reis. Dies deutet bereits das mangelnde Verständnis in der Gesellschaft an: „die anderen tun es auch und ich möchte mir auch was leisten!“ Es ist nicht die Armut der Menschen, die sie ihre Kinder verkaufen lassen, sondern der pure Egoismus ihre persönlichen Wünsche zu befriedigen.

Da klingt es wie ein Hohn, wenn die Behörden „Spezialisten“ aus dem Ausland anfordern, um Licht ins Dunkel zu bringen. Doch die können nur dabei helfen, technische Details zu liften und ausländische Verbrecher dingfest zu machen. Aber auch dieser „Markt“ wird von den Gesetzmäßigkeiten der „Nachfrage UND des Angebotes“ geregelt. Und genau hier beginnt das Drama …

Der Gemeindepriester kämpft, nach eigenen Angaben, seit über 5 Jahren dagegen. Die lokalen Barangay Beamten ebenso. Erfolg? Fast scheint es, als würde jede auch noch so negative Schlagzeile über dieses Thema, das „Angebot“ erhöhen. Doch sich damit abfinden heißt auch, sich an den Kindern schuldig machen. Und da man bereits aus dem Ausland um Hilfe anfragt, ist ein lautes Denken zur Sache, mit Sicherheit erlaubt.

Also:
Wie kann am Effizientesten die Denkart dieser Eltern beeinflusst werden?
Oder ist hier die Mentalität derart verbogen, dass dies gar nicht möglich ist?
Ein kulturelles Problem?

dkb.de

Ludwig

 

 

 

Als ich mich zu diesem äußerst schwierigen, weil so vielschichtigem, Thema sammelte ging mir immer wieder der ach so wichtige Ausspruch unseres geschätzten Berthold Brecht durch den Kopf: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“ und der wollte dann doch nicht passen, weil „rein ums Fressen“ ging und geht es diesen verschrobenen Eltern nicht – auch nicht, was wir ja sonst häufig in diesem Problembereich in Europa erleben, des Ausnutzens von Kindern für sexuelle Befriedigung – der Ausdruck „Missbrauch“ wird von mir bewusst nicht gebraucht, weil er einen „Gebrauch“ intendieren würde – nein, es ging wohl tatsächlich um Teilhabe am Konsum!

In sehr abgeschwächter Form kenne ich dieses Problem bereits aus Deutschland, wo von den „offiziellen Armen“ (Sozialhilfe/HARTZ IV-EmpfängerInnen) die staatliche Familien- und Kinderförderung (Erziehungs- und Kindergeld) nicht tatsächlich für die notwendige Versorgung von Kindern und Jugendlichen eingesetzt wird sondern sehr, sehr oft für die Anschaffung von allgemeingeschätzten Konsumartikeln (TV, PC, …), mit dem Ergebnis, dass diese betroffenen Kinder nicht einmal regelmäßig und ausreichend ernährt werden, so dass die freien und öffentlichen Hilfeträger (Kirchen, Vereine, Jugendämter) zumindest eine tägliche Mahlzeit organisieren.

Aber zurück zu unseren philippinischen Familien: Ein möglicher Grund für das mangelnde Verständnis und Unrechtsbewusstsein mag auch darin zu finden sein, dass auch auf den Philippinen das Gefühl dafür verlorengegangen zu sein scheint, was ein kindliches Verhalten sein sollte, an welchen Figuren, Kinder sich orientieren sollten und wo die Erwachsenenwelt aufgefordert ist, deutliche Grenzen und Beschränkungen zu setzen.

Ich wohne z.Zt. in einem „Compound“, also mitten drin in einer großen philippinischen, familiären Gesellschaft mit recht vielen Kindern aller Altersgruppen.

Auch da ähnliche Beobachtungen wie in Deutschland: Schon kleinsten Kindern werden Popstars wie Michael Jackson, Lady Gaga, Paris Hilton durch den unkontrollierten Medienkonsum angeboten – und so bin ich oft umgeben von kleinsten Jungen und Mädchen, die die sexuell sehr aufreizenden Tanzposen (In den Schritt fassen, Hüften kreisen …) versuchen zu imitieren unter absingen der eindeutig sexuell gefärbten Liedtexte – dieses alles unter großem Beifall und Spaß der Mütter, Lolas, Tanten…

Als ich jung war, regte sich „die Gesellschaft“ über das Phänomen eines Elvis Presley auf, indizierte seine Lieder, boykottierte das Abspielen im Radio, weil Jugendliche und Junge Erwachsene davon negativ beeindruckt werden könnten – also die Altersgruppe, für die „Sexualität“ überwiegend an 1. Stelle steht im Rahmen ihrer Entwicklungsschwerpunkte!

Der Schritt vom spielerischen Nachahmen von sexuell aufreizenden Posen, dem Andeuten von Selbstbefriedigung/Geschlechtsverkehr hin zu einem „Posen“ vor der Kamera scheint mir da nur ein sehr kleiner zu sein; die Nachfrage danach aber offenbar eine sehr große und somit auch ein großes Geschäft, an dem die „Ärmsten“ ihre Beteiligung suchen – da gibt es erfolglosere „Businessmodelle“!

Jean d’Arc

Liberté, égalité, fraternité

 

 

Wie in aller Welt sich eine Mutter neben ihre nackte 9-jährige Tochter setzen kann und ihr Regie-Anweisungen für eine „Pseudo-Masturbation“ oder für was auch immer erteilt, ist mir als Mutter schleierhaft! Da fehlen einem die Worte …

Auch der Erklärungsversuch, dass angeblich alle in der Nachbarschaft „dies“ tun, kann es ja nicht sein! Das zeigt eher, dass sich die Frau mal Gedanken darüber machen muss, ob sie im richtigen Stadtviertel lebt. Denn das Problem gibt es doch sicher nicht in dieser Dichte über das ganze Land verstreut, ich behaupte mal noch nicht einmal in der ganzen Stadt! Herunter gekommene Areale gibt es überall. Auch in Deutschland hat fast jede Stadt ihren sozialen Brennpunkt mit unvorstellbaren „humanen“ Einstellungen oder die „no go areas“, wo man(n) sich kaum rein traut und Frau ihre Kinder sicher nicht zum „Spielen“ hinschickt. Die Ausbreitung einer solch kriminellen Subkultur darf aber nicht stattfinden, ist aber in Europa schon schwierig.

Die Frage ist aber wie verhindern?

Kinder, die in solch einer Umgebung aufwachsen, neigen später auch dazu, diese Straftaten zu wiederholen. Das heißt, die Behörden müssen diese Kinder konsequent schützen. Wenn man dann aber liest, dass der Barangaybeamte die Verantwortlichen mehrfach über einen ausgedehnten Zeitraum ermahnt und zum „Beenden“ aufforderte, dann gibt es da noch viel Potential zur Bewusstseinsschaffung. Es scheint, dass hier Tabus bereits in der Gesellschaft gebrochen werden, zugunsten von anderen Werten. Da steht zu befürchten, dass dieses Problem tiefer in der Gesellschaft verwurzelt ist. Bei der großen Anzahl an Problemen des Landes, steht zu befürchten, dass dieses in der Resignation stecken bleibt.

Da habe ich leider ganz wenig Hoffnung.

Stevaro

http://www.stevaro.de
 
Wer das Leben schiebt, dem enteilt es. (Seneca)
 

 

Mit Sicherheit ein kulturelles Problem. Aber die Römer hatten in dieser Hinsicht ‚ihre Kultur‘ genauso wie die Chinesen. Doch das darf kein zulässiger Gedanke sein. Auch wenn es hierfür keine mir vorliegenden Beweise gibt, kann ich mir nicht vorstellen, dass es in der Römerzeit für Eltern so erstrebenswert war, ihre Kinder in solchen ‚Aufgaben‘ zu sehen …

Wir haben heute in vielen Gesellschaften mit einer flächendeckenden Bildung, eine breite Widerstandsfront gegen Kinderprostitution, wozu ich auch diese spezielle Online-Variante zähle, von der in letzter Zeit in den Philippinen (vor allem auf Cebu, wobei ich nicht so recht glauben mag, dass sich das Problem nur auf eine Insel oder gar Stadt beschränkt …) die Rede ist. Dadurch dass der öffentliche Druck auf diese ‚Nachfragenden‘ z.B. im Westen, derart erhöht wird, bedienen sie sich dann dieser Märkte.

Und solange die Bildung in einer solch großen Breite versagt, findet keine Aufklärung statt und keine Bewusstseinsschaffung. Schon gar nicht bei den Kindern, für die das oft eine Selbstverständlichkeit darstellt (kulturbedingt), den Eltern nicht zu widersprechen. Aber genauso wenig bei den Eltern, die das Verhalten von den Nachbarn und Bekannten kopieren.

Doch gerade hierin sehe ich den einzigen Ansatzpunkt, die philippinischen Kinder zu schützen: Bildung, Bildung, Bildung!

Denn die Aussage der Mutter des 9-jährigen Mädchens ist doch sehr ernüchternd. Sie sagt in ihrer Nachbarschaft macht das jeder, was zeigt, dass sie kein Unrechtsempfinden hat. Dass sie Kronzeugin werden will, widerspricht dem nicht, sondern bestätigt es sogar: sie ist nur an ihrer eigenen Freiheit interessiert, von Reue keine Spur. Da ist eine Diskussion zu spät, weshalb dann auch seit Jahren keine Ergebnisse erzielt werden.

Da steht zu befürchten, dass noch viel Leid den Kindern zugefügt wird, bis die verbesserten Bildungsmaßnahmen ihre Wirkung zeigen. Allerdings steht zu befürchten, dass sobald die Bildungsmaßnahme greifen, dann nur eine Verlagerung in ein anderes Land vollzogen wird …

Auswandern - Den Kulturschock überwinden

Stephan

http://www.PhilStep.de
 
Mit PhilStep auf die Philippinen: Meer, Strand, Vulkane, Reisterassen, historische Städte und vieles mehr!

 

Kann man, darf man zu diesem Thema überhaupt eine differenzierte Meinung haben? Bei Kindern hört der ‚Spass‘ eigentlich immer und zu Recht auf. Trotzdem versuche ich es mal mit einem unmoralischen Denkansatz, der ja auch in der Fragestellung schon herauszuhören ist.

Der einfache und bekannte Ansatz ist, sich wieder auf die Verbraucher zu stürzen: Die Perversen, die Sextouristen, die Notgeilen, also im Zweifelsfall sowieso alle Männer. Ich habe mich nach vielen Jahren im aussereuropäischen Ausland zwar nicht komplett von den sogenannten abendländischen Werten (zu denen ja auch Rotlichtviertel, Pornoshops und Swingerclubs gehören…) verabschiedet, aber ich habe zum Beispiel die asiatische Realität kennengelernt. Und dort war Prostitution schon immer, auch lange bevor der weiße Mann kam, aus kulturellen und wirtschaftlichen Gründen ein Teil des Lebens, bis in die tiefste Provinz hinein. Das muss man wissen und verstehen, die meisten Moralapostel aus Europa denken aber, der weiße Mann hat erst die Perversion gebracht. Quatsch!

Und damit kommen wir wieder zum Punkt: Die Hemmschwelle, mit Prostitution das tägliche Brot zu verdienen, ist niedriger als wir uns vorstellen können. Vor allem in einem Land wie den Philippinen, wo es zwei Seiten des Lebens gibt: Das öffentliche und das versteckte! Die Mischung aus ‚Gesicht wahren‘, Katholizismus und amerikanischer Show abziehen, ist die eine Seite. Im Versteckten die ökonomischen Probleme praktisch, mit allen Mitteln und ohne Rücksicht auf Werte lösen, die andere Seite.

Wozu dies führt: Erst die Kinder vor der Kamera ausziehen und zur Schau stellen, dann später in die Kirche wackeln. Normales Leben vorgaukeln, aber mit allen Mitteln Geld reinholen.

Ändern wird sich nur etwas wenn:
1. Mehr Menschen ihr tägliches Brot in diesem Land normal verdienen können.
2. Werte nicht als bloße Schau, sondern aus Überzeugung gelebt werden.

Zum Schluss: Auch Angebot schafft Nachfrage, so erschließen Drogendealer zum Beispiel neue Märkte.
Deshalb: Verfolgt die Nutzer und Verkäufer, aber fragt sehr genau, warum es Anbieter gibt!

AquaticSport.de - Wassersport