Was beweist das Magnetband gegen Hubert Webb?

29. Juni 2011 – Als das ‚National Bureau of Investigation‘ (NBI) seine Ergebnisse der Überprüfung des Vizconde Massakers am Dienstag präsentierte, rückte ein elektronisches Gerät in die Schlagzeilen: die magnetische Bandaufzeichnung, die belegen sollte, dass der Verdächtige, Hubert Webb zum Zeitpunkt der Morde im Land war.

Laut dem Leiter der ‚NBI Abteilung Todesfall-Untersuchung‘, Romulo Asis, zeigte das ‚magnetische Reel Tape‘ Datensätze des Bureau of Immigration (BI) kein Protokoll von Webb, dass er jemals im Juni 1991 die Philippinen verließ, obwohl es einen Eintrag gibt, dass er in das Land im Jahr 1992 zurückkehrte.

Die Bänder wurden in dem Bemühen präsentiert, Webbs Verteidigung zu widerlegen, dass er in den Vereinigten Staaten war als das Massaker geschah – das Alibi, das Webb im Dezember letzten Jahres freisprach, nachdem er 15 Jahre im Gefängnis war.

In einem Interview am Mittwoch mit dem Ingenieur Jolly Bert Galeon, Chef der EDV-Abteilung des BI, sagte dieser, die Bänder gehörten zu einem spezifischen IBM AS/400 Bandlaufwerk. Diese Systeme wurden in erster Linie von der Agentur verwendet, um Datensätze von Personen beim Verlassen und Betreten des Landes zu erfassen. „Das sind Geräte der ersten Generation, die vom BI eingesetzt wurden. Eigentlich wurden diese während der späten 80er und frühen 90er Jahren verwendet. Aber heute benutzt diese niemand mehr.“

Aber wie zuverlässig sind diese Bänder? Und können diese Bänder manipuliert werden? Nach Lito Avería, Computer-Experte und Präsident der ‚Philippine Computer Emergency Response Team‘, ist es nahezu unmöglich diese magnetischen Rollen zu manipulieren. Bandspeichereinheiten arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip wie Audio-Kassetten: Informationen werden in einem kontinuierlichen oder „linearen“ Datenstrom über die gesamte Länge des Bandes gespeichert. Dies macht es fast unmöglich, einfach nur Daten aus einem beliebigen Abschnitt des Bandes auszuschneiden.

Im Gegensatz dazu erlauben moderne Festplatten und CD’s Daten in einem „nicht-linearen“ Verfahren zu speichern. Diese Art und Weise, ermöglicht es heute Anwendern, schnell Dateien zu löschen, ohne andere benachbarte Dateien zu beeinträchtigen.

„Wenn Sie die Daten innerhalb des Bandes, ohne Spuren zu hinterlassen, manipulieren wollen, dann müsste man die Daten zunächst auf eine Festplatte kopieren, die Daten manipulieren und dann ein anderes Backup-Band erstellen. Sie müssten ebenso wissen, wie die Daten geschrieben sind, das Format der Daten und die Länge des Datensatzes, den Sie entfernen möchten.“ erklärte Avería.

Allerdings, ergänzte Avería, dass es eine einfache Erklärung dafür gäbe, warum die Bänder keine Aufzeichnungen über Webbs Ausreise enthalten: es kann eben eine Frage der menschlichen Versagens sein. Er erklärte, dass damals die Daten nicht direkt in die Datenbank erfasst wurden, wenn jemand das Land verließ oder betrat. Man musste zunächst ein Formular ausfüllen und das was darauf zu lesen war, ist was die BI von Hand als Information in den Computer eingab.

„Die Karte konnte leicht verloren gehen oder jemand machte einen Eingabefehler in die Datenbank.“ sagte Avería.

Galeon räumte ein, da die IBM AS/400 bereits ausgemustert sei, die BI nicht in der Lage war, diese Daten selbst von den Bändern auszulesen. Die NBI sagte, dass die Bänder von der IBM restauriert wurden, während diese vom National Computer Center überwacht wurden. Laut IBM Philippines war die Firma aber nicht in der Analyse der Bänder beteiligt. IBM habe nur als Hersteller ein AS/400 System zur Verfügung gestellt und beim Auslesen geholfen, erklärte das Unternehmen.

dkb.de

Quelle: http://www.gmanews.tv/story/224800/technology/how-reliable-is-the-tape-evidence-against-hubert-webb