Militärische Ehren für Marcos Beerdigung in Ilocos

3. Juni 2011 – Vizepräsident Jejomar Binay empfiehlt volle militärische Ehren für die Beerdigung des gestürzten Diktators Ferdinand Marcos, ABER die Beisetzung des ehemaligen Präsidenten muss in der Provinz von Ilocos Norte stattfinden und NICHT auf dem Heldenfriedhof. Dies sagt eine Quelle im Malacañang und bestätigt damit ähnliche Informationen, die der Philippine Daily Inquirer bereits erhalten hatte.

Die gleiche Quelle, die nicht namentlich genannt werden wollte, lehnte es ab, Einzelheiten über andere von Binay vorgeschlagene Regelungen für die Beerdigung des verstorbenen Diktators zu stellen. Aquino hatte Binay beauftragt zu entscheiden, ob die Beerdigung von Marcos auf dem Heldenfriedhof ermöglicht wird. Als Sohn der verstorbenen Präsidentin Corazon Aquino und des ermordeten ehemaligen Senators Benigno Aquino Jr., die beide Marcos größte politischen Gegner waren, hemmte den jungen Aquino seinen Standpunkt öffentlich zu machen, unter Berufung auf seine persönliche Befangenheit und bat deshalb Binay um Hilfe bei der Entscheidung.

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Marcos Überreste sind in einer gekühlten Krypta in Batac City, Ilocos Norte aufbewahrt. Seine Familie hat sich bisher geweigert ihn zu bestatten, da er nicht auf dem Heldenfriedhof mit allen militärischen Ehren begraben würde. Marcos starb am 28. September 1989 im Exil in Honolulu, Hawaii. Seine sterblichen Überreste wurden während der Regierung von Präsident Fidel Ramos, einem entfernten Verwandten (Cousin) des gestürzten Führers, im Jahr 1993 nach Manila gebracht.

Anfang dieser Woche sagte Binay hoffnungsvoll, Aquino würde innerhalb der Woche die Entscheidung der Regierung, über die Beerdigung des verstorbenen Diktators kundtun. Er beschrieb seine Empfehlungen als „sehr ausgewogen“ und behauptete, dass alle Seiten berücksichtigt seien. Binay sagte, dass jede Meinung von jeder Person, die auf die Umfrage des Büros des Vizepräsidenten antwortete, Hochachtung erhielt. Im April verschickte Binays Büro eine unbekannte Anzahl an Briefen, um die Stellungnahme der verschiedenen Gruppen und Entscheidungsträger zu der Frage nach Marcos Beerdigung einzuholen. Sie führten auch eine SMS- und e-mail-Umfrage durch, die öffentliche Stimmung der Angelegenheit zu untersuchen.

Inzwischen klang Senator Ferdinand „Bongbong“ Marcos Jr. offen für die Idee, seinen Vater, den verstorbenen Diktator Ferdinand Marcos, in Ilocos Norte mit vollen militärischen Ehren bei zusetzen. „Es scheint ein Kompromiss der Vernunft zu sein. Das ist ein guter Kompromiss.“ sagte Marcos, der die machbaren Optionen kennt und sich nicht über Vizepräsident Jejomar Binays Empfehlung wundert. Während die Marcos-Familie all die Jahre eine Beerdigung des verstorbenen Präsidenten auf dem Heldenfriedhof forderte, könne man diesem Kompromiss zustimmen, sagte der Senator. „Wir möchten keine Probleme schaffen. Wir möchten nur unseren Vater in einer Weise bestatten, die er verdient hat.“ sagte er in einem Interview.

Dagegen sagte in einer Erklärung der Makati Business Club (MBC) „die Behauptung, dass Marcos die modernen Grundlagen der Philippinen legte, ist eine grobe Verzerrung des verstorbenen Diktators, dessen wahres Erbe die Autokratie, die Ruinierung demokratischer Institutionen, gewaltvolle politische Repression, noch nie dagewesene Korruption, schamlose Vetternwirtschaft, Günstlingswirtschaft, eine vernichtende Schuldenlast sowie weit verbreitete soziale Ungleichheit und Ausgrenzung ist.“ Der MBC erinnerte daran, dass Marcos vor 1981 keine Präsidentschaftswahl ausrichten ließ – eine Fälschung der politischen Ausübung, die seine demokratische Anmaßung unterstützte.

„Es war nur aufgrund des intensiven politischen Drucks möglich, der sich nach der Ermordung von Senator Benigno Aquino Jr. aufgebaut hatte im Jahr 1983, dass er gezwungen war eine andere Präsidentschaftswahl im Jahr 1986 durchzuführen. Er versuchte erneut die Abstimmung zu fälschen, aber der tatsächliche Wille des Volkes konnte nicht mehr länger unterdrückt werden und er wurde von der Macht vertrieben, durch einen friedlichen Volksaufstand.“ ergänzte der MBC.

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Andere Stimmen versuchten die posthume Glorifizierung und das schwache soziale Gedächtnis, mit dem Versäumnis einer sofortigen und glaubwürdigen juristischen Aufarbeitung zu erklären. So nannte man Vergleiche mit anderen Diktatoren, in denen die historische Entwicklung mit einer deutlichen Abrechnung eingeleitet wurde, wie z.B. Augusto Pinochet von Chile, der südkoreanischen Präsidenten Chun Doo-Hwan und Roh Tae-Woo, den französischen Kollaborateuren während des zweiten Weltkrieges, Saddam im Irak oder der deutschen Nachkriegsepoche. Dies erfolgte in den Philippinen nicht. Das heutige Ergebnis ist eine Spaltung des Volkes, die mit dem Vorschlag des Vizepräsidenten Binay eine Chance erhält, sich wieder etwas zu schließen.

Quelle u.a.: http://newsinfo.inquirer.net/11725/binay-recommendation-military-honors-for-marcos-burial-in-ilocos
und http://newsinfo.inquirer.net/11752/marcos-son-find%E2%80%99s-binay-proposal-%E2%80%98a-good-compromise%E2%80%99
und http://opinion.inquirer.net/5673/marcos-and-our-social-memory