Der Basketballstar 6

Nicht nur dass sich diese Paschas von morgens bis abends bedienen ließen, indem sie den ganzen Tag keinen unnötigen Schritt machten, den nicht auch ein anderer für sie tätigen könnte und immer nach einem Glas Wasser, dem Telefon oder dubioser anderer „Pantoffel“ lautstark und Aufmerksamkeit wirksam ihre Dienerschaft riefen. Nein – ich muss davon ausgehen, dass der 1 und 1 zusammenzählen kann und dann weiß, wer seinem Fiffi das Ticket fürs Jenseits sponserte. Da fiel mir ein, oh Mann hoffentlich bekommt dem sein überzüchteter Köter nicht vor lauter Aufregung mal einen Herzkasper! Denn dann denkt sein Herrchen noch, ich hätte sein liebes Hündchen vergiftet! Denn provozieren möchte ich diese Bagage ganz bestimmt nicht …

Aber wahrscheinlich hatte Mr. Valdez selbst auch keinen guten Schlaf, denn er lief am nächsten Tag ziemlich wirsch und unsortiert durch sein Gelände. Er schien etwas im Schilde zu führen, als er mit einem Zollstock den Kasten vermaß, in der er seinen Bello einpferchte. Er wirkte plötzlich sehr beschäftigt, um sich dann in sein Auto zu setzen und wegzufahren. Als er zurück kam rief er mit seinem ‚Schreiorgan‘, erst mal den Boy zum Auto. Aha – eine Plastikdecke hat er gekauft, doch wofür? Wiederum geht das Geklopfe und Hämmern los, bis es sichtbar wird: die Plastikdecke ist ein Sichtschutz für Mr. Dobermanns Einzelzelle! So verkleidete er den Hundekäfig an 3 Seiten und oben an der Decke. Damit wird dem Tier die Sicht und wahrscheinlich auch die Luft genommen und es kann nur noch in eine Richtung schauen! Bei der heftigen Sonneneinstrahlung auf der Decke, vermute ich aber, dass es wohl einen rekordverdächtigen Wasserverbrauch hatte! Doch wahrscheinlich half diese Maßnahme tatsächlich etwas, denn die ‚Hundenächte‘ wurden etwas weniger intensiv – ja, ich hatte zwischendurch sogar Schlafphasen. Aber von Tag zu Tag nahm der Gestank dieses Dobermanns und seiner Exkremente, die sich unterhalb des Gitters sammelten, zu. Und nicht nur das: da nicht nur der Kot durch den Boden fiel, welcher nur aus einem Gitterrost bestand, sondern auch das Futter des Hundes, zog diese ‚Kraftfuttermischung für übergroßes Ungeziefer‘, die Ratten an …

Wiederum ein paar Tage später, ich war gerade dabei mich an die etwas abgemilderte „Kläffversion“ der Nächte zu gewöhnen, schreckt mich ein lautes „kikerikiiIIIII“ auf. Und das um kurz vor vier Uhr morgens! So schnell konnte ich gar keine Gedanken sortieren, da legt der Hahn gleich noch mal nach. Wo auch immer der Schreihals stecken mag, das kann ja nur, rein von der brachialen Akustik aus zu schließen, beim Nachbarn Valdez sein! Denn plötzlich erinnerte ich mich an die Zeit zurück, als in dessen Haus noch die Reparateure zugange waren. Denn damals hatte ein Guard nicht allzu viel zu tun und legte sich deshalb wohl ein Hobby zu: Kampfhahn züchten. Wenns ihm Spaß macht –

mir egal! Mir wäre es zwar lieber, das Hähnchen würde weniger Hormone fressen und eines „natürlichen Todes gestorben werden“, um dann meinen Teller zu zieren … Was soll’s, so hatte der Guard einen Hahnenkäfig neben seinem Wachhaus platziert. Der Hahn war mit einer Schnur tagsüber befestigt und kam in der Nacht zum Schutz vor Ratten, Schlangen oder gar zweibeinigen Wesen in seinen Käfig, eigentlich einem schlichten Drahtgestell, das über ihn gestülpt wurde.

Und so begann die erste Nachtschicht unseres Guards mit Unterstützung durch seinen Kampfhahn. Der Guard legte sich immer wenn die meisten Anwohner zu Hause waren, zum Schlafen hin. Aber seine Nacht sollte vom „kämpferischen“ Kampfhahn verkürzt werden. Denn das Tier erklärte gegen 4 Uhr die Nacht als beendet und bestand darauf, den Tag nicht alleine zu beginnen. Der Guard schimpfte vor sich hin, konnte den Fall in dem Moment aber nicht ändern. Im Laufe des Tages, es muss ein Sonntag gewesen sein, da viele der Maids frei hatten und mit dem Guard um Geld zockten, heckten diese merkwürdige Trainingsmethoden für den Kampfhahn aus. Fairerweise sollte man erwähnen, dass diese Gesellschaft schon etwas Alkohol konsumiert hatte, wenngleich es erst früher Nachmittag war, als sie begannen mit Messern nach dem Hahn zu werfen. Dennoch überlebte der Hahn den Tag und war dann abends aber nicht mehr zu sehen. Als Optimist ging ich davon aus, dass der Guard seinem Hahn ein friedliches Nachtquartier bei sich zu Hause verschaffte und ging unbesorgt zu Bett. Mitten in der Nacht, … was erzähle ich Euch das überhaupt, Ihr wisst was passierte! Kurz vor 4 Uhr kräht mir das Vieh fast eine nächtliche Herzattacke herbei!

Doch wie ist das nur möglich? Als es hell wurde, inspizierte ich den Ort des Geschehens und man glaubt es kaum! Der am Vortag in seiner Nachtruhe gestörte Guard hat seinem Hahn einen neuen Platz verschafft, wo er ihn nicht mehr störte und ihn stattdessen hinter die Wand von unserem Anwesen und dem Haus, das später Valdez bewohnen wird, mit Käfig parkte. Dass der Vogel damit meine Nachtruhe stören wird, da dies praktisch direkt unter meinem Schlafzimmerfenster war, schien dem egal zu sein. Unwirsch maulte ich den Guard an, dass sein Hahn mich nicht schlafen ließ und ich erwarte in der nächsten Nacht nicht wieder von ihm geweckt zu werden. Außerdem fragte ich ihn wie viel Miete er monatlich bezahlt für den Stellplatz seines Gockels … Aber das überstieg seine sprachlichen Fähigkeiten um ein Vielfaches oder zumindest seine Vorstellungskraft, etwas unrechtmäßiges getan zu haben. Jedenfalls machte er den Eindruck als hätte ich ihm gerade die Relativitätstheorie in russischer Sprache erklärt. Seine Antwort war dementsprechend: wortfrei mit einem Gesichtsausdruck zwischen Gewitterregen und einem „wo kommst Du denn her?“ Das Ergebnis: die Folgenacht musste er das Vieh noch mal durch krähen lassen, sonst hätte er ja mit der Entfernung seines Kampfhahns mir Recht gegeben und damit die Ungeheuerlichkeit eines Gesichtsverlustes erlebt. Also hat er ihn erst nach einer weiteren Nacht vom Gelände entfernt.
(Fortsetzung folgt)