Fukushima: Nichts zu befürchten!?

27. April 2011 – Die Japaner sind dafür bekannt, viele Dinge zu verfechten, die andere Nationalitäten als gegeben hinnehmen. Pünktlichkeit, Tradition, kleinste Details, Ehre, Vaterlandsliebe, Rücksicht auf Regeln, nennen Sie es wie Sie möchten.

Wie wäre es mit geschmuggelten verstrahlten Lebensmitteln? Er sagt, dass wird nie passieren!

Die Philippinen importieren nur sehr kleine Mengen an Nahrungsmitteln aus Japan. Die meisten importierten Lebensmitteln werden von japanischen Restaurants verwendet. Einige dieser Restaurants haben sogar mit lokalen Materialien wegen der hohen Kosten für importierte japanische Materialien zurückgegriffen.

Ich versuche nicht Japan zu verteidigen. Aber überreagieren wird uns nicht helfen.

Quelle: Nothing to worry about
http://www.philstar.com/Article.aspx?articleId=679845&publicationSubCategoryId=66

Soweit der Auszug aus dem etwas längeren englischsprachigen Artikel.


 

Objektiv betrachtet

 

Nachdem ich viele Anfragen aus Deutschland zum Thema Fukushima – Strahlung – Auswirkungen erhalte, möchte ich das Thema nochmal neutral aufarbeiten. Dabei möchte ich auch die Information von Rudy Poitiers-Lapaz, vom Dolphin-House (http://www.moalboal.net) in Moalboal mit einfließen lassen.

1. Wie hoch ist die aktuelle Strahlung in den Philippinen?
Sie ist so hoch oder so niedrig, wie in Deutschland, Amerika oder Australien. Es gab vor einiger Zeit ganz leicht erhöhte Werte bei Jod-Isotopen (Halbwertszeit ca. 8 Tage), die aber weltweit messbar waren. Ansonsten sollte man berücksichtigen, dass die Philippinen 3.000 bis 4.000 km von dem havarierten Kraftwerk entfernt liegen. Im Vergleich dazu: Tschernobyl lag nur ca. 1.500 km von Deutschland entfernt, das ist ein großer Unterschied. Darüber hinaus lag Deutschland in der Windrichtung von Tschernobyl, was die Philippinen gegenüber Japan zu keiner Jahreszeit sind.

2. Wie groß ist die Gefahr, Strahlung von Fukushima zu erhalten?
Objektiv gesehen sehr gering! Die Winde stehen in der Regenzeit als auch in der Trockenzeit günstig, dass normalerweise keine Windübertragung erfolgen kann. Die Monsunwinde gehen von Nord nach Ost oder vom Süden nach Westen (bitte auf einer Landkarte nachschauen, dann wird es klarer). Auch ist die Meeresströmung für eine direkte Übertragung der Strahlung ungünstig, da die natürliche Strömung von Japan in Richtung Amerika geht und von Nord- nach Südamerika, erst nach einem weiteren Passieren von Australien, theoretisch die Philippinen erreichen kann. Bis dahin hat des dann eine Reise im Pazifik von rund 30.000 km hinter sich.

3. Wie wird in den Philippinen kontrolliert?

DKB-Partnerprogramm

Das ist ein echtes Manko des Entwicklungslandes Philippinen. Es gibt kaum Erfahrung mit Radioaktivität. Das einzige Atomkraftwerk im Land, wurde nie in Betrieb genommen (zum Glück!). Es gibt kaum Messstellen oder Geräte zur Kontrolle. Die Anschaffung ist zu teuer, gerade unter dem Aspekt der sehr geringen Gefahr. Dennoch wird man es verschmerzen können, da man kaum mit direkter Radioaktivität rechnen muss (siehe Punkt 1+2).

4. Wie sieht es mit Kontrollen in den Nachbarländern aus?
Singapore ist sicher in Sachen Know-How und Geräten den Philippinen weit überlegen. Auch wirtschaftlich gesehen wird man keine Kompromisse machen müssen. Allerdings für die direkte Messung der Strahlung nicht vergleichbar, da zu weit weg. Aber auch andere benachbarte Nationen in der Region stecken in diesem Dilemma, keine zuverlässigen eigenen Messungen flächendeckend durchführen zu können. Was indirekte Auswirkungen der Radioaktivität angeht, so kann aber Singapore sehr wohl als Maßstab dienen.

5. Wie steht es mit importierten Waren aus Japan aus?
Wenn es einen Kontakt mit der Radioaktivität aus Japan, auf den Philippinen geben wird, dann ist dies die eigentliche Gefahr. Deshalb auch der Auszug aus der Presse zuvor. Wenn Waren aus Japan importiert werden, wie Elektronikartikel oder Autos, dann sind Japaner allerdings sehr korrekte Menschen, mit langfristiger Planung. D.h. sie werden sehr darauf bedacht sein, nur absolut einwandfreie Waren zu liefern. Japaner denken und handeln langfristig und zerstören sich keinen Weltmarkt, indem sie verstrahlte Produkte verkaufen, in der kurzfristigen Hoffnung auf schnelles Geld. In dieser Hinsicht gibt es kaum ein anderes Land auf der Erde, dem ich dieses Vertrauen so aussprechen würde.

6. Japanische Lebensmittel?
Hier gilt eigentlich das selbe wie unter Punkt 5. Aber hier könnte noch am ehesten etwas auffällig werden. Deshalb kann man durchaus Singapore als Kontrollpunkt einbeziehen. Auch unter dem Aspekt, dass dort seit dem Erdbeben alle Importe aus Japan auf Radioaktivität gemessen werden. Aber nahezu alle importierten Lebensmittel aus Japan, gehen in die japanischen Restaurants in den Philippinen, in Supermärkte und andere Handelswege kommen kaum japanische Produkte. Wer trotzdem Bedenken hat vor japanischen Lebensmittel, der wird dann einen Bogen um die wenigen japanischen Lokale machen müssen. Andererseits, wer besucht wegen der japanischen Restaurants die Philippinen?

7. Kann ich in den Philippinen Urlaub machen oder dahin auswandern?
Uneingeschränkt: JA! Bei allem Verständnis für Angst vor Radioaktivität, Panik war noch nie ein guter Ratgeber! Kein Mensch weiß was die Zukunft bringt und wohin sich die wirtschaftliche Lage aber auch die Situation der Radioaktivität IN Japan entwickelt. Aber schlagartige Veränderungen wird es kaum auf den Philippinen auslösen. Wer im Jahr 2011 Urlaub machen möchte in den Philippinen, braucht sich definitiv keine Sorgen wegen radioaktiver Strahlung zu machen.

Wie sagte die Journalistin im einleitenden Beitrag so treffend:
„Ich versuche nicht Japan zu verteidigen. Aber überreagieren wird uns nicht helfen.“

In diesem Sinne: Einen schönen Urlaub den Besuchern der Philippinen.

(Selbstverständlich werden ggf. Veränderungen hier auf www.philippinen.cc berichtet.)

Wer ganz genaue Werte braucht, kann von Zeit zu Zeit, hier kontrollieren: http://www.pnri.dost.gov.ph/index.php dies ist die offizielle Seite des „Philippine Nuclear Research Institute“ (PNRI), das u.a. die Aufgabe zur Überwachung der Werte hat.